Höfen: Der Windpark Brather Hof soll wachsen

Höfen: Der Windpark Brather Hof soll wachsen

Gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Höfen machte Vorsitzender Bernd Roder deutlich, welche Punkte an diesem Abend vorrangig zu behandeln seien.

Er riet dazu, zunächst die Neuwahlen zum Vorstand abzuhandeln, damit anschließend viel Zeit bleibe für die Diskussion zu den Berichten aus dem Stadtrat und zu den Plänen des Ortsverbandes. Dem kam die Mitgliederversammlung nach.

CDU-Fraktionssprecher Micha Kreitz übernahm für kurze Zeit als Versammlungsleiter die Regie des Abends. Er dankte dem alten Vorstand für die gute Arbeit in der letzten Legislaturperiode und bat die Mitglieder um Entlastung des Vorstandes. Das geschah einstimmig. Jetzt folgte das Wahlprozedere.

Hierbei gab es gleich bei der Neuwahl des ersten Vorsitzenden eine Überraschung. Bernd Roder verzichtete auf eine weitere Kandidatur. Berufliche Verpflichtungen und die Ratsarbeit nähmen sehr viel Zeit in Anspruch und ließen nur wenig Raum für die Arbeit im Ortsverband. Zudem sei es besser für eine lebendige Diskussion der kommunalen Themen, wenn der Vorsitzende des Ortsverbandes nicht Mitglied des Rates sei. Bernd Roder schlug Hermann-Josef Backes als seinen Nachfolger vor. Dem stimmte die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit zu.

Die weitere Moderation der Tagesordnung lag nun in Händen von Hermann-Josef Backes. Er möchte im Ortsverband etwas bewegen. Für Anregungen zu neuen Aufgabenfeldern im Ortsverband sei er dankbar. Es sei nicht seine Absicht, die neue Aufgabe autoritär anzugehen. Wichtig sei ihm, möglichst alle Mitglieder in breit angelegten Diskussionen bei allen zukünftigen Aufgaben mitzunehmen.

Stellvertretende Vorsitzende bleibt weiter Ursula Wlasak. In der Geschäftsführung gab es auch einen Wechsel. Steffi Esch zog sich aus der Vorstandsarbeit zurück. Ihren Aufgabenbereich übernimmt demnächst Heinz Mertens. Er vertritt zusätzlich Höfen im Stadtverband. Als Beisitzer gehören dem Vorstand Franz Jansen, Georg Ungermann, Josef Melchior, Günter Heiners, Conny Roder, Frank Els, Guido Hermanns, Helmut Breuer und Winfried Stein an.

Matthias Roder hat sein Ratsmandat aus persönlichen Gründen niedergelegt. Den freien Platz im Rat übernimmt demnächst Ursula Wlasak.

Nach den Wahlen berichtete Micha Kreitz aus der Ratsarbeit. Er beleuchtete dabei speziell die Höfener Belange zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, der Erweiterung des Gewerbegebietes und des Sanierungsbedarfes bei den gemeindlichen Straßen.

Alexander Lenders berichtete aus der Arbeit im Städteregionstag. Durch Zusammenlegen von Aufgaben habe die Städteregion erhebliche Einsparungen erzielt. „Wäre es bei der alten Kreisumlage geblieben, wäre diese heute höher als die Umlage der Städteregion”, ist Lenders überzeugt. Dieser positive Effekt gehe leider beim aktuellen Streit um die freiwilligen Aufgaben unter.

Ortsvorsteher Peter Theißen erläuterte detailiert, welche Straßenzüge im Laufe des Jahres im Ort saniert werden. Höfen werde sich in diesem Jahr wieder am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” beteiligen. Die Bereisungskommission komme am 5. Juli nach Höfen. Zwei Stunden stünden für die Präsentation des Ortes zur Verfügung.

Anlässlich der 650-Jahr-Feier seien besondere Veranstaltungen geplant, berichtete der Ortsvorsteher. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr kommt nach Höfen. Conny Roder habe ein Buch über Höfen vorbereitet, das ganz anders sei als alles, was bisher über Höfen veröffentlicht worden sei. Als Abschluss der Feierlichkeiten wird es ein außergewöhnliches Dorffest geben. Mehr wollte Peter Theißen dazu noch nicht verraten.

Nach den Berichten aus den Parlamenten erklärte der alte Vorsitzende Bernd Roder, worauf er hinauswollte, als er nach der Begrüßung um genügend Zeit für Diskussionen bat. Der Wald sei in Höfen ein sehr sensibles Thema. Eine Möglichkeit, den andauernden Diskussionen mit der Verwaltung des Nationalparks um Waldaustausch und Wertausgleich ein Ende zu machen, bestünde darin, den Windpark im Bereich Brather Hof zu erweitern.

Angesichts der Katastrophe in Japan sei eine Abkehr von der Atomkraft unabdingbar. Mit der Erweiterung des Windparks leiste man vor Ort dazu einen wichtigen Beitrag. Peter Theißen pflichtete dem bei und beschrieb, welche Waldflächen für den Windpark angedacht seien. Ein Windradbauer habe Interesse an diesem Gebiet gezeigt. Es wäre interessant, zu den Plänen der Betreiber Näheres zu erfahren.

Zunächst überwiegt Skepsis

In der anschließenden Diskussion überwog zunächst Skepsis. Auf die Einwände besorgter Mitglieder gingen Theißen und Roder ausführlich ein und überzeugten schließlich alle von der Notwendigkeit, das Thema weiterzuverfolgen. Als der neue Vorsitzende Hermann-Josef Backes um eine Rückmeldung für die Ratsvertreter bat, hatte sich eine klare Mehrheit für die Windparkerweiterung herausgebildet. Die Ratsvertreter erhielten den Auftrag, in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses die Verwaltung zu beauftragen, Informationen zur Erweiterung des Windparks einzuholen.

Auf dieser Grundlage soll später die Diskussion im Ort fortgeführt werden.