Monschau: Der schwere Gang durch eine „Bewegungsbaustelle”

Monschau: Der schwere Gang durch eine „Bewegungsbaustelle”

„Das sieht einfach aus, ist es aber nicht”, beteuert Nathalie Stollenwerk und geht langsam und sachte über eine weiche Matte, steigt über Seile, Hindernisse und schließlich durch ein Tor hindurch, welches durch ihr Fernglas, welches sie falsch herum vor Augen hält überdimensional groß aussieht.

Der Bewegungsparkours war das Highlight des Tages der offenen Tür in der integrativen Kindertagesstätte St. Ursula in Monschau, der am Samstag sowohl Einblick in die pädagogische Arbeit bot als auch für ein fröhliches Miteinander für Jung und Alt.

Nach einer Begrüßungsansprache der Leiterin und Kindheitspädagogin Nadine Kirch, in Anwesenheit vieler Eltern, Kinder und Interessierten, des Ortsvorstehers Peter Theissen und rund 15 Seniorinnen und Senioren des Maria-Hilf-Stiftes, die bei Kaffee, frischen Waffeln und Kuchen das Leben und Tohuwabohu genossen, stellten sich die Kinder vor, sangen und führten ein entzückendes Theaterstück auf. Mit prächtigen selbst kreierten Gewändern erklärten die Kinder darin, „wie die Vögel zu ihrem bunten Gefieder kamen”, wofür sie großen Applaus ernteten.

Anschließend standen die Mitarbeiter den Familien für Fragen rund um die Kindergarten zur Verfügung, während sich die kleinen Besucher im sonnigen Garten austoben konnten oder drinnen spielten, malten, bastelten oder ihren Gleichgewichtssinn testeten. Unter dem Motto „Kunterbunt durchs Farbenland” waren die Ergebnisse der kreativen Arbeiten der Kinder zu bestaunen, Bilder die mit Puste- oder Wischtechnik entstanden waren, Webarbeiten mit bunter Wolle, ein fast, wie ein japanischer Garten anmutendes Werk, aus allen erdenklichen Materialien, welche die Kinder auf ihren Waldspaziergängen gesammelt hatten und die „Wissenschaftsecke”, unter der Leitung von Handpuppe „Fienchen”, wo demonstriert wurde, wie man Wasser filtert.

„Es ist zu komisch”

Natürlich durfte jeder, ob Kind oder Erwachsener sich austoben beim Basteln, Drucken und Wasserschütten oder an der Farbtrommel bunte Bilder kreieren, alles unter der Anleitung der Erzieherinnen. Waltraud Jansen-Schmitz, die Motopädin, überwachte in der kleinen Turnhalle die „Bewegungsbaustelle”, oder auch besser „Wahrnehmungsparkours” genannt, den die Kinder schon besser beherrschten als die Eltern. Mutter Stollenwerk war begeistert. „Es ist zu komisch”, und orientiert sich an ihren Füßen, während sie sich weiter, immer das Fernglas vor Augen - schummeln ist nicht erlaubt - weiter durch den Parcours hangelt. Der Kindergarten gefalle ihr „super” und die Öffnungszeiten, jeweils montags bis freitags von 7.15 bis 16.30 Uhr seien günstiger für sie, so habe sie „hierher gewechselt”.

Der Kindergarten ist Teil des 2007 erbauten Gebäudekomplexes des Seniorenheims Maria-Hilf-Stift und bietet in zwei Gruppen jeweils zehn Regelkindergartenplätze und fünf Plätze für Kinder mit Beeinträchtigung im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Das Team besteht aus der Leiterin und Kindheitspädagogin, zwei Erzieherinnen, drei Kinderpflegerinnen, einer Heilpädagogin sowie jeweils einer Motopädin, Logopädin und Physiotherapeutin, die sich liebevoll und mit viel Einfühlungsvermögen den Kindern widmen, individuell für jedes Kind einen Förderplan entwickeln und für ein selbstverständlichen sozialen Umgang untereinander sorgen.

Beziehung zu Natur und Glaube

Wie auch an diesem Tag schaffen sie stetig erlebnisreiche Situationen, in denen die Kinder eine Beziehung zu Natur, Glaube und Religion entwickeln, Neugier und Bildungsfreunde aufbauen und sie damit auf die Schule vorbereiten. „Die Qualität ist gut und die Kinder werden super betreut”, meint Michael Schartmann, Vater von Alina, Isabelle und Djego, die alle in diesem Kindergarten waren oder sind, und dreht fleißig an der Farbtrommel, „ich bin rundum zufrieden.”