Konzen: Der Beifall für „Die lustigen Weiber von Witzerath“ will kein Ende nehmen

Konzen : Der Beifall für „Die lustigen Weiber von Witzerath“ will kein Ende nehmen

Das Theater Kunterbunt bescherte den Theaterfreunden am Wochenende zwei höchst amüsante Abende im Musik- und Kulturzentrum. „Die lustigen Weiber von Witzerath“ lautete das Stück, das mit witzigen Dialogen, einigen Überraschungen und viel Situationskomik aufwartete.

Die einzigartige Truppe, in der Menschen mit und ohne Behinderung zusammenspielen, wird geleitet von der Aachener Regisseurin Ingrid Wiederhold. Mittlerweile war es das fünfte Mal, dass das Theater Kunterbunt ein Stück zur Aufführung brachte. „Alle sind gleich, die Rolle darf sich jede Person selbst aussuchen, eine Behinderung spielt bei diesen Überlegungen keine Rolle“, nach diesen Grundsätzen wurden auch diesmal die Rollen besetzt. Ähnlichkeiten mit den Lustigen Weibern von Windsor nach Shakespeare waren beabsichtigt, jedoch war immer wieder ein witziger Bezug zur Eifel zu finden.

Szenenapplaus für Tanznummer

Wie bei Shakespeare ist John Falstaff ein Lebemann, ein bisschen dreist und übertrieben selbstbewusst. Eigentlich ist er pleite, er bezahlt seine Bediensteten nicht und sucht nach Möglichkeiten, finanziell wieder frisch zu werden. Norbert Baartz ging in seiner Rolle auf, unbekümmert und lebensfroh mimte er den Falstaff und bekam für seine Tanznummer „Ich bin der Märchenprinz“ Szenenapplaus.

Sein Berater, der Doktor Düvel (Annemie Stollenwerk), redet ihm wort- und gestenreich ein, er solle sich doch gleich zwei Frauen anlachen, und zwar die ziemlich begüterten Witzerather Damen Ilsebill Schröder und Thusnelda Breuer. Dann geht es ans Intrigenschmieden und Briefeschreiben, das „Vögelchen“, die Witwe Wilden, muss öfters Briefe überbringen; Mandy Präkels war flott unterwegs, mal tänzelnd, mal mit dem Roller.

Was dann die lustigen Weiber von Witzerath, gespielt von Petra Jollet und Brigitte Palm, ausheckten, um den eingebildeten Falstaff bloßzustellen, war sehenswert. Alle machten mit, auch die wenig strebsamen Schüler mit ihrem strengen Schulmeister Flecken, den Elena Ullmann temperamentvoll spielte. Ein wundervolles Liebespaar gaben Ännchen (Angela Bätz) und Peter (Yassin Mashi); sie verblüfften mit der Hingabe an ihre Rollen und mit Spielwitz. Auch die beiden Ehemänner, Karl Breuer (Dirk Winter) und Ed Schröder (Martin Wagemann), die immer mehr Verdacht schöpften, bekamen viel Applaus, beispielsweise bei ihren Fachgesprächen beim Angeln oder beim Biertrinken.

Der röhrende Hirsch

Dem gerissenen Falstaff ist jedes Mittel recht, an Frauen und Geld zu kommen; deshalb mimt er zum Schluss sogar den röhrenden Hirsch, eine urkomische Szene, über die das Publikum schallend lachte. Der Betrüger wird bestraft, die Liebenden kommen zusammen, nur Dr. Düvel und der einfältige, aber liebe Nubbel (Tobias Tambornino) gehen leer aus.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die gut ausgedachten, wechselnden Bühnenbilder mit toller Musik untermalt wurden, an der sowohl die Spieler als auch die Zuschauer ihren Spaß hatten. Alle durften stolz sein und den Beifall genießen, der kein Ende nehmen wollte.

Andrea Hein, die die „KoKoBe“ Nordeifel leitet und das Theaterprojekt initiiert hat, beschenkte die Spielerinnen und Spieler mit Rosen und überreichte der Regisseurin einen Blumenstrauß. Sie bedankte sich bei allen Sponsoren, durch deren Unterstützung dieses Projekt ermöglicht wird.

Ingrid Wiederhold lobte ihre Truppe: „Ihr seid Klasse! Wie viele Ideen und Organisationstalent ihr eingebracht habt, das ist vorbildlich!“ Sie bedankte sich bei Tim Gillessen und Patrick, die für die Technik und Beleuchtung gesorgt hatten, und bei den Gastgebern aus dem Musik- und Kulturzentrum.

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