Neue LED-Technik für 2067 Leuchten: Der Austausch der Straßenbeleuchtung hat begonnen

Neue LED-Technik für 2067 Leuchten : Der Austausch der Straßenbeleuchtung hat begonnen

Die Umstellung der 2067 Straßenlaternen und Leuchten im Stadtgebiet Monschau auf moderne LED-Technik hat begonnen. In der vergangenen Woche wurden in Konzen die ersten Leuchten ausgetauscht. Bis zum Ende der Woche wurden bereits 107 Leuchten umgerüstet.

In Monschau werden 2067 Straßenlaternen und Leuchten ausgetauscht. Sie bekommen werden mit modernen LED-Lampen ausgestattet.

Wenn der Austausch in Konzen (277 Leuchten) vollzogen ist, geht es in Imgenbroich (322) weiter. Danach folgen Monschau (470), Höfen (281), Rohren (105), Widdau (22), Mützenich (318) und schließlich Kalterherberg (272). „Vielleicht werden wir die Altstadt auch vorziehen, damit dort der Austausch der Beleuchtung noch vor Beginn des Weihnachtsmarktes erfolgen kann“, erklärt Gerhard Klöfkorn von der Regionetz. In Konzen möchte man die Umstellung bis Ende Oktober abschließen, in Imgenbroich bis Ende November. Ziel sei es, die gesamte Maßnahme bis Ende März abzuschließen. Das hängt aber auch vom Wetter ab. „Wir wollen jetzt so schnell wie möglich vorankommen, bevor der Winter einsetzt“, sagt Klöfkorn. Auch mit Blick auf das Einsparpotential wolle man schnell eine möglichst große Stückzahl austauschen. Deshalb werde ab nächster Woche noch ein weiterer Montagetrupp eingesetzt.

Mit der Umrüstung hatte die Stadt Monschau im Oktober des vergangenen Jahres den lokalen Energieversorger Stawag beauftragt. Das Konzept für die Umrüstung hat die Stawag gemeinsam mit der Aachener Regionetz GmbH als Netzbetreiber entwickelt. Die Kosten für die Umrüstung trägt der Energieversorger.

Die neue LED-Beleuchtung hat im Vergleich zu herkömmlichen Quecksilberdampf- oder Natriumhochdrucklampen eine deutlich bessere Energieeffizienz, und da das Licht auch besser gesteuert werden kann, fällt die Lichtverschmutzung ebenfalls geringer aus. Bis jetzt arbeiten 58 Prozent der Leuchten im Stadtgebiet noch mit Quecksilberdampf, 40 Prozent mit Natriumhochdruck und nur 1,5 Prozent mit LED-Technik.

Alle neuen Leuchten werden kein Licht mehr nach oben in den Himmel abgeben. So soll das Licht effektiver verteilt und der ausgesendete Lichtstrom verringert werden. Das spart Energie und verringert die Lichtverschmutzung, was insbesondere mit Blick auf den Sternenpark Eifel von Vorteil ist. Aufgrund ihres Lichtspektrums ziehen die LED-Leuchten auch weniger nachtaktive Insekten an.

Zurzeit liegt der jährliche Stromverbrauch der Leuchten bei rund 800.000 Kilowattstunden. Abhängig vom eingestellten Helligkeitsniveau wird von Einsparmöglichkeiten in Höhe von 40 bis 60 Prozent ausgegangen. Das größte Einsparpotential gibt es bei der Anstrahlung von Gebäuden, außerdem ist eine gezieltere Ausleuchtung möglich. Zu den angestrahlten Gebäuden gehören beispielsweise das Rote Haus, die Burg und die Kirche in Rohren. Hier soll die Umrüstung erst gegen Ende der Maßnahme erfolgen. Dies sei nämlich deutlich aufwendiger als der Austausch der Straßenbeleuchtung, die Priorität habe, erläutert Klöfkorn. Zunächst gebe es dann eine Probebeleuchtung, auch mit Rücksicht auf den Sternenpark. „Dann müssen wir sehen, ob das am Ende auch so aussieht, wie wir uns das vorstellen. Sonst werden wir nachjustieren“, sagt Klöfkorn.

Auch die 60 Schaltstellen für die Beleuchtung werden zu rund 75 Prozent erneuert, die anderen 25 Prozent werden aufgerüstet. Alle Schaltstellen erhalten einen Überspannungsschutz und werden mit Telemanagement ausgestattet. Das bedeutet, dass sich jede Leuchte einzeln steuern lässt. So lässt sich der Stromverbrauch reduzieren und Störungen können schneller beseitigt werden. Des Weiteren sind automatische Rückmeldungen und schnelle Änderungen möglich, etwa wenn das Licht zu hell oder zu dunkel sein sollte. Für jede Leuchte lassen sich auch der Leuchtentyp, die Leistung, das Dimmprofil, das Installationsdatum, der Status der Leuchte, Störungsmeldungen, der Zeitpunkt der letzten Wartung und die Zahl der Brennstunden anzeigen. So ist von der Zentrale aus auch erkennbar, wie viele der neuen Leuchten bereits am Netz sind.

Wo es nach dem Austausch zu hell oder zu dunkel sein sollte, kann noch nachjustiert werden. „Wir werden die Beleuchtung nach Rücksprache mit der Stadt Monschau noch bedarfsgerecht anpassen, um das Optimum herauszuholen“, erklärt Klöfkorn.

Rückmeldungen der Bürger sind bei der Regionetz bislang noch nicht eingegangen. In anderen Kommunen wie der Gemeinde Simmerath, wo der Austausch bereits im Jahr 2017 erfolgte, habe es auch nur wenige Reaktionen gegeben. „Wenn man nichts hört, ist meistens alles in Ordnung“, sagt Klöfkorn.

In Simmerath wurden damals 2637 Straßenlampen umgerüstet. Im ersten Jahr (2018) betrug die Einsparung beim Stromverbrauch 586.677 Kilowattstunden oder 63,1 Prozent. Die Einsparung bei den Stromkosten lag bei 92.386,24 Euro oder 55,1 Prozent. Die Umstellung auf LED kostete in der Gemeinde Simmerath rund 1,4 Millionen Euro. Das Ganze soll sich in etwa 14 Jahren bezahlt machen. Da die Einsparung im Jahr 2018 aber deutlich über den seinerzeit kalkulierten Werten liegt, dürfte das wohl noch eher der Fall sein.

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