Simmerath: Der Aufschwung erreicht den Simmerather Gemeindewald

Simmerath: Der Aufschwung erreicht den Simmerather Gemeindewald

Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich auch im dunklen Wald bemerkbar: Gut 82.000 Euro soll der Simmerather Gemeindewald im kommenden Jahr in den maroden Gesamthaushalt spülen. Einstimmig wurde der Forstwirtschaftplan 2011 am Dienstagabend vom Simmerather Umweltschutz-, Forst und Agrarausschuss verabschiedet und dem Rat empfohlen.

593.160 Euro an Erträgen sieht der nun vorgelegte Entwurf alleine bei Hozverkaufserlösen und Nebennutzungen vor. Grundlage für die Ermittlung der Holzverkaufserlöse ist der im Hauungsplan vorgesehene Holzeinschlag in einer Größenordnung von insgesamt 9534 Festmetern (fm). Damit bleibt man nicht nur unter dem Vorjahreseinschlag (10.462 Festmeter), sondern auch unter dem Höchsthiebsatz (10.914), so dass der Grundsatz der Nachhaltigkeit eingehalten bleibt.

Dass sich der Ertrag aus Holzverkaufserlösen trotz geringeren Einschlags gegenüber 2010 um mehr als 100.000 Euro erhöhen wird, liegt am Wirtschaftsaufschwung, der auch auf dem Holzmarkt spürbar ist. „Aufgrund der aktuellen Marktlage konnte gegenüber den Abschlüssen für 2010 ein deutlich besserer Holzpreis bei Stammholz erzielt werden”, freut sich Gemeindeförster Dietmar Wunderlich über „eine große Menge bereits abgeschlossener Holzkaufverträge für 2011”. 81 Euro gegenüber 61 Euro im laufenden Jahr konnten dafür im Schnitt ausgehandelt werden; auch der Langholzpreis (von 46 auf 64 Euro/fm) und der Preis für minderwertiges K-Holz (von 27 auf 34 Euro) haben angezogen.

Ein weiterer sechsstelliger Posten auf der Einnahmeseite ist die Jagdpacht in Höhe von 105.000 Euro, was Siegfried Lauscher (SPD) zu der Bemerkung veranlasste: „Ohne die Jagdpacht hätten wir im Gemeindewald ein Minus von 20.000 Euro.”

Diese Rechnung mochte Dietmar Wunderlich aber so nicht stehen lassen, denn letztlich sei die Jagdpacht auch ein Ausgleich für geleistete Maßnahmen im Gemeindewald. Dennoch war die Freude über den Gewinn im Forst bei den Sozialdemokraten eher verhalten, werde doch jetzt deutlich, „dass es ein Fehler war, Gemeindewald für 1,3 Millionen Euro zu verkaufen, die inzwischen im allgemeinen Haushalt „verflossen” seien, wie Lauscher formulierte.

Für CDU-Sprecher Sascha Schlepütz war dagegen beim Forstwirtschaftsplan - frei nach Altkanzler Kohl - „wichtig, was hinten rauskommt”, und das sei gerade bei der schwierigen Haushaltslage der Gemeinde überaus erfreulich.

Auf der Ausgabenseite stellen die Personalkosten mit fast 500.000 Euro den größten Posten dar, jeweils rund 30.000 Euro werden aufgewendet für den Wegebau, die Bestandesbegründung und die Holzernte. In der Kalkulation für 2011 stehen somit Ausgaben von 640.690 Euro und Investitionen in Höhe von 11.000 Euro für Maschinen Einnahmen von 722.750 Euro gegenüber.

Die Kalkulation für 2010 erwartet einen Überschuss von 23.460 Euro, das vorläufige Ergebnis für 2009 erwartet mit 92.463,60 Euro ebenfalls einen satten Gewinn im Simmerather Gemeindeforst.

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