Monschau: Dauerbaustelle Burgring: Zwei Jahre wird gebaut

Monschau : Dauerbaustelle Burgring: Zwei Jahre wird gebaut

Der leicht hartnäckige Eifelwinter störte noch kurz den Zeitplan, aber dann fiel doch der Startschuss für den Baubeginn auf der Umgehungsstraße Monschau. Die Dauerbaustelle Burgring wird die Bürger nun zwei Jahre lang begleiten. Die Behinderungen werden dabei von unterschiedlicher Intensität sein.

Derzeit sind auf dem Burgring zwar gleich zwei Bauampeln installiert, aber wegen des mäßigen Verkehrsaufkommens sind die Wartezeiten für die Autofahrer überschaubar. Mit dem Beginn der Naherholungssaison dürfte sich dieses Bild aber ändern.

Bereits ab Mitte Oktober 2014 läuft die Maßnahme, doch bisher wurde davon nur tageweise der Verkehrsfluss berührt. Das ändert sich jetzt. Auf einer Länge von zwei Kilometern, vom Kreisverkehr Flora bis zum Biesweg, wird die Fahrbahndecke komplett saniert und die bislang lückenhafte Entwässerung komplett erneuert.

Die 10,5 Millionen Euro teure Maßnahme auf der B 258 wird durch den Bund finanziert.

Was die Beteiligten konkret erwartet, hatte das Team des Landesbetriebs Straßenbau im Rahmen einer Bürgerinformation bereits im Herbst erläutert. Während der zweijährigen Bauphase ist im Rathaus Monschau eigens ein Büro für die Bauleitung eingerichtet.

Die Notwendigkeit der umfangreichen Sanierung erläuterte am Mittwoch vor Ort noch einmal Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau. Selbst dem ungeübten Auge des Laien verschließt sich nicht, dass Handlungsbedarf gegeben ist. Der Straßenbaulastträger plant bereits seit vier Jahren die Maßnahme. Absenkungen zentimeterbreite Risse und Ausbrüche sind nicht zu übersehen. Besonders deutlich werden die Schäden am Radweg, der langsam aber sicher talseitig wegkippt. Der Aussichtspunkt „Kaiserblick“ ist bereits seit längerer Zeit gesperrt, da er sich ebenfalls in Abwärts-Bewegung befindet. Der beliebte Foto-Ausblick wird komplett abgetragen und neu aufgebaut.

Die Entwässerung soll ebenfalls nicht mehr dem Zufall überlassen werden, sondern über eine neue Sammelleitung zu beiden neuen Absetzbecken mit Schlammfang und Ölabscheider an der Laufenstraße und am Biesweg (der Wohnmobil-Parkplatz bleibt in vollem Umfang erhalten) geführt werden. Eine Kanalleitung für Oberflächenwasser liegt zwar teilweise entlang des Burgrings, aber sie erfüllt nur bedingt ihre Aufgabe, weil bei starkem Regen der Kanal immer wieder talseitig abschlägt.

15 Kilometer Bohrlöcher

Auf den beiden derzeit zwei etwa 500 Meter langen Bauabschnitten wird ab nächste Woche mit der Errichtung einer aufwändigen Stützkonstruktion begonnen, die bisher nur partiell vorhanden ist . Zusammengerechnet sind etwa 15 Kilometer Bohrlöcher erforderlich, um die Fahrbahn zu stabilisieren.

Daher wird auf über der Hälfte des zwei Kilometer langen Abschnittes der Rad/Gehweg abgebaggert. Anschließend werden 10 Meter tiefe Löcher gebohrt, die mindestens drei Meter tief in den vorhandenen Felsschiefer eindringen müssen. Dann werden in den Bohrlöchern Stahlstangen mit Zementleim verpresst. Auf diesen Stahlankern sitzt später der Randbalken aus Stahlbeton, der zur Talseite hin teilweise mit Naturstein verblendet wird.

Die Verkehrsbehinderungen sollen dennoch so gering wie möglich gehalten werden. Während des Weihnachtsmarktes soll der Burgring zweispurig befahrbar sein, und auch zur Monschau-Klassik sollen die Belastungen möglichst gering gehalten werden. Ohne Vollsperrung aber wird es dennoch nicht gehen. Während der 14-tägigen Osterferien ist diese einschneidende Maßnahme ab 30. März erforderlich. Weiterhin wird es beim Deckeneinbau an vier bis fünf Wochenenden ebenfalls zu Vollsperrungen kommen wie auch an einzelnen Tagen zwischen acht und 11 Uhr, wenn Beton eingebaut wird.

(P. St.)
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