Roetgen: Das Ziel: „Roetgen behutsam entwickeln“

Roetgen : Das Ziel: „Roetgen behutsam entwickeln“

Für mächtig Wirbel hat in den zurückliegenden Monaten der neue Regionalplan in der Gemeinde Roetgen gesorgt. Bis zum Jahr 2020 hätte die Bezirksregierung Köln gerne die Stellungnahmen der Kommunen zum Vorentwurf des Plans auf dem Tisch liegen. Die Schwerpunkte bei der künftigen Siedlungsentwicklung sollen im Regionalplan verankert werden. Bedarfsorientierte Änderungen sind aber immer noch möglich.

Für Aufregung in Roetgen hatten Überlegungen gesorgt, dass einige Bereiche am Ortsrand, etwa In den Segeln und Pappelallee, auf der Grundlage eines RWTH-Gutachtens zur Roetgener Siedlungsentwicklungs als mögliche Bauflächen in Betracht gezogen worden waren.

Da die Diskussion weiter anhält, obwohl sich das Verfahren noch im Frühstadium und noch lange nicht in der Entscheidungsphase befindet, sieht sich die CDU-Fraktion des Roetgener Gemeinderates veranlasst, beruhigend auf die Situation einzuwirken. „Unser Ziel ist es, nach wie vor eine behutsame Entwicklung der Gemeinde Roetgen von innen nach außen vorzunehmen,“ betonen Fraktionssprecher Michael Seidel sowie Ronald Borning und Stephan Speitkamp im Pressegespräch. Diese Linie verfolge man bereits seit 20 Jahren, sagt Borning, der zum Beweis ein früheres CDU-Parteiprogramm aufblättert.

Im Gestaltgutachten der RWTH Aachen seien „einige kritische Bereiche“ am Ortsrand genannt worden. Diese Überlegungen, betonen die CDU-Vertreter, aber seien noch längst keine Richtungsentscheidung. Es sei nicht geplant, die genannten Bereiche zum jetzigen Zeitpunkt bereits als Baugebiete festzulegen. „Das ruft nur Spekulanten auf den Plan“, sagt Stephan Speitkamp.

Andererseits solle man sich aber zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht auf die Beibehaltung von Grünbereichen festlegen, die jegliche Entwicklung verhindern würden. „Das wäre dann das andere Extrem“, sagen die CDU-Vertreter, die auf Kontinuität bei der Fortsetzung des bisherigen Weges setzen.

„Wir müssen auch in der Flächengemeinde Roetgen dazu übergehen, das Wohnraumangebot differenzierter zu sehen“, fordert Ronald Borning. Der aktuellen Entwicklung in der Gesellschaft hin zu Mehrfamilienhäusern und größeren Wohnkomplexen müsse man auch in Roetgen Rechnung tragen. „Sonst ziehen die Leute weg.“

Blockadeverhalten einiger Fraktionen

Themen im Gutachten waren auch eine Gestaltungssatzung, eine Erhaltungssatzung und eine Baumschutzsatzung für Roetgen. Auch in diesen Punkten warnt die CDU vor einer starren Umsetzung. „Das sind schöne Gedanken“, sagt Stephan Speitkamp ohne jegliche Euphorie. Solche Satzungen dürften nicht zu Einschränkungen bei den Bürgern führen. Der Bürger müsse weiter über Entscheidungsfreiheit im privaten Raum verfügen. „Das müssen wir respektieren“, fordert Speitkamp. „Wir können allenfalls Empfehlungen aussprechen, sonst ist der Weg bis zur Enteignung nicht mehr weit.“

Auf Kritik stößt bei der Roetgener CDU auch das Blockadeverhalten einiger Fraktionen bei der Ausweisung weiterer Gewerbeflächen. Gerade Roetgen könne die Chance nutzen, am in der Städteregion Aachen vorhandenen Potenzial teilzuhaben. „Wenn wir das nicht machen, dann machen es andere“, warnt Michael Seidel vor einer „verfehlten Zukunftspolitik“.

Konkret im Blick haben CDU-Vertreter dabei die rund 20.000 Quadratmeter umfassende Freifläche an der Bundesstraße 258 gegenüber dem jetzigen Gewerbegebiet. „Diese Chance müssen wir nutzen; ansonsten gibt es in Roetgen nicht mehr viele Möglichkeiten, um Gewerbe anzusiedeln“, sagt Stephan Speitkamp.

(P. St.)