Nordeifel: Das war der Sommer 2018 in der Eifel

Nordeifel : Das war der Sommer 2018 in der Eifel

Ungewöhnlich hohe Temperaturen mit teilwesie über 30 Grad und kaum Regen — das sorgte in diesem Sommer nicht nur für volle Cafés und Freibäder in der Nordeifel, sondern auch für Probleme in den heimischen Gärten und der Landwirtschaft. Manch einer kämpft mit den Folgen, für andere war es der beste Sommer seit Jahren.

„Aufgrund des sehr guten Wetters können wir auch eine sehr gute Bilanz ziehen“, sagt Cornelia Freuen, Geschäftsstellenleiterin Nationalpark-Tor Rurberg. Im Rursee-Bereich habe man monatelang eine sehr starke Belegung der Unterkünfte gehabt.

Für die Landwirte waren die heißen Wochen mehr Fluch als Segen. Viele Bauern mussten bereits auf das Winterfutter für ihr Vieh zurückgreifen, manch einer brachte seine Kühe schon früher zum Schlachter. Foto: Andreas Gabbert

Das hohe Besucheraufkommen ziehe sich auch jetzt noch bis in den Herbst. „Es kommen immer noch viele Wanderer und Fahrradfahrer, denen es vorher zu heiß war, und Besucher, die nicht an die Ferien gebunden sind“, sagt Freuen. Im Frühling habe der Tourismus noch ein wenig geschwächelt, aber mit Sommerbeginn habe er ganz stark losgelegt. Probleme mit zu niedrigem Wasserstand habe man am Rursee nicht gehabt. „Zwar hatten wir auch weniger Wasser als sonst, aber es hat immer noch für Schifffahrten und Wassersport gereicht“, erklärt Freuen.

Auch wenn das Besucher- und Übernachtungsaufkommen in der Eifel generell durch die hohen Temperaturen gestiegen ist, gab es in der Monschauer Altstadt auch Einbußen hinsichtlich des Tagestourismus. Foto: Anke Capellmann

Auch Astrid Joraschky, Geschäftsführerin der Rursee-Touristik, ist sichtlich mit dem Saisonverlauf am Rursee zufrieden. „Es war ein starker und besucherreicher Sommer, was sowohl die Tages- als auch die Übernachtungsgäste betrifft. Die Bettenauslastung war über Monate hoch“, sagt Joraschky. „Außerordentlich beliebt waren auch Wanderungen in Kombination mit der Schifffahrt“, berichtet sie.

Trotz der Trockenheit war der Wassersport bei guter Wasserqualität den ganzen Sommer über möglich. „Es wurden viele Wassersportplaketten für das Befahren mit dem eigenen Segelboot, Kanu und Co verkauft.“

Auch die Badestellen am Eiserbachsee, das Naturerlebnisbad Einruhr, die Woffelsbacher Bucht und Eschauel waren magnetische Anziehungspunkte für die Besucher. Dominik Irlenbusch, Geschäftsführer des Erlebnisbads Einruhr, spricht von einem „absoluten Rekordjahr“. „Wir hatten 20 bis 30 Prozent mehr Gäste als sonst und sind sehr zufrieden“, sagt er.

Saison läuft noch

Zufrieden ist auch die Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmen (AMU). Nach der persönlichen Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Werner Krickel ist das Tourismusgeschäft sehr gut verlaufen. Details müsse man noch abwarten, schließlich ziehe die Monschauer Kirmes noch einmal viele Besucher in die Altstadt und der Sommer sei noch nicht ganz vorbei. „Insgesamt hat es aber sehr viele Leute nach Monschau gezogen, nicht nur in die Altstadt.

Viele Ferienwohnungen waren hervorragend belegt und sind es immer noch“, sagt Krickel. Er rechne damit, dass die Saison noch bis zum Ende der Herbstferien sehr gut weiterlaufen werde. „Die heißen Temperaturen trugen dazu bei, dass man auch noch bis Mitternacht am Altstadtmarkt sitzen konnte, ohne dicke Jacken und Decken, was sonst so nicht möglich ist“, berichtet der Vorstandsvorsitzende.

Über das sonnige Wetter in den Sommermonaten freut sich auch Barbara Frohnhoff, Geschäftsstellenleiterin der Monschau-Touristik. „Vor allem die Außengastronomie war bis in die Abendstunden so gut besucht wie lange nicht. Besucherrekorde erreichten die vier Monschauer Filmnächte, bei denen auf dem Marktplatz kein Stuhl freigeblieben war“, sagt sie.

Im Bezug auf den Tagestourismus habe es aber vor allem in der Monschauer Altstadt auch einige Einbußen im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Die Gäste hätten sich bei der Hitze an vielen Tagen weniger für die Altstadt oder Wander- und Radtouren interessiert, sondern für Freibäder der Region und andere Angebote im und am Wasser.

Volle Betten

Auch in Monschau seien die Ferienwohnungen zu den Ferienzeiten gut gebucht gewesen. „Volle Betten in den Hotels und Pensionen gab es auch dieses Jahr wieder im August, zuerst durch den Monschau Marathon und später auch das Monschau-Festival, dessen Gäste ihren Besuch der Konzerte oftmals mit einem langen Wochenende oder Kurzurlaub verbunden haben“, sagt Frohnhoff.

Die Eifeler Landwirte kämpfen indes immer noch mit den Folgen des Sommers. „Viele Landwirte mussten auf das Winterfutter zurückgreifen oder teuer einkaufen“, sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Die langanhaltende Trockenheit habe auch dazu geführt, dass manche Landwirte ihre Kühe früher zum Schlachter gebracht hätten.

„Durch die Dürre sind deutliche Schäden entstanden. Und die Landwirte werden auch noch lange mit den Folgen zu kämpfen haben. Neues Gras wächst schließlich nicht von einem auf den anderen Tag“, erklärt Rüb.

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