Monschau: Das letzte Kapitel ist bald zu Ende: Die Elwin-Christoffel-Realschule schließt

Monschau : Das letzte Kapitel ist bald zu Ende: Die Elwin-Christoffel-Realschule schließt

Die Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau schließt am 30. Juni 2018 für immer ihre Türen. Die große Schulgemeinschaft ist inzwischen zu einer kleinen Schulfamilie geworden. Jetzt sind es noch 59 Schüler, die von vier Lehrern und zwei zusätzlichen Kräften unterrichtet werden. Zeitweise wurden bis zu 550 Schüler von rund 30 Lehrern unterrichtet.

Als Peter Groten aus Raeren im Jahr 2004 die Leitung der Schule im kleinen Laufenbachtal übernahm, hatte er nicht damit gerechnet, dass die Schule am Ende seiner Amtszeit geschlossen würde. Der 30. Juni ist für ihn gleichzeitig auch der letzte Arbeitstag, am 1. Juli geht er in Pension.

Rund 520 Schüler besuchten damals die Schule, und die Klassen waren dreizügig. „Ich habe mich auf eine Schule mit Zukunft gefreut“, sagt Groten. Kurz nachdem das 50-jährige Bestehen der Schule gefeiert wurde, hätten die Alarmglocken geläutet, „ausgelöst durch die fehlende Akzeptanz der Hauptschule und die Gründung der Sekundarschule“, sagt der 63-Jährige. Das habe dann zur Schließung von fünf Schulen geführt: der Realschule und der Hauptschule in Hürtgenwald, der Hauptschule Simmerath sowie der Hauptschule Monschau-Roetgen und eben der Elwin-Christoffel-Realschule.

„Man weiß auch als Schulleiter nicht, was dann auf einen zukommt“, sagt Peter Groten rückblickend. Als die Schließung der Schule feststand, habe es jedes Jahr Perspektivgespräche mit den Lehrern gegeben. „Eine langfristige Planung war nötig, damit die Zufriedenheit bis zum Schluss erhalten bleibt“, erklärt Groten. „Es musste garantiert sein, dass die Letzten keine schlechteren Chancen haben als die Ersten. Deshalb musste jedes Jahr neu überlegt werden“, sagt Groten.

Je kleiner das Kollegium geworden sei, desto besser seien der Zusammenhalt und der Austausch gewesen. Jeder habe für jeden einspringen müssen. Außerdem sei er froh, sein Versprechen einhalten zu können, dass der Lehrplan eingehalten werde. „Alles ist gesichert, und die Sorge, dass die Letzten die Hunde beißen, ist unbegründet“, sagt der Schulleiter, der in den vergangenen Jahren auch die Realschule in Hürtgenwald geleitet hat.

Schöne Erinerrungen

Für Lehrer und Schüler sei es aber in den vergangenen Jahren und Monaten gewöhnungsbedürftig gewesen, dass auf dem Schulhof immer weniger los war und immer mehr Räume in dem Gebäude leer standen. Ohne die Schüler der Hauptschule, die seit dem Jahr 2015 ebenfalls im Gebäude der Elwin-Christoffel-Realschule untergebracht sind, wäre wohl noch weniger los gewesen.

Diese auslaufende Schule besuchen zurzeit noch circa 22 Schüler. An der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen-Simmerath besteht das Kollegium noch aus fünf Lehrern und einem Lehrer für den gemeinsamen Unterricht, die durch die Mitarbeiter der Verwaltung unterstützt werden. „Das hat gut funktioniert. Die Ausnahmesituation hat uns zusammenschweißt“, sagt Groten. Große Teile des Gebäudes wurden inzwischen für Schulungszwecke vom Deutschen Roten Kreuz angemietet.

Seine schönsten Erinnerungen hat Peter Groten an die Feier des 50-jährigen Bestehens („Das war ein großes schönes Schulfest“) und an diverse Abschlussfeiern. Wenn er im Sommer in Pension geht, will er viel reisen, für seine Enkelkinder da sein und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Vermissen wird er die tägliche Fahrt von Raeren nach Monschau. „Zur Schule zu fahren war für mich als Naturliebhaber wie in Urlaub zu fahren. Es war ein Glück für mich, dort zu arbeiten. Das wird mir sehr fehlen. Auch die Spaziergänge in Schulnähe haben mir immer Kraft gegeben, über schwierige Situationen im Schulalltag hinwegzukommen“, sagt Groten.

In den kommenden Wochen und Monaten bis zur Schließung der Elwin-Christoffel-Realschule werden wir das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und begleiten.

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