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Denkmal mit langer Geschichte: Das Kreuz im Wiedevenn wurde renoviert

Denkmal mit langer Geschichte : Das Kreuz im Wiedevenn wurde renoviert

An der Einmündung der Lammeskreuzstraße in die Hauptstraße in Roetgen steht ein altes Wegekreuz mit einer langen Historie. Der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen hat es jetzt restaurieren lassen.

Wenn man die Roetgener Ortsmitte passiert, fällt einem vielleicht ein kleines Kreuz am Wegesrande auf, was an der Einmündung der Lammeskreuzstraße in die Hauptstraße zu finden ist. Seit Kurzem sieht es nicht mehr so vergammelt und unscheinbar aus, sondern erstrahlt in altem Glanz. Der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen (HeuGeVe) hat es restaurieren lassen. Ein Steinmetz hat es gesäubert, man erkennt, dass es einmal eine Inschrift trug, die aber – wenn überhaupt – nur schwer zu lesen ist. Dafür steht es jetzt auf einem Sockel, der neben einer Infotafel mit einer Erklärung der uralten Inschrift sowie einem Hinweis auf seine Geschichte, auch das Wappen des NRW-Denkmalschutzes trägt.

Für viele Roetgener war es das Lammerskreuz, das auch für die ganz Alten immer schon dort an der Lammerskreuzstraße gestanden hatte. Die überlieferte Beschriftung enthält die Jahreszahl 1684. Ursprünglich war es das Grabkreuz einer Roetgenerin vom uralten Konzener Pfarrfriedhof. Irgendwann kam es nach Roetgen, und der Rückblick in die alten Zeiten erzählt eine ganz neue, überraschende Geschichte.

Das „Lamertzkreutz“, der Ursprung für den heutigen Straßennamen, stand in Wirklichkeit seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in der Mitte der heutigen Straße, circa 100 Meter weiter östlich, die damals noch „Wiedenvennstraße“ hieß. Es erinnerte wahrscheinlich an einen Verstorbenen mit dem Namen Lambertz und war Bestandteil eines sogenannten Heiligenhäuschens. Nach mündlicher Überlieferung wurde dieses in den 1940er Jahren abgerissen.

Das heute noch erhaltene Kreuz an der Ecke Lammerskreuzstraße/ Hauptstraße war Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls Bestandteil eines Heiligenhäuschens, das als kleine Kapelle auf einem Hügel im „Wiedenvenn“ (auf Hochdeutsch Weidenvenn) stand. Diese kleine Kapelle mit einem Altar wurde nach der Überlieferung durch sogenannte „Bilderstürmer“ zerstört, aber von der katholischen Kirchengemeinde in Roetgen wieder hergerichtet. Das ebenfalls zerstörte Kreuz wurde durch ein altes Grabkreuz aus Konzen ersetzt. Als dann 1855 die heutige Hauptstraße bis zur Aachen-Trierer Landstraße (heutige B 258) gebaut wurde, war das Heiligenhäuschen im Weg und wurde abgerissen. Nur das alte Kreuz wurde an die Seite gesetzt und blieb bis heute erhalten.

Dort hat es dann circa 170 Jahre gestanden und die Zeiten überdauert. Erst in den 1980er Jahren fiel einigen Heimatforschern auf, dass die Kreuzinschrift immer unleserlicher wurde; man fertigte Fotos an, die dem Heimat- und Geschichtsverein Roetgen heute helfen, die Geschichte des Kreuzes zu beschreiben, das 1987 zum Denkmal wurde. Es war zwar ursprünglich einmal ein Grabkreuz, an der heutigen Stelle ist es aber ein Wegkreuz, und es steht immer noch am Rand der früheren Flur „Wiedenvenn“. Deshalb ist „Kreuz im Wiedevenn“ heute seine korrekte Bezeichnung.

(red)