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Spendenaktion der Tafel, des WDR und unserer Zeitung: Das größte Weihnachtszimmer der Eifel

Spendenaktion der Tafel, des WDR und unserer Zeitung : Das größte Weihnachtszimmer der Eifel

Welch ein Anblick: Hunderte von prall gefüllten Kisten, gefüllt mit den leckersten Sachen und liebevoll dekoriert, machten Imgenbroichs gute Stube, das Bürger-Casino, am Wochenanfang zum größten Weihnachtszimmer der Nordeifel.

Bereits zum zwölften Mal seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat sich die Monschauer Tafel in diesem Jahr an der großen Weihnachtskistenaktion der regionalen Tafeln, des WDR und unserer Zeitung beteiligt. Und wieder konnte Tafel-Leiter Georg Kaulen am Montagnachmittag stolz verkünden: „Wir können schon jetzt sagen, dass keine Bedarfsgemeinschaft, die bei uns registriert ist, leer ausgehen wird.“ Das ist bei über 600 Bedürftigen und rund 250 Bedarfsgemeinschaften im Bereich der Monschauer Tafel durchaus eine stolze Leistung und keine Selbstverständlichkeit.

„Andere Tafeln müssen genau hinsehen, wer eine Weihnachtskiste bekommt und wer nicht, weil weniger Kisten abgegeben werden als es Gemeinschaften gibt.“ Für Monschau geht Kaulen davon aus, „dass am Ende des Tages sogar wieder Kisten übrig bleiben, die man dann aber noch sinnvoll verteilen wird.

Und es schwingt ein bisschen Stolz auf die Eifeler Heimat und ihre Menschen mit, wenn Georg Kaulen sagt: „Wir haben hier von der ersten Aktion an immer genügend Spenden bekommen. Das ist schon Wahnsinn!“ Eine ganz besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang die Bischöfliche Monschauer Mädchenrealschule: Sage und schreibe 80 Kisten steuerten allein Schülerinnen, Lehrer und Familien von Sankt Ursula zur Aktion 2018 bei. Über 250 Kilogramm brachten die eigens mit einem Sprinter nach Imgenbroich gebrachten Spendenkisten auf die Waage.
Genau 332 Kisten waren dann am Montagabend, dem Abgabetag, auf den zwei Dutzend Tischen im großen Raum des Bürger-Casinos verteilt, bis Dienstagmittag erhöhte sich die Zahl durch einige Nachzügler noch auf rund 350. Jeweils acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel hatten die Kisten nicht nur entgegengenommen, sondern auch gleich durch einen Blick geprüft, für wen der Inhalt passend sein könnte.

„Wir schauen, ob es eine Kiste ist für ein Pärchen, für eine kleine oder größere Familie oder auch für jemanden, der allein lebt. Da haben wir mittlerweile eine gewisse Routine drin“, erläutert Georg Kaulen. Weihnachtskisten mit Kuscheltier oder Spielzeug beispielsweise sind, na klar, vom Spender immer für Familien mit Kindern gedacht. Und Kisten mit Schweinefleisch oder Alkohol sind nicht für gläubige Moslems geeignet.

Trotz der überwältigenden Zahl von Spenden behalten die Tafel-Mitarbeiter den Überblick über die randvollen, meist großen Kisten. „Anfangs brachten die Leute oft liebevoll gefüllte Schukartons – heute sind es meist Kisten in der Größe von Umzugskartons“, hat Georg Kaulen beobachtet.

Die Ausgabe der Weihnachtskisten erfolgte dann am Dienstag, dem regulären Ausgabetag der Monschauer Tafel, diesmal jedoch nicht im Himo, sondern im Casino. Der Termin war schon einige Wochen vorher in den Räumen der Tafel im Himo bekanntgemacht worden, hat aber bei den Menschen, die eine Berechtigung für den Einkauf bei der Tafel haben, auch einen festen Platz im Terminkalender. „Und viele Menschen, die aus Scham nicht regelmäßig zu den wöchentlichen Ausgabetagen erscheinen, nehmen zumindest die Weihnachtskiste mit großer Dankbarkeit an“, erklärt Georg Kaulen.

Und so werden auch in diesem Jahr an Heiligabend und an den folgenden Feiertagen viele Augen unter dem Weihnachtsbaum leuchten, weil Menschen aus der Eifel ihren Wohlstand mit anderen geteilt haben.

(hes)