Der Herbst eignet sich gut zur Vogelbeobachtung: Das Fernglas gehört immer zur Ausstattung

Der Herbst eignet sich gut zur Vogelbeobachtung : Das Fernglas gehört immer zur Ausstattung

Herbstzeit ist Zugzeit für viele Vogelarten. Wenn im Winter das Futter knapp wird oder gar nicht mehr vorhanden ist, weichen sie in den Süden aus. Ein großer Teil fliegt bis weit nach Afrika hinein, anderen reicht es, wenn sie bis in den Mittelmeerraum reisen.

Weitere Vögel aus Nordeuropa kommen in unsere Region und überwintern hier oder bleiben mindestens so lange, bis eine dichte Schneedecke das Auffinden von Nahrung unmöglich macht. So kann man denn in dieser Jahreszeit – September/Oktober – auch in unserer Heimat zahlreiche Vögel beobachten.

Hier soll berichtet werden, welche Vögel zum Beispiel Anfang Oktober innerhalb von zwei Stunden in der näheren Umgebung von Strauch beobachtet wurden. Spatzen waren zahlreich vertreten im Bereich der Kirche und um die Häuser in der näheren Umgebung der Kirche. Auf den umgelegten Toren am Sportplatz saßen Steinschmätzer und Rotschwänze und warteten auf Insekten, die sich am Boden oder in der Luft bewegten. Unter einer hohen Buchen suchten mehr als 150 Buchfinken Bucheckern, die von Traktoren platt gefahren waren. Dazwischen huschte auch der kleinere Feldsperling umher, eine Heckenbraunelle fand dieses Nahrungsangebot dort auch attraktiv. Am Rande von Hecken in Richtung Steckenborn suchten Misteldrosseln auf den Graswiesen nach Nahrung.

Jede Menge Singdrosseln wurden auf einer Wiese, auf der Kühe weideten, fündig, was Nahrung angeht. Auch ein größerer Schwarm Stare – schätzungsweise 500 Individuen – suchten auf den Weiden Nahrung, flogen auf, ließen sich nieder und flogen wieder rauschend davon. Auf einer Weide suchten ungefähr 20 Bachstelzen zwischen dem weidenden Vieh Nahrhaftes auf dem Durchzug. Ein Mäusebussard und zwei Turmfalken waren unterwegs auf der Suche nach Mäusen. Viele Ringeltauben finden auch jetzt in den Buchen mit der Bucheckernmast gute Nahrungsbedingungen. Kohlmeisen, Blaumeisen, Grünfinken und Amseln fehlen natürlich auch nicht in der Nähe von Gärten und Häusern.

Stieglitze rupften Samen von reifem Löwenzahn und Disteln. Nicht zu übersehen sind natürlich die vielen Elstern, von denen mindestens 15 gezählt wurden. Ungefähr die gleiche Anzahl von Krähen waren unterwegs auf den Weiden und suchten dort etwas, um ihren Hunger zu stillen. Am gleichen Tag wurde aus Witzerath gemeldet, dass sich dort auf einer Wiese 20 Silberreiher aufhielten. 24 Silberreiher wurden am vergangenen Sonntag bei Bickerath gezählt. Weitere Zugvögel, die von anderen Ornithologen beobachten wurden, waren Heide- und Feldlerchen, Rotmilane, Wiesenpieper, Ringdrosseln, Bergfinken, Rotdrosseln, eine Rohrweihe, ein Merlin.

Auch ein größerer Schwarm von 400 – 500 Kiebitze überflog in diesen Tagen das obere Kalltal in Richtung Südwesten. Ein weiterer Ornithologe registrierte im gleichen Gebiet mehr als 2000 Ringeltauben, die vor dem Winter in den Süden flohen. Wer also jetzt Zugvögel beobachten will, sollte sich ein Fernglas greifen und eine halbwegs offene Landschaft zum Beobachten aussuchen. Bei einer reinen Waldwanderung wird man keine Zugvögel beobachten können.