Einruhr: Das Dorf am See und seine Greta-Garbo-Bank

Einruhr : Das Dorf am See und seine Greta-Garbo-Bank

Siegbert Heup und sein Arbeitsteam vom Eifelverein Einruhr/Erkensruhr und dem Förderverein für Kultur- und Heimatpflege strahlten beim Fototermin mit Ortsvorsteher Christoph Poschen am instandgesetzten Objekt mit der Sonne um die Wette.

Ohne Zweifel besitzt dieses Objekt schon vom Namen her in der Eifel ein Alleinstellungsmerkmal, da schließlich kein Ort in der Region mit einer „Greta-Garbo-Bank“ aufwarten kann.

Die Bank, benannt nach Greta Garbo, der berühmten Hollywood-Ikone und Leinwandlegende mit schwedischen Wurzeln, steht vor dem Einruhrer Heilsteinhaus und umfasst aufgrund ihrer kreisrunden Form die dort stehende Linde. Heups Arbeitstruppe hat die originelle Sitzgelegenheit mit berühmtem Namen in den letzten Wochen instand gesetzt, wozu der Vorsitzende des Einruhrer Eifelvereins anmerkt: „Die Sitzhölzer und Rückenstützen mussten erneuert werden. Dafür wurde Lärchenholz verwendet, und Manfred Karbig hat die Hölzer dann in feiner Handarbeit bearbeitet.“

Zur Geschichte der Greta-Garbo-Bank erinnern sich Ortsvorsteher Christoph Poschen und Siegbert Heup, dass zunächst einmal die Linde 1989 vor dem Heilsteinhaus gepflanzt wurde. „Zwei oder drei Jahre später wurde dann um den Baum die Bank mit dem berühmten Namen errichtet,“ so Poschen. Natürlich haben die Einruhrer die Bank nicht aufgrund einer Schnapsidee nach der Filmschauspielerin benannt. Die Leinwanddiva hat zwar selbst das Dorf am See nie aufgesucht, „aber es ist sicher“, so Siegbert Heup, „dass ihre Stiefschwester Christel Schmitz in den Kriegszeiten 1942 und 1943 bei Franz Becker, dem ehemaligen Bürgermeister von Einruhr, als Feriengast logiert hat.“

Damit erklärt sich dann die Namensgebung der Greta-Garbo-Bank, die nun in neuem Glanz erstrahlt. Auch wenn man beim Fototermin natürlich nicht mit der vor 28 Jahren verstorbenen Schauspielerin aufwarten konnte, bestand Siegbert Heup darauf, dem Ganzen mit Karin Birkhoff von der Rurseetouristik eine weibliche Note zu geben. „Sie ist schließlich unsere gute Fee“, meinte er jovial lächelnd.

Fleißiger Arbeitstrupp

Die Arbeitstruppe von Heup (Gregor Breuer, Albin Cerovsek, Manfred Karbig, Helmut Logen, Klaus Heupt und Gottfried Kirch-Steffen) war in den letzten Wochen aber auch noch anderweitig im Ort überaus aktiv. „Da haben wir gut angepackt.“ Am Waldlehrpfad (Rundweg Obersee) hat man Wasserabläufe erstellt, damit der Weg auch bei schlechter Witterung mühelos und trockenen Fußes für Spaziergänger und Rollstuhlfahrer benutzt werden kann.

Ferner wurde die Anlage am Wassertretbecken oberhalb des Friedhofs auf Vordermann gebracht, und an verschiedenen Bänken und Aussichtspunkten schnitt man Sichtfenster frei. „Darüber hinaus haben wir am Erinnerungskreuz für die ehemaligen Bewohner von Pleushütte und Einruhr rund 200 Meter Buchenhecke sowie sechs Bäume geschnitten und Mäharbeiten durchgeführt,“ so Heup. Außerdem wurde am Kreuz nahe Schöne Aussicht („Eifelblick“) gewerkelt, von wo aus man eine wunderbare Aussicht auf Dedenborn und Einruhr hat.

In den nächsten Wochen will man sich mit pflegerischen Maßnahmen der Schutzhütte „Eichhardt“ beschäftigen, das Springkraut entlang des Obersees entfernen und an bestimmten Brücken und Gemarkungen Schilder aufstellen, um die Orientierung der Feriengäste zu verbessern sowie Namen in Erinnerung zu halten.

(ho)
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