Nordeifel: Coppa d‘Europa: Oldtimerrallye führt auch durch die Eifel

Nordeifel : Coppa d‘Europa: Oldtimerrallye führt auch durch die Eifel

Die internationale Oldtimerrallye Coppa d’Europa 2018 führte an drei Tagen von Maastricht/NL durch das Mergelland über Ostbelgien und Deutschland bis nach Budweis in Tschechien. Hierbei wurde bereits kurz nach dem Start bei Val Dieu die erste von insgesamt 13 Wertungsprüfungen absolviert.

Die Wertungsprüfungen bestanden bei dieser Rallye aus bis zu 20 Kilometer langen Strecken auf kleinen Nebenstraßen, auf denen eine exakte Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h zu fahren war. Dabei ist es die Aufgabe des Fahrers, eventuelle Zeitverluste an Kreuzungen, in Kurven, durch Gegenverkehr etc. wieder auszugleichen. Aufgabe des Beifahrers ist es, den Fahrer hierbei zu unterstützen und insbesondere den richtigen Weg zu bestimmen.

Dies ist oft sehr schwierig, weil die Kartenaufgaben erst bei der Abfahrt in einem Bordbuch überreicht werden und somit während der Fahrt zu lösen sind. Die Einhaltung der richtigen Durchschnittsgeschwindigkeit wurde an geheimen Kontrollstellen überprüft. Es geht also nicht um hohe Geschwindigkeiten oder schnelles Fahren, sondern um das exakte Einhalten der 50 km/h und darum, gleichzeitig den richtigen Weg zu finden.

Auf dem Parkplatz am Ortseingang von Rohren fand dann die erste der vorher bekannten Zeitkontrollen statt, hier mussten die Fahrzeuge im Minutenabstand vorfahren. Da die Strecke am Hohen Venn bei starkem Schneefall über kleine noch nicht geräumte Wege führte, erreichten einige Fahrzeuge diese Zeitkontrolle schon mit Verspätung. Neben der schwierigen Straßensituation kämpften die Teilnehmer zusätzlich noch mit ständig beschlagenen Scheiben, da die Heizungs- und Lüftungsanlagen in den alten Fahrzeugen dem heutigen Standard nicht entsprechen, an Klimaanlagen ist gar nicht zu denken.

An belebten Skipisten vorbei

Die erste Pause wurde am Nürburgring gemacht, Tagesziel war nach über 470 Kilometern in Weinheim bei Heidelberg. Am zweiten Tag fand die Mittagspause in Rothenburg ob der Tauber statt. Am dritten Tag ging es durch den Bayrischen Wald auf über 1000 Meter Höhe an belebten Skipisten vorbei nach Tschechien hinein. Im Böhmerwald ging es über kleinste, vielfach wieder schneebedeckte und teilweise vereiste Waldstraßen, bei denen das ganze Können der Fahrer gefordert war. Nach 420 Kilometern wurde das Tages- und Gesamtziel in Budweis erreicht.

Bei diesen Strapazen verwundert es nicht, dass auch Fahrzeuge wegen technischer Probleme ausfielen. Ein Fahrzeug war sogar in einer vereisten Kurve in den tief verschneiten Graben gerutscht, es konnte aber mit der Hilfe eines Traktorfahrers herausgezogen werden. Das Team konnte so ohne Schäden am Fahrzeug wieder weiterfahren. Das sonst nichts passiert ist, beweist die Umsichtigkeit der Fahrer im Umgang mit ihren Oldtimern.

Insgesamt nahmen rund 90 Fahrzeuge teil, die auf den überwiegend kleinen Nebenstrecken in drei Tagen rund 1350 Kilometer zurücklegen mussten. Bei einem Schnitt von 50 km/h entspricht dies einer Fahrzeit von 27 Stunden, für Fahrer und Beifahrer. Aber auch für die alten Fahrzeuge war es eine echte Herausforderung. Das Teilnehmerfeld war von Norwegen bis zur Schweiz international besetzt, aber auch aus Ostbelgien und der Euregio nahmen mehrere Personen an der Rallye teil.

Das älteste Fahrzeug, ein Triumph TR 2 aus dem Jahr 1952 wurde von einem englischen Team gefahren. Gesamtsieger wurde das deutsche Team Oliver Nusser / Jens Jansen mit einem Porsche 911T, aber auch die Teilnehmer aus der Euregio und Ostbelgien haben sich bestens bewährt. Weitere Infos gibt es unter www.euregio-classic-cup.de sowie unter www.coppa-europa.org.