Rohren: CDU-Stadtverband: Optimistisch statt überheblich ins Wahljahr

Rohren: CDU-Stadtverband: Optimistisch statt überheblich ins Wahljahr

„Wir sind gut aufgestellt, haben für die anstehenden Wahlen gute Leute und gute Programme. Aber wir dürfen uns unserer Sache nicht zu sicher sein und müssen die Augen und Ohren für die Probleme der Menschen offen halten“, sagte der alte und neue Vorsitzende der Monschauer CDU, Alexander Lenders, vor rund 60 Parteifreunden am Donnerstagabend im Rohrener Saal Hermanns.

Auf dem zweiten Parteitag binnen weniger Wochen — beim ersten in Mützenich hatte man die Ratskandidatinnen und -kandidaten nominiert — galt es, den Stadtverbands-Vorstand neu aufzustellen und die Delegierten für die Städteregions-Vertreterversammlung der CDU Aachen-Stadt und -Land zu wählen.

19 Vertreter und ebenso viele Ersatzdelegierte wurden von den 61 Stimmberechtigten bestimmt; die Abgesandten wählen am 7. März den Kandidaten der Union für das Amt des Städteregionsrates bei der Kommunalwahl am 25. Mai. Wer dieser Kandidat sein wird, dies steht schon länger fest und war „eine positive Überraschung für uns alle“, begrüßte Alexander Lenders die erneute Kandidatur von Helmut Etschenberg.

Lenders nannte „zwei wesentliche Gründe“, warum der Amtsinhaber seine Arbeit nach dem 25. Mai fortsetzen müsse: „Er hat die angestrebten zehn Prozent Ausgabeneinsparung der Städteregion gegenüber dem Kreis Aachen durch Synergieeffekte sogar noch übertroffen. Und er macht gemeindefreundliche Verwaltungspolitik, die Rücklagen einsetzt, um die Städteregionsumlage nicht erhöhen zu müssen“, lobte der Monschauer CDU-Chef.

Gleichwohl übte Alexander Lenders auch verhalten Kritik an der neuen Gebietskörperschaft: „Das Zusammenwachsen von Stadt und Kreis wird noch einige Jahre dauern: dafür war der Anfang einfach zu holprig“, sagte Lenders und sieht den städteregionalen Gedanken — „gemeinsam geht es besser“ — insbesondere in Teilen der Stadt Aachen noch nicht angekommen: „Wenn ich das rücksichtslose Vorgehen der zuständigen Dezernentin beim Windpark Münsterwald oder auch beim Thema Ausbau Monschauer Straße sehe, macht mich das schon sehr betroffen“, sprach der CDU-Vorsitzende von „unerträglicher Arroganz“ und schloss dabei ausdrücklich seinen Parteikollegen, OB Marcel Philipp aus.

Lob verteilte Stadtverbandsvorsitzender Lenders auch für die Monschauer Bürgermeisterin. „Sie hat die Fähigkeit, einerseits zu sparen und Strukturen zu verschlanken, andererseits aber auch die notwendigen Entwicklungen voran zu treiben. Ihr gelingt da etwas, was nur sehr wenige können“, sagte Lenders und zeigte Verständnis, dass es bisweilen auch Kritik gebe — „so wie überall im politischen Leben“.

Keiner könne Ritter jedoch die Kompetenz absprechen, zeigte sich der Stadtverbandsvorsitzende überzeugt, dass die Amtsinhaberin „im Mai im ersten Wahlgang wiedergewählt wird“. Zumal „weit und breit kein Herausforderer für Margareta Ritter zu sehen“ sei, jedenfalls nicht vom Hauptgegner, fragte sich Lenders: „Wo ist eigentlich die SPD? Sie scheint verschollen...“

Nicht verschollen, sondern lediglich ins zweite Glied des Stadtverbandes zurückgetreten sind am Donnerstag einige Vorstandsmitglieder, denen vom Vorstand und vom Kreisvorsitzenden Axel Wirtz herzlich für ihre Arbeit gedankt wurde und die durch neue, teils junge Aktivposten ersetzt wurden (siehe Box).

(hes)