Nordeifel: Burkhard Herpers: Freude an der Verkündigung des Wortes

Nordeifel: Burkhard Herpers: Freude an der Verkündigung des Wortes

Zur Kirche hatte Burkhard Herpers schon immer eine besonders innige Beziehung. Er kann sich noch gut an Urlaubsreisen erinnern, wo er als Kind die Familie häufiger mit dem Wunsch überraschte, Kirchengebäude zu besuchen und bestaunen. Heute ist Burkhard Herpers 45 Jahre alt, als Heilpraktiker in Rollesbroich tätig, aber das Charisma der Kirche übt nach wie vor eine ungebrochene Faszination auf ihn aus.

Am Samstag, 2. Februar 2013, beginnt ganz offiziell ein neuer Lebensabschnitt für Burkhard Herpers. Während des Gottesdienstes im evangelischen Gemeindehaus Lammersdorf (Beginn 18.30 Uhr) wird er als Prädikant der evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land ordiniert. Diese Bestellung, die von Superintendent Hans-Peter Bruckhoff vollzogen wird, ist mit der Übernahme weiterer Aufgaben in den evangelischen Gemeinden Monschau, Simmerath und Roetgen verbunden, die insgesamt 4400 Glieder zählt.

Der Dienst des Prädikanten in der evangelischen Kirche im Rheinland, ist im Kirchengesetz klar definiert. Er ist zwar als Laie ehrenamtlich tätig, erfüllt aber inhaltlich die gleichen Aufgaben wie die Pastöre und Pastorinnen, erläuterte Pfarrer Volker Böhm (42), der gemeinsam mit Pfarrer Jens-Peter Bentzin (Monschau) und Wolfgang Köhne (Roetgen) hauptamtlich für die drei Pfarrbezirke in der Nordeifel zuständig ist.

In der Praxis bedeutet die Ordinierung, dass Burkhard Herpers künftig sowohl bei der öffentlichen Wortverkündigung wie auch bei der Sakramentsverwaltung im Einsatz ist. Hier zeigt sich auch ein gravierender Unterschied zum Amtsverständnis der katholischen Kirche. „Wir glauben, dass alle Menschen aus unserer Kirchengemeinde dieses Amt ausüben können“, erläutert Volker Böhm.

Während die katholische Kirche ganz klar gewisse Amtshandlungen allein den geweihten Priestern vorbehalte, gebe es diese Unterscheidung in der evangelischen Kirche nicht. Neben Michael Flick aus Monschau verfügt die evangelische Kirchengemeinde Monschauer Land jetzt mit Burkhard Herpers über einen zweiten Prädikanten. Die Kirche erhält mit Burkhard Herpers zwar konkrete Verstärkung, doch man sei derzeit in der Nordeifel personell so gut aufgestellt, dass es noch keiner Entlastung bedürfe, freut sich Volker Böhm, der daher das inhaltliche Wirken der Prädikanten in den Vordergrund rückt.

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Bibelwort ist auch für Burkhard Herpers der entscheidende Punkt: „Gottesdienst und Verkündigung haben mir schon immer Freude gemacht“, sagt der Neu-Prädikant, dem es ein Anliegen ist, intensiver in die seelsorgerische Arbeit vor Ort einzusteigen. Er habe schon immer den Wunsch verspürt, über Gottes Verkündigung zu sprechen, und das Schöne an seiner Aufgabe sei, „dass ich einem Bibeltext eine persönliche Wertung und Interpretation geben kann“.

Auf seine neue Aufgabe wurde Burkhard Herpers über einen Zeitraum von drei Jahren durch Seminare und theologische Schulungen intensiv vorbereitet; bei Taufen und Abendmahl-Gottesdiensten hat er vor seiner offiziellen Bestellung bereits erste Erfahrungen gesammelt.

Einen kleinen Baustein möchte er auch dazulegen, um die Ökumene in der Eifel zu verbessern. Auch Volker Böhm sieht in diesem Punkt noch Ausbau-Potenzial. Man müsse bedenken, dass in den Dekanaten Monschau und Simmerath vor einigen Jahrzehnten noch rund 20 katholische Priester zur Verfügung gestanden hätten; jetzt seien es, wie auch bei der evangelischen Kirche, noch je zwei Pastöre.

Zum Thema Annäherung der beiden Kirchen konnte Burkhard Herpers einen durchaus persönlichen Beitrag liefern: Erst vor sechs Jahren wechselte er zur evangelischen Kirchengemeinde; vorher gehörte er zur katholischen Kirche — unter anderem als Wortgottesdienstleiter in Rollesbroich.

(P. St.)