Roetgen/Berlin: Bundespolitik soll Münsterwald vor dem Windpark schützen

Roetgen/Berlin: Bundespolitik soll Münsterwald vor dem Windpark schützen

Eine Delegation der Roetgener Bürgerinitiative (BI) gegen einen Windpark im Münsterwald, bestehend aus Klaus und Monika Löhrer sowie Joachim und Gabriele Kreitz, übergab dieser Tage in Berlin ihr Unterstützungsersuchen „Zum Erhalt des Aachener Münsterwaldes an der Himmelsleiter” an verschiedene Bundestagsabgeordnete von FDP und CDU.

In offenen und konstruktiven Gesprächen, heißt es in einem Pressebericht der BI, hätten die Mitglieder der Bürgerinitiative auf die von der Stadt Aachen (Dezernentin Gisela Nacken sowie der Ratsmitglieder der CDU) beabsichtigte „massive Schädigung des Münsterwaldes an der Himmelsleiter, in Folge der geplanten Installation von zehn Großwindanlagen durch die Stadt Aachen” verwiesen.

Dies alles geschehe „auf Kosten eines intakten Öko-Systems mit größtenteils über Jahrzehnte gewachsenem Mischwald, einer einzigartigen Flora und Fauna sowie zahlreichen Biotopen. Dort drohe „auf ewig” eine massive Verschandelung der Natur, am „Tor zur Eifel” bezihungsweise in einem Teil des Deutsch-Belgischen Naturparks Hohes Venn-Eifel.

Naherholungsgebiet

Gleichzeitig verwiesen die Vertreter der Bürgerinitiative darauf, dass es sich hier um ein Durchzugsgebiet für tausende Zugvögel handelt, insbesondere für Kraniche, die auf den Waldwiesen rasten, sowohl auf ihrem Flug in den Süden als auch bei ihrer Rückkehr in ihre Brutgebiete im Norden.

Der Münsterwald sei ein Naherholungsgebiet für viele Roetgener, Rotter, Schmithofer, Siefer, Schleckheimer, Walheimer und Aachener Bürger. Ebenfalls diene der Wald vielen Bürgern aus der Städteregion Aachen sowie aus dem benachbarten Ausland, besonders aus der angrenzenden belgischen Gemeinde Raeren, als Naherholungsgebiet. Unmittelbar am Münsterwald entlang führe der bekannte Premium-Wanderweg „Eifelsteig”.

Der mit hohem finanziellen Aufwand (rund 11,7 Millionen Euro) errichtete Rad- und Wander-Naturweg verläuft sogar durch ihn hindurch.

„Erstaunlicherweise”, so der Bericht der Roetgener Delegation, traf man im Berliner Regierungsviertel auf folgende Plakatierungen: „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe!” „Mehr als 5000 Veranstaltungen im Internationalen Jahr der Wälder in Deutschland!” Joachim Kreitz: „Das klingt dann ja fast wie Hohn, oder?”

Vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe in Japan brachten die Vertreter der Bürgerinitiative ebenfalls deutlich zum Ausdruck, dass sich ihr Protest nicht gegen die Windenergie also solche richtet, aber „sehr wohl gegen die zusätzliche und sinnlose Zerstörung eines Fleckens von Natur, der von vielen Bürgerinnen und Bürgern als Naherholungsgebiet genutzt wird”.

Seitens der BI steht man grundsätzlich erneuerbaren Energien positiv gegenüber, ja man hält sie sogar für dringend erforderlich.

3600 Unterschriften

Die Vertreter der BI verwiesen auf aktuell bisher 3600 Unterschriften zum Schutz dieses „einzigartigen Fleckens Natur” und betonten, dass man diese im Sinne ihrer Kinder und Enkelkinder schützen muss.