Nordeifel: Buch über die Zeit vor 100 Jahren: Goldrausch in der Eifel

Nordeifel : Buch über die Zeit vor 100 Jahren: Goldrausch in der Eifel

Gold in der Eifel? Allenfalls an das im Sommer blühende Eifelgold denkt man dabei, aber es gab auch eine Zeit, da spielte das faszinierende Edelmetall und dessen Gewinnung auch in der Eifel eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Diesem nahezu unbekannten Kapitel in der Eifeler Geschichtsschreibung widmet sich nun eine Neuerscheinung aus dem Eupener Grenzecho Verlag. „Die Geschichte des Goldbergbaus in der Eifel“ lautet der Titel der spannenden und informativen Schrift aus der Feder von Hermann Josef Giesen. Der Autor ist Mitglied im Kgl. Geschichts- und Museumsverein „Zwischen Venn und Schneifel“ mit Sitz in St. Vith.

Bereits seit mehr als 30 Jahren befasst sich Giesen mit der Geologie des Eifel-Ardennen-Raums. Die Goldvorkommen in der belgischen Eifel weckten sein besonderes Interesse, und er hat bereits zahlreiche Veröffentlichungen zum Goldrausch in der belgischen Eifel vorgelegt.

Nur für eine kurze Zeitspanne, von 1895 bis 1914, war das Eifelgold in aller Munde und die Ursache für große Erwartungen und enttäuschte Hoffnungen.

Noch vor gut 100 Jahren wurde in der Eifel bergmännisch nach Gold gegraben. Der Autor berichtet sogar von einem regelrechten „Goldrausch“, der im Jahr 1910 im damals noch preußischen Malmedy ausgelöst wurde.

Die aufregende Geschichte des Goldbergbaus in der Eifel spannt den Bogen von der Keltenzeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Mit diesem Zeitpunkt endete auch der Goldbergbau.

Umfassend und unter Hinzuziehung neuer Quellen hat der Autor in mehrjähriger Recherche dem bislang nur unvollständig bearbeiteten Kapitel neue und spannende Aspekte hinzugefügt und gebietet der teils auch herrschenden blühenden Phantasie zu diesem Thema Einhalt.

Goldgewinnung ist kein lohnendes Geschäft

Schon um 1880 herum wurden erste Spekulation laut, dass die entlang der Bachläufe im Amelgebiet auffälligen Hügelreihen die Überreste von frühzeitlichen Goldgräber-Aktivitäten sein könnten.

Die Nachrichten über erste Goldfunde in der belgischen Eifel im Jahr 1895 ernteten allerdings nur höhnisches Gelächter. Dennoch wurde eine Vielzahl von Schürfrechten vergeben. Über 40 Goldbergwerke wurden in der belgischen Eifel gezählt, und es soll auch zu beachtlichen Goldfunden gekommen sein. Entsprechende Presseveröffentlichungen darüber lösten dann den besagten Goldrausch im Kreis Malmedy aus.

Trotz des zwischenzeitlichen Goldfiebers aber kam die Fachwelt am Ende übereinstimmend zu der Erkenntnis, dass die Goldgewinnung in der Eifel, obschon die Vorkommen durchaus ernstzunehmen seien, wohl niemals ein lohnendes Geschäft werden könne, da es an abbauwürdigen Lagerstätten fehle.

Die Vorzeichen des nahenden Ersten Weltkrieges besiegelten dann das Ende des Goldbergbaus in der Eifel, dessen Geschichte im nun vorliegenden Buch umfassend, detailliert und sachgerecht aufgearbeitet wird und einmal mehr Zeugnis von der Vielfalt der Eifel gibt.

(P. St.)
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