Brutvögel im Frühling und Sommer 2019 in der Nordeifel

Aus der Natur unserer Heimat : Etwa 80 Vogelarten haben dieses Jahr in der Region gebrütet

Bis auf die Schwalben haben die einheimischen Vögel ihre Brutgeschäfte erledigt. Ungefähr 80 verschiedene Vogelarten dürften im Bereich der Gemeinden Simmerath, Roetgen und Monschau gebrütet haben.

Eine präzisere Angabe kann nicht gegeben werden, da bei einigen seltenen Arten zwar vermutet wird, dass sie hier brüten, aber noch immer kein direkter Brutnachweis vorhanden ist oder aus Schutzgründen nicht bekannt gegeben wird.

Die meisten Daten wurden der Internet-Plattform ornitho.de entnommen, die vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) ins Netz gestellt wurde. In unserer Region sind mittlerweile zahlreiche Ornithologen im Gelände, um Vögel zu beobachten, zu zählen und ins Netz zu stellen. Einige dieser intensiv suchenden Hobby-Ornithologen sollen hier erwähnt werden: Heinz Weishaupt, Ulrich Retzlaff, Daniel Lück, Raimund Knauf, Paul Toschki, Roswitha Weinberg, Sönke Twietmeyer und Benno Sieberichs.

Sie und noch viele andere tragen dazu bei, die Vogelwelt unserer Heimat zu erfassen. Über einige der Brutvögel der letzten Saison soll hier berichtet werden.

Seit Urzeiten dürfte der Baumpieper Brutvogel in unserer Heimat gewesen sein, denn er ist eigentlich ein Waldvogel, der zwar nicht in dichten Wäldern, aber auf Kahlschlägen mit Krautschicht, jungen Baumkulturen, Heide- und Moorflächen mit einzeln stehenden Bäumen oder an Waldrändern lebt. In unserer Region konzentrierten sich in dieser Brutsaison die Beobachtungen auf das große Gebiet im Quellgebiet und Oberlauf der Kall zwischen Lammersdorf, Paustenbach, Simmerath und Konzen. Ein weiteres Gebiet mit vielen singenden Baumpiepern waren die Bereiche Wüstebach, Püngelbach, Hollersief im Nationalpark. Noch ein Schwerpunkt des Vorkommens waren Fuhrtsbach- und Perlbachtal.

Der Baumpieper ist Zugvogel, und der erste singende Baumpieper wurde am 5. April am Lenzbach bei Paustenbach gehört. Am 3. Mai wurde im oberen Fuhrtsbachtal elf singende Baumpieper vernommen. Auch am Struffelt bei Rott gab es Baumpieper. Vergleicht man die heutigen Beobachtungen jedoch mit den Notizen aus den 70er, 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, stellt man einen großen Unterschied in den Vorkommen fest. Damals gab es Baumpieper zwar auch in den jetzigen Beobachtungsgebieten, aber auch an vielen weiteren anderen Stellen: Steckenborn, Dedenborn, Höckerlinie, Naturwaldzelle bei Dedenborn, Seifenauel, Girvelscheid, im Laufenbachtal bei Konzen, Hechelscheid, Bereich Eicherscheid, um nur einige Bereiche zu nennen. Fazit: Der Baumpieper ist noch ein durchaus häufiger Vogel in unserer Region, aber nicht mehr so verbreitet wie vor 20 Jahren, er ist schon seltener geworden.

Ähnliche Lebensräume wie der Baumpieper bevorzugt auch die Goldammer, die in unserer Region Jahresvogel ist. Es sind offene und halboffene Landschaften mit Büschen, Hecken und Gehölzen, Waldränder, Kahlschläge, niedrige Forstkulturen, Heckenlandschaften, Baumreihen und im Winter vor allem Getreidestoppelfelder. Von diesem Landschaftstyp gibt es nun im alten Kreis Monschau eigentlich genug, und da sollte man meinen, die Goldammer müsse hier eigentlich häufig vorkommen. Einzelne Individuen wurden gefunden im Bereich Huppenbroich, Lenzbach, oberes Kalltal, Bereich Strauch und Simmerath, Kesternich, im Nationalpark und noch in einigen anderen Gebieten.

Vergleicht man diese Beobachtungen nun wieder mit den Aufzeichnungen der Ornithologen zwischen 1976 und 2005, dann stellt man zweierlei fest: Es gab an deutlich mehr Plätzen und Orten Goldammern zu finden und es waren an diesen Orten auch mehr Goldammern zu hören oder zu sehen. So waren zum Beispiel am 6. Mai 1999 acht singende Goldammern im Gebiet Dedenborn/Einruhr zu hören, in diesem Jahr nur einmal eine einzige Goldammer. Fazit: Die Goldammer ist immer noch Brutvogel in unserer Heimat, aber längst nicht mehr so häufig wie im vergangenen Jahrhundert.

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