Brutvögel 2019 im Monschauer Land

Brutvögel 2019 im Monschauer Land : Positive Nachrichten aus der Vogelwelt

Über abnehmende Bestandsentwicklung unserer einheimischen Vogelwelt könnte noch weiter berichtet werden, aber es gibt auch positive Nachrichten.

Da ist zunächst der Schwarzstorch zu erwähnen, der auch in diesem Jahr mehrmals in verschiedenen Gebieten beobachtet wurde. Aus Schutzgründen werden jedoch nur wenige Beobachtungen bekannt, Bruthorste werden überhaupt nicht veröffentlicht, so dass nicht bekannt ist, ob oder wie viele Schwarzstorchpaare in unserer Region brüten.

Ganzjährig zu hören oder zu sehen sind mittlerweile Kolkraben im ehemaligen Kreis Monschau. Bis zur Jahrtausendwende waren Beobachtungen dieser großen Rabenvögel die Ausnahme, dann aber nahmen sie kontinuierlich zu und sind heute über dem Rurtal und dem Tiefenbachtal bei Dedenborn fast täglich zu hören oder zu beobachten. Am 14. Juli in diesem Jahr flogen sechs Kolkraben gleichzeitig über dem Rurtal bei Dedenborn, so dass man annehmen kann, das es sich um einen Familienverband handelt. Weitere Meldungen zum Kolkraben wurden aus dem Nationalpark, aus den Gebieten Brather Hof, Alzen, Perlenbach, oberer Tiefenbach, Lammersdorf und Obersee vermeldet. Im südöstlichen Bereich von Mützenich wurden am 15. April 17 Raben gezählt.

Eine große Rarität ist auch das Vorkommen des Wendehalses in unserer Heimat. Zwischen dem 21. April und 23. Mai wurden bis zu zwei Individuen im Bereich Mühlenbach und Hollersief im Nationalpark gehört. Danach allerdings wurde diese Art nicht mehr beobachtet. Ob sie nun hier gebrütet hat, kann nicht positiv entschieden werden.

Ziemlich spät aus seinen Winterquartieren erreicht der Neuntöter seine Brutgebiete in unserer Region. Der Erste wurde am 23. Mai bei Hirschrott gefunden. In den Naturschutzgebieten der oberen Kall zwischen Bickerath und Konzen wurden mindestens acht Reviere gefunden. Auch im Nationalpark in den Gebieten Hollersief, Mühlenbach, Wüstebach und Leykaul brüteten mehr als fünf Paare. In der Nähe der Teichanlagen bei Strauch wurden Neuntöter beobachtet, die ihre Jungen fütterten. Weitere Nachweise dieses Vogels kamen aus dem Umfeld von Kesternich, Brückborn – Kranzbruch bei Konzen, Hatzevenn – Laufenbach bei Konzen, Perlbachtal und Einruhr. Aufgegeben hat der Neuntöter seine Brutgebiete im Rurtal zwischen Dedenborn und Einruhr.

Vier Taubenarten sind im Monschauer Land heimisch: Ringel-, Türken-, Hohl- und Turteltaube. Die beiden zuletzt genannten Arten waren immer seltene Brutvögel in unserer Region. In diesem Jahr wurde die Turteltaube zur Brutzeit gefunden in Lammersdorf, im Paustenbacher Venn und im Naturschutzgebiet Lenzbach, im Kalltal westlich von Bickerath, am Mühlenbach, am Hollersief und am Wüstebach im Nationalpark.

Die Hohltaube ist ein Waldvogel und brütet in Höhlen, die der Schwarzspecht gezimmert hat. Da keiner der Ornithologen die großen Waldgebiete zwischen Dedenborn und Wahlerscheid und die Wälder zwischen Lammersdorf, Roetgen, Rott und Zweifall untersucht hat, weiß man nicht genau, wie hoch die Bestände dieser Taubenart sind. Vorkommen dieser Taube wurden in diesem Jahr nur bekannt aus dem Bereich Erkensruhr und Hollersief.

Es wäre sicherlich mal wieder sinnvoll, wenn der Nabu oder eine andere Naturschutzorganisation eine organisierte Zählung in den Wäldern des ehemaligen Kreises Monschau durchführen würde.

Mehr von Aachener Nachrichten