Bruno Wilden vom Ordnungsamt Simmerath geht in den Ruhestand

Bruno Wilden geht in den Ruhestand : „Jeden Tag eine neue Bescherung“

Bruno Wilden, der Leiter des Simmerather Ordnungsamtes und dienstälteste Mitarbeiter im Rathaus, geht in den Ruhestand.

„Die Arbeit beim Ordnungsamt ist vergleichbar mit Weihnachten. Es gibt jeden Tag eine neue Bescherung“, erzählt Bruno Wilden, seit 35 Jahren beim Ordnungsamt der Gemeinde Simmerath tätig, davon 33 Jahre als Leiter, in seiner typisch geradlinigen und direkten Art. Er kann es nun locker angehen lassen, denn am 15. Februar 2019 ist sein letzter Arbeitstag. Offiziell am 28. Februar, einen Tag nach seinem 63. Geburtstag, endet für den Gemeindeverwaltungsrat eine mehr als 47-jährige ununterbrochene Dienstzeit bei der Gemeinde Simmerath.

Das Rathaus verliert dann nicht nur den dienstältesten Mitarbeiter, sondern auch einen großen Erfahrungsschatz, denn Bruno Wilden, der schon als 15-jähriger Verwaltungslehrling (seine Eltern mussten damals noch den Lehrvertrag unterzeichnen) am 1. August 1971 beim Amt Simmerath eingestellt wurde, startete seine berufliche Laufbahn zu einem Zeitpunkt, als es die Gemeinde Simmerath in der heutigen Form überhaupt noch nicht gab. Die neue Großkommune wurde erst mit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1972 gebildet.

Im Rahmen einer entspannten Abschiedsrunde im kleinen Sitzungssaal mit Verwaltungsspitze und Amtsleitern richtete sich der Fokus hauptsächlich auf das fast ein halbes Jahrhundert währende Wirken von Bruno Wilden in der Verwaltung. Von einem „außergewöhnlichen Werdegang“ sprach Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bei der Feierstunde und erinnerte daran, dass Bruno Wilden nicht weniger als fünf Verwaltungschefs begleitet habe. Der erste Chef war Amtsdirektor Zimmermann; da befand sich das Rathaus des damals selbstständigen Amtes Simmerath noch auf dem heutigen Grundstück des Krankenhauses. Es folgten die Gemeindedirektoren Leo Jansen (bis 1982) und Arnold Steins (bis 1999), Bürgermeister Hubert Breuer (bis 2009) und im Anschluss Karl-Heinz Hermanns.

1974 wurde Bruno Wilden nach einem Inspektorlehrgang in das Beamtenverhältnis berufen, und vor seinem Wechsel zum Ordnungsamt führte er die Gemeindekasse. „Schon ganz früh hat Bruno Wilden Verantwortung übernommen, und bei den zahlreichen hohen Anforderungen viel Fingerspitzengefühl bewiesen“, lobte der Bürgermeister die stets „fachliche und kompetente“ Arbeit des Urgesteins in der Verwaltung.

Beigeordneter Bennet Gielen ergänzte, dass er Bruno Wilden als gelassenen, besonnenen sowie „absolut loyalen und verlässlichen“ Mitarbeiter kennengelernt habe. Das „ruhige, ausgeglichene und kollegiale Wesen“ hob auch Personalratsvorsitzender André Koll hervor. Der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Manfred Prinz, bekannte, dass er angesichts der stets hervorragenden Teamarbeit seinen Chef nur mit Wehmut ziehen lasse.

Mit wenigen Worten bedankte sich Bruno Wilden in der Runde für die anerkennenden Worte und meinte: „Ich kann es kaum glauben.“ Der scheidende Amtsleiter warf aber auch einen Blick zurück auf die sich stets wandelnden Aufgaben der Ordnungsbehörde. Es habe immer die Abwägung der Frage im Vordergrund gestanden, „dass das Recht des einen dort aufhört, wo das Recht des anderen beginnt“. Als Mitarbeiter des Ordnungsamtes dürfe man bei der Alltagsarbeit selten Dank erwarten. Und nachdenklich fügte er hinzu, dass mit den Jahren massive Veränderungen in der Erwartungshaltung der Bürger gegenüber der Ordnungsbehörde eingetreten seien. Egoismus, Forderungen und der Blick auf die persönlichen Interessen bestimmten immer mehr den Umgang.

Eine Vielzahl von Anekdoten und Erinnerungen, die in lockerer Runde zur Sprache kamen, bestätigten aber auch, dass Bruno Wilden stets mit Überzeugung und Einsatz, aber auch der nötigen Distanz, seine Aufgaben erledigte. Und mit allen fünf Chefs sei er „gut zurechtgekommen“. Gemeinsam mit Ehefrau Edith freut er sich nun auf den Ruhestand, der geprägt sein soll von regelmäßigen Reisen mit dem Wohnmobil und mehr Zeit für die Enkelkinder, aber auch von ehrenamtlichem Engagement.

Als Brudermeister der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Simmerath und als Ansprechpartner für die Fischerei am Rursee dürften die Aufgaben nicht weniger werden. Nach der offiziellen Feierstunde zur Aushändigung der so in feinstem Amtsdeutsch bezeichneten „Zurruhesetzungsurkunde“ waren dann später noch die Kollegen aus dem Rathaus zum geselligen Beisammensein eingeladen.

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