Roetgen: Breitbandausbau in Roetgen geht in die heiße Phase

Roetgen: Breitbandausbau in Roetgen geht in die heiße Phase

Es ist soweit. Der Bau der Hausanschlüsse für die Glasfaserleitungen in der Gemeinde Roetgen hat begonnen. Nach und nach werden in den nächsten Monaten immer mehr Haushalte mit schnellem Internet versorgt. „Einen genauen Zeitplan können wir allerdings nicht geben“, erklärt Dr. Stephan Zimmermann, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser (DG).

Es könne nämlich durchaus sein, dass man aufgrund der Beschaffenheit des Bodens noch auf einige Überraschungen stoße. Die Gesteinsbereiche hier seien nicht immer ganz einfach zu erschließen. Zimmermann versichert aber, dass sowohl die Gemeinde Roetgen als auch die Gemeinde Simmerath im Spätherbst nächsten Jahres komplett mit Glasfaserleitungen versorgt sein werden. Ausgenommen sind die Rurseedörfer, da diese bei der Nachfragenbündelung nicht über die obligatorischen 40 Prozent gekommen waren.

Per „Erdrakete“ bis zum Haus

Nachdem bisher die Verteilerstationen in der Gemeinde Roetgen angebunden wurden, geht es jetzt also in die heiße Phase. Für jedes anzuschließende Haus wird laut DG vor dem Haus ein sogenanntes Kopfloch geöffnet und eine Glasfaser vom Hauptstrang abgezweigt. Von dort gehe es dann per „Erdrakete“ bis zum Haus. Dabei schaffe die Rakete etwa zehn Meter in 15 Minuten. Ein kleiner Aushub vor der Hauswand sei schließlich noch notwendig, um die Leitung in Empfang zu nehmen und in das Gebäude einzuführen.

„Jeder Neukunde wird kurz vor der Installation seines Hausanschlusses kontaktiert. Dann findet die Hausbegehung statt, bei der geplant wird, wo genau die Leitungen verlegt und wo sie ins Haus gebracht werden“, sagt Zimmermann. Im Oktober seien die ersten schnellen Leitungen schon „live“.

In der Gemeinde Roetgen ist man sich indes einig, dass das Bauvorhaben bisher von Erfolg geprägt gewesen sei und auch in Zukunft positiv verlaufen werde. „Hier wird eine zukunftssichere Infrastruktur geschaffen. Das ist ein wesentlicher Schritt für unsere Gemeinde“, sagt Bürgermeister Jorma Klauss (SPD).

Durchgeführt werden die Bauarbeiten von der griechischen Firma Artemis ITS GmbH. Geschäftsführer Stefan Tebbe erklärt, dass „hier das sogenannte Trenching-Verfahren angewendet wird“. Dabei werden die Kabel nur mit einem schmalen Schnitt in den Asphalt gepresst und müssen nicht aufwendig mit Erdaushub verbuddelt werden. Die Arbeiten gingen dadurch schneller voran und es sei kostengünstiger. Das Trenching bezeichnet eine Art des Tiefbaus, die laut Klauss auch für die Gemeinde Roetgen neu ist.

Beteiligte „gut vernetzt“

Bei der gesamten Bauausführung sei es wichtig, dass man für alle Fälle gut aufgestellt sei. „Alle Beteiligten haben sich gut vernetzt, so dass im Falle von Problemen, die es geben kann und sicher auch geben wird, schnell und kurzfristig reagiert werden kann“, sagt Bürgermeister Klauss. So sei eine schnelle Kommunikation garantiert. Sollten die Arbeiten an manchen Stellen mal stagnieren oder einzelne Löcher tagelang offen bleiben, habe das aber immer auch einen guten Grund, wie Tebbe erklärt. „Wenn beispielsweise jemand in Urlaub ist, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich einen Hausanschluss bekommen sollte, dann müssen wir leider warten.“

Und auch wenn die Lage anderer Kabel und Leitungen, die teilweise schon Jahre unter der Erde liegen, dokumentiert ist, könnten sich immer kleinere Fehler in die Aufzeichnungen eingeschlichen haben. Es sei also durchaus möglich, dass auch mal Leitungen beschädigt würden. „Wir treten dann schnell den anderen Versorgern in Kontakt und melden den Schaden“, sagt Tebbe.

Für die DG ist die Nordeifel eine sehr interessante Region, „die Nachfrage ist hier sehr groß“, sagt Geschäftsführer Zimmermann. Welche Orte in der Nordeifel als nächstes anstehen, werde derzeit geprüft.

Auf der Internetseite der Deutschen Glasfaser — www.deutsche-glasfaser.de — gibt es nicht nur weitere Informationen, es lassen sich auch die Baufortschritte in den einzelnen Orten verfolgen.

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