Brandstiftung: Strafkammer bestätigt Urteil gegen Lehrer aus Monschau

Drei Jahre Haft : Versuchte Brandstiftung: Monschauer Lehrer erneut verurteilt

Im März wurde ein Pädagoge aus Monschau wegen versuchter Brandstiftung und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt. Am Montag fiel nun das Urteil im Berufungsprozess.

Erneut verurteilte eine Aachener Strafkammer im Berufungsverfahren den wegen versuchter Brandstiftung und versuchter gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen angeklagten ehemaligen Hauptschulleiter aus Monschau, Franz-Anton D. (64), zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Oberstaatsanwältin Jutta Breuer hatte sogar einen sofortigen Haftbefehl für den in Freiheit befindlichen Angeklagten beantragt, dem folgte das Gericht jedoch nicht.

Mit der Entscheidung in der Sache entsprach die Kammer unter Vorsitz von Richter Christian Bülte dem Urteil des Aachener Schöffengerichts von Mitte März dieses Jahres, das gleichfalls eine Strafe von drei Jahren verhängt hatte. Richter Bülte fand am späten Nachmittag deutliche Worte für das Vorgehen des bis dato völlig unbescholtenen Pädagogen, der in der Nacht vom 27. auf den 28. November 2015 von Monschau aus nachts in sein altes Haus in Würselen gefahren war, um mit einem im Dachgeschoss des Hauses platzierten zweifachen Brandsatz Beweismittel zu vernichten.

„Das äußerst heimtückische Vorgehen des Angeklagten zeugt von einer erheblichen kriminellen Energie“, richtete Bülte sich an Franz-Anton D., der die Tat in seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung erneut bestritten hatte. D. hatte sogar den Spieß umgedreht und die Geschädigten beschuldigt, ihn aus einem Gespräch heraus angegriffen und zu Boden geschlagen zu haben. Diese Version wertete die Kammer als Schutzbehauptung, die Beweislage ergebe eindeutig die Schuld des Angeklagten.

„Der Hintergrund ist ein Rechtsstreit um den nicht genehmigten Dachausbau des Hauses“, hatte Bülte zuvor in der Urteilsbegründung festgestellt. Denn die neuen Besitzer, eine junge Familie mit drei Kindern, mussten erfahren, dass eine Genehmigung für das Dachgeschoss fehlte und auch ein Nebengebäude „schwarz“ errichtet worden war. Sie verklagten daraufhin die Vorbesitzer auf Schadenersatz, die Klage befand sich unmittelbar vor der Zustellung.

Um womöglich zu begutachtende Beweismittel zu vernichten, habe sich der Lehrer mit zwei Brandsätzen im Rucksack nach Würselen aufgemacht, sei spät nachts in das Haus eingedrungen. Als er dann etwa gegen drei Uhr die Brandsätze platzieren wollte, wurde er von dem heute 43-jährigen Hausherren Christos K. durch Zufall auf dem Dachboden überrascht.

K. stellte den Mann, den er nicht erkannte, weil dieser eine Maske auf hatte, fiel mit ihm im Gerangel die Treppe hinunter. Zusammen mit seiner Frau gelang es ihm, den für einen „normalen“ Einbrecher gehaltenen Eindringling niederzuringen und mit Panzerband zu fesseln. Erst am nächsten Tag stellte sich heraus, dass dies der Verkäufer des Hauses war.

Im Prozess hatte sich ein langer Streit um die Schlüssigkeit der Version, die der Angeklagte am Folgetag der Polizei aufgetischt hatte, ergeben. Für Oberstaatsanwältin Breuer wie auch letztlich für das Gericht ergaben sich auch nach der neuerlichen Beweisaufnahme keinerlei Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Im Gegenteil hätte sich die Beweislage noch verdichtet, folgte Bülte der Staatsanwaltschaft und nicht dem Verteidiger.

Es habe sogar Überlegungen gegeben, bestätigte auch Oberstaatsanwältin Breuer, die Anklage auf ein versuchtes Tötungsdelikt auszudehnen. Darauf wies auch Richter Bülte angesichts der Gefahr für die schlafenden Kinder hin, die noch heute unter den Folgen des Vorfalles – ebenso wie ihre Mutter – leiden. Eine Anklage in dieser Sache als versuchter Mord hätte eine mögliche Strafhöhe bis zu lebenslanger Haft nach sich ziehen können.

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