Höfen: Blumenfreunde stürmen die Täler: „Wo geht es zu den Narzissen?”

Höfen: Blumenfreunde stürmen die Täler: „Wo geht es zu den Narzissen?”

Tausende Narzissen lassen bereits die Köpfe hängen; der außergewöhnlich warme April hat die gelben Wildblumen zur Schnellblüte getrieben und damit auch ihr baldiges Ende eingeläutet. Während das Blütenmeer im Perlen- und Fuhrtsbachtal bei Höfen und Kalterherberg in den Vorjahren bis in den Mai hinein bewundert konnte, gilt es in diesem Jahr für die Narzissenwanderer, keine Zeit mehr zu verlieren.

Nicht nur weil die Blütenpracht in diesem Frühjahr besonders üppig ausgefallen ist. Am nächsten Wochenende könnte es bis auf einige Wiesen auf der Nordseite bereits zu spät sein.

Am Sonntag, einem Frühlingstag wie aus dem Bilderbuch, erlebte der Ansturm auf die Täler seinen bisherigen Höhepunkt. „Es war die Hölle los”, sagt Felix Meyer, Forstbetriebsbeamter der Stadt Monschau und bei Bedarf auch Fachkraft im Nationalparktor Höfen. „Wo geht es zu den Narzissen?”, lautete auch am Sonntag die am meisten gestellte Frage der Besucher. 250 Mal wurde sie korrekt und freundlich von den Service-Kräften im Nationalparktor beantwortet.

Hunderte anderer Wanderer brauchten diese Frage nicht zu stellen; sie hatten sich für eine geführte Wanderung angemeldet, deren Ausgangspunkt am Nationalparktor ist, auch wenn im Internet noch immer das Haus Seebend als Treffpunkt genannt wird.

In Eigenleistung, berichtet Felix Meyer, habe man zusätzlich Flyer erstellt, um den Wanderern eine konkrete und leicht verständliche Orientierung an die Hand geben zu können.

Durchweg begeistert kehren die Gäste nach der Wanderung zurück. Bis jetzt sei ihm erst eine einzige Beschwerde zu Ohren gekommen, berichtet Meyer. Da habe jemand über groben Schotter auf einem Wanderweg geklagt.

Ein weitgehend diszipliniertes Verhalten der Besucher stellen auch die Wanderführer fest. Die Gruppen halten sich an die Spielregeln und genießen das Naturerlebnis. Einer dieser Wanderführer ist Christoph Dosquet aus Höfen, der sich allerdings in einem Punkt mehr Einsicht wünscht. Immer wieder treffe man auf Hundebesitzer, die ihre Tiere frei laufen ließen.

Auch wenn diese behaupteten, dass sich der Hund an einer „unsichtbaren Leine” befinde, sei es die Aufgabe der Wanderführer darauf aufmerksam zu machen, dass Hunde im Naturschutzgebiet an die Leine gehörten. Leider sei da die Kommunikation mitunter etwas problematisch.

Vielleicht wird diese Problematik ja auch ihren Widerhall in einer Gästebefragung finden, die derzeit im Perlenbach läuft. Studenten vom Institut für Geografie an der Uni Köln führen eine Gästebefragung durch. Dabei geht es nicht nur um die Infrastruktur im Tal selbst. Es wird auch danach gefragt, wie lange der Aufenthalt geplant ist, ob noch andere Sehenswürdigkeiten besucht werden oder wie viel Geld man Sonntagsbesuch in der Eifel ausgibt. Der Naturpark Nordeifel als Auftraggeber möchte mit den Leistungsträgern im Tourismus das Ergebnis der Befragung später analysieren.

Die geführten Wanderungen werden vom Naturpark Nordeifel organisiert. Rund 50 Wanderungen sind im Angebot, hinzu kommen noch eine Reihe zusätzlicher Anfragen von Gruppen. Bis zum 3. Mai läuft das Angebot. Auch wenn die Blüte bis hin wohl abgehakt ist, wird das Angebot aufrecht erhalten. „Die Täler sind auch abseits der Narzissenblüte einen Besuch wert”, wirbt Jan Lembach, der Geschäftsführer des Naturparks dafür, dass die Region auch über die Narzissensaison hinaus eine vielfältige Natur biete.

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