Monschau: Betörender Duft: Kräutergarten über den Dächern Monschaus

Monschau: Betörender Duft: Kräutergarten über den Dächern Monschaus

Ein grünes Zimmer voller Duft hoch über den Dächern von Monschau, mit Blick auf die Burg — das ist nicht der Beginn eines zauberhaften Märchens, sondern märchenhafte Realität. Verwunschen und fernab von Touristenströmen liegt er auf der Höhe unterhalb des Friedhofs: der Monschauer Kräutergarten.

Angelegt wurde er als Halbrund, sechs kleine Beete und ein großes Beet in der Mitte bilden den Grundriss. Umgeben wird der Monschauer Kräutergarten, der für alle Bürger offen steht, von einer dichten Fliederhecke.

In regelmäßigen Abständen ist Rosemarie Lohr in diesem Kleinod zu finden. Sie kümmert sich um die Beete, in denen fast ausnahmslos Kräuter zu finden sind, so etwa Salbei, Zitronenmelisse, Thymian, Lavendel, verschiedene Sorten Minze, Waldmeister, Lungenkraut, Frauenmantel, Schnittlauch und auch Rhabarber. Zur weiteren Nachbarschaft gehören ein Weißdorn, eine kleine Wildblumenwiese und ein Insektenhotel.

Ab und an findet sich allerdings auch eine Pflanze, die zur Kategorie „Unkraut“ zählt, dies allerdings nicht unbedingt sein muss, denn auch die frischen grünen Blätter des Löwenzahns sind essbar, vitaminreich und machen sich ausgezeichnet im Salat.

Was Rosemarie Lohr feststellt: „In Gemeinschaft wachsen die Kräuter oft besser als alleine.“ Während manche Beete bereits üppig grünen, sieht es zwischendurch stellenweise noch etwas dürftig aus. Hier gilt es für die Freizeitgärtnerin herauszufinden, ob eventuell der Standort doch nicht der richtige ist für die jeweilige Pflanze und ob sie vielleicht in einem anderen Beet und mit anderer Nachbarschaft lieber und damit besser wachsen würde.

Sechs Jahre Kräutergärtnerin

Rosemarie Lohr ist 65 Jahre alt, sie stammt aus dem Ruhrgebiet. Vor 40 Jahren kam sie nach Monschau und genießt jeden Tag in dieser wunderschönen, malerischen Atmosphäre. Die Erzieherin arbeitete lange Jahre bei der Handwerkskammer Aachen, betreute Lehrlinge. Ihre Freizeit gehört seit sechs Jahren dem Kräutergarten hoch über Monschau, auch töpfert sie leidenschaftlich gerne, so etwa zweimal pro Woche mit Grundschulkindern. Die Stadt Monschau war es auch, die den Garten anlegte.

Zur Arbeit im Gärtchen gehört zunächst einmal das Entfernen von Abfall. Lohr: „Sektflaschen oder auch Papierschnipsel liegen immer wieder hier herum.“ Dann müssen die durchweg winterharten Kräuter, die Rosemarie Lohr für den Garten in der Regel geschenkt werden, regelmäßig zurückgeschnitten werden. Und wenn das „Unkraut“ überhandnimmt, muss es gekrautet werden.

Was der fleißigen Bürgerin besonders gefällt, ist natürlich der Platz an sich, der sowohl bei Regen als auch bei Sonne immer einen herrlichen Duft verströmt. Doch auch die Menschen, die gelegentlich den Weg an diesen vom Monschauer Trubel so entfernten Platz finden, erfreuen die Gärtnerin mit ihren Fragen und ihrem Interesse für alles, was blüht.

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