Ausverkauftes Haus: Bernd Stelter bringt den Bürgersaal zum Toben

Ausverkauftes Haus : Bernd Stelter bringt den Bürgersaal zum Toben

„Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende“ hieß es am vergangenen Freitag im Roetgen Bürgersaal. Bernd Stelter, Kabarettist, Musiker, Autor und Karnevalsurgestein, erzählte in seinem neuen Bühnenprogramm vor ausverkauftem Haus über Glück, schöne Momente, die es zu sammeln gilt, und von den Kleinigkeiten des Alltags, die das Leben lebenswert machen.

Humoristisch, aber auch nachdenklich schilderte das Allroundtalent dem Roetgener Publikum, warum die skandinavischen Völker so viel glücklicher sind als die Deutschen. Das dänische Lebensprinzip „Hygge“, was mit „gemütlich“ übersetzt werden kann, das schwedischen „Lagom“ (Leben nach richtigem Maß) und das norwegische „Friluftsliv“, also das „Freiluftleben“, stünden für die Lebensauffassungen der Skandinavier.

Besonders toll findet der Kabarettist auch das Wort „Kalsarikännit“: „Das ist Finnisch und bedeutet: sich alleine Zuhause in Unterhose besaufen.“ Von diesen Haltungen könnten sich die Deutschen für ein gedeihliches Leben eine gute Scheibe abschneiden, meinte Stelter und forderte auch die Roetgener auf: „Du musst dir dein Konfetti schon selbst ins Leben pusten!“

Auch politische Themen wurden natürlich von Stelter nicht ausgespart. Der medienträchtige AKK-Witz, der in der vergangen Karnevalssaison für eine kurze Diskussion über Doppelnamen sorgte, sowie Donald Trump und der lange Abschied Angela Merkels beschäftigen den Bonner Kabarettisten.

Die rhythmischen Piano- und Gitarreneinlagen Stelters, die das Programm auflockerten und dem Publikum einen musikalischen-kabarettistischen Abend schenkten, behandelten die Themen Urlaub, An- und Abgrillen zwischen Januar und November und das Älterwerden. Das Lied, in dem es „Das ist das Gute, das es gelegentlich gibt“ heißt, wurde vor einigen Jahren von Stelters Freund Heinz-Rudolf Kunze geschrieben und beschäftigt sich ebenfalls mit den kleinen Wundern des Lebens.

Verschiedene Charaktere, wie ein pubertierende Jugendlicher und ein schlicht-gestrickter Landwirt ließen kein Auge trocken.

Nach einem langen Applaus und zwei Zugaben, darunter eine Frage-und-Antwort-Runde, verabschiedete sich Stelter, der an diesem Abend zum ersten Mal in Roetgen war. Erst nach einigen Minuten entließ das stehend applaudierende Publikum den TV-bekannten Kabarettisten.

Norbert Siebertz vom Roetgener Kulturkreis freute sich über den vollbesetzten Bürgersaal: „Bereits seit drei Wochen ist die Veranstaltung restlos ausverkauft. Stelter ist einfach ein Publikumsmagnet. Das Ziel der Kulturkreises, „querbeet alle Altersklassen und Geschmäcker zu bedienen“, wird laut Siebertz in diesem Jahr noch mit der 3. Roetgener Blues und Rocknacht am 2. November, dem „Volksbegehren“ des Kölner Kabarettisten Jürgen Becker am 23. November und mit dem „vorweihnachtlichen Adventssingen“ des Kabarettisten Jochen Malmsheimer vier Tage vor Heiligabend in die Tat umgesetzt.

(kfr)