Nordeifel: Bei den Erdhummeln macht die Königin den Anfang

Nordeifel: Bei den Erdhummeln macht die Königin den Anfang

Im Tiefflug kommen sie jetzt mit unüberhörbarem Brummen in unsere Vorgärten und lassen sich auf Krokus, Winterheide oder andere Frühblüher nieder: die Dunklen Erdhummeln.

Derzeit sind es noch ausschließlich Königinnen, die eifrig nach Nektar in diesen Blumen suchen. Im Herbst sind sie befruchtet worden und haben den Winter in Erdlöchern verbracht, wo ihnen auch der starke Frost nichts ausmachen kann. Nach dem langen Winter ohne Nahrungsaufnahme muss die Königin erst einmal wieder zu Kräften kommen und sucht in der warmen Märzsonne Frühblüher als Nahrungsquelle auf.

Die Arbeiterinnen und die Männchen sind bereits im Herbst verendet. Wenn die Königin genügend Kraft getankt hat, macht sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz, was in der Regel ein Erdloch, zum Beispiel ein Mauseloch oder ein verlassener Maulwurfsgang sein kann. Dieser Nistplatz kann mehr als einen Meter unter dem Erdboden liegen. Das eigentliche Nest wird bis zu zehn Zentimeter groß und mit Wachs ausgekleidet.

Da alle Arbeiterinnen im Herbst umgekommen sind, muss die Königin, die gut zwei Zentimeter lang wird, die ersten Waben selbst bauen und die Larven füttern. Aus diesen ersten Larven werden Arbeiterinnen, die nur elf bis 17 Millimeter lang werden. Sie übernehmen nun die Brutpflege, während die Königin sich nur noch mit der Eiablage beschäftigt. Bis zum Ende der Saison wächst ein Hummelvolk auf etwa 500 Hummeln an, weitaus weniger als ein Wespenvolk umfasst.

Stetiger Kreislauf

Im September schlüpfen aus den Eiern dann neue Königinnen und Drohnen. Diese männlichen Hummeln, dienen keinem anderen Zweck, als die neuen Königinnen im Herbst zu befruchten. Ein Hummelstaat hat sich also nach einem Jahr aufgelöst und nur einige wenige Königinnen überleben, um im neuen Jahr wieder einen neuen Start zu machen. Dieser Kreislauf besteht schon seit Millionen Jahren.

Dunkle Erdhummeln ernähren sich rein vegetarisch, ihre Hauptnahrung sind Pollen und Nektar der blühenden Pflanzen. Die Grundfarbe der Dunklen Erdhummel ist schwarz mit einer braungelben Querbinde auf dem Rücken und einem grauweißen Hinterleib.

Hummeln können stechen

Hummeln stechen nicht sofort. Während die Drohnen überhaupt keinen Stachel besitzen, können Königinnen und Arbeiterinnen sehr wohl stechen. Aber im Vergleich zu Wespen sind sie geradezu zahm und wehren sich nur selten gegen Angreifer. Wenn eine Hummel sich allerdings deutlich bedroht fühlt, dreht sie sich auf den Rücken und streckt das Hinterteil mit dem Stachel dem Angreifer entgegen. Vorsicht also bei auf dem Rücken liegenden Hummeln: Sie fühlen sich bedroht und wissen sich zu wehren. Ein Bienen- oder Wespenstich ist allerdings weitaus schmerzhafter als ein Hummelstich.