Begeisternder Böhmischer Abend der Lyra Höfen

Böhmischer Abend der Lyra Höfen : Begeisterungsstürme und vielleicht ein neues Ritual

Dafür sind die „Lyra“ und ihr Böhmischer Abend bekannt – für erstklassige Blasmusik, gute Stimmung, einen Ohrenschmaus nach dem anderen, Lieder, die die Menschen hören und mitsingen wollen. So war es auch wieder am Freitagabend, als viele Gäste die Vereinshalle füllten.

Zu Beginn kam gleich das Richtige: der weltberühmte Radetzkymarsch. Zackig und taktrein spielte das gut aufgelegte Orchester, und die Zuhörer klatschten sofort mit. „Grüß Gott, ihr Freunde“ sangen Dorothe Breuer und Stefan Jansen, und Heinz-Georg Kerkmann begrüßte als Moderator die Gäste: „Hallo Freunde!“ Die Antwort kam prompt: „Hallo Kerki!“ Die Höfener kennen dieses Ritual, und die zahlreichen Musikfreunde von auswärts staunten, wie gekonnt und keck „Kerki“ durchs Programm führte, witzige Anekdoten erzählte und zuweilen in schönster Art und Weise frotzelte. So unterscheidet man beispielsweise zwischen Musikern und Schlagzeugern, wie er behauptete.

Da trat gleich Felix Förster den Gegenbeweis an mit der „Dachziegelpolka“, als er die Dachziegel mit den Schlagstöcken bearbeitete; es gab Sonderapplaus für die Schlagzeugergruppe. Beim fröhlichen Stück „Wir Musikanten“ durfte man sich wieder an den schönen Stimmen des Gesangsduos Dorothe Breuer und Stefan Jansen erfreuen. „Die sind in Höfen bekannter als Heino und Hannelore“, sagte Kerki.

Eine Klarinettengruppe tat sich hervor: Lisa Diewald, Johanna Jansen, Helen Krutt, Tanja Carl, Anita Roder, Hannah Pontzen und Anne Claßen beeindruckten mit ihrem Können, unterstützt von Claudia Förster, die die Bassklarinette spielte, und Martina Pautsch an der Gitarre. Zum „Rheinländer“ ließen sich einige Zuhörer nicht lange bitten und tanzten vor der Bühne. Beim „Egerländer Schmankerl“ wussten die Hörner mit weichem, vollem Klang zu gefallen, ehe die Trompeten mit hellen hohen Tönen brillierten.

In die Pause gingen die Musiker mit der „Borsicka-Polka“, da zogen die einzelnen Instrumentengruppen in den Saal, gruppierten sich um das Publikum herum, das begeistert klatschte. Auch den Dirigenten, Ralf Jansen, sah man strahlen – offensichtlich sehr zufrieden mit dem ersten Teil des Abends. „Wir brauchen keinen Ernst Mosch, wir haben Ralf Jansen“, meinte Kerki, und es gab donnernden Applaus.

Die von Jonas Breuer arrangierte „Sirtaki-Polka“ war eine Überraschung zu Beginn des zweiten Teils: Die jungen Trompeter – Moritz Förster, Niklas Alzer und Jonas Breuer mit dem Schlagzeuger Felix Förster – wurden bei dem witzigen Auftritt begleitet von Edgar Jansen und Heinz-Georg Kerkmann (Tenorhorn) und Achim Mießen an der Tuba. Und welch einzigartiges „Glockensolo“ dann anschließend Heino Breuer in „Alpenglocken“ hinlegte – das riss die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin. „Rauschende Birken“ und „Wo der Wildbach rauscht“ waren Lieder des Gesangsduos, die das Publikum liebte.

Und schließlich durfte getanzt werden: Um sich im Walzertakt zu stimmungsvollen Liedern wie „Sag danke schön mit roten Rosen“ zu drehen, fanden die vergnügten Paare ein Plätzchen vor der Bühne. Dass dann zum Abschied „Muß i denn“ gespielt wurde und alle mit weißen Servietten winkten – „das hatten wir noch nie“, sagte Heinz-Georg Kerkmann. Der Applaus wollte nicht enden, so erklang noch einmal der Radetzky-Marsch, so schön wie in Wien zu Neujahr – nur ohne Geigen!

(ale)
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