Simmerath: Beachtliche Qualität beim Kammermusikkreis Simmerath

Simmerath : Beachtliche Qualität beim Kammermusikkreis Simmerath

Stimmungsvolle Musik und Gedanken zum Advent präsentierte der Kammermusikkreis Simmerath am Sonntag in der Simmerather Pfarrkirche. Was die 26 Musiker aus Simmerath, Monschau, Vossenack, Roetgen und Monschau dabei unter Leitung von Friedhelm Schütz zu Gehör brachten, ließ nicht einen Takt lang erkennen, dass hier Laienmusiker ein Konzert gaben.

Das Orchester präsentierte auf hohem Niveau ein breites Spektrum vorweihnachtlicher Musik. Bei wem sich vor dem Konzertbesuch noch keine weihnachtliche Stimmung eingestellt hatte, dem wurden in der Pfarrkirche von den Musikern diesbezüglich von Anfang an regelrecht die Sinne beflügelt.

Mit der Sinfonie B-Dur von Giovanni Paisiello war man eindrucksvoll in das Konzert eingestiegen, dem sich das besinnliche und in schönen Klangfarben von allen Registern zu Gehör gebrachte „O Come, O Come Emmanuel“, ein Arrangement von Jack Bullock, anschloss. Hiernach dann passend zum Thema des Abends ein Gedicht von Hermann Hesse („Weihnachten“), das von Thomas J. Lennartz vorgetragen wurde und der dazu treffend anmerkte: „Kleiner Umfang, großer Inhalt.“

Musikalisch durch den Schnee

Das Orchester glänzte danach mit der „Suite zur Weihnachtszeit“ (Hansgeorg Mühe) ebenso wie bei dem bei Weihnachtskonzerten beliebten „Polar Express“. Mit diesem kann man auch mit Streichern und Bläsern genussvoll durch den glitzernden Pulverschnee fahren.

Zum Schmunzeln hiernach die von Lennartz vorgetragene Geschichte, die das Christkind zum Lächeln brachte und bei der der Erzengel Gabriel vorsorgliche Maßnahmen in der Krippe von Bethlehem vollzog, so dass sich dort auch balsamische Düfte verbreiteten. Danach rückten dann beeindruckend die Bläser des Orchesters in den Vordergrund („Weihnachtskonzert“ von A. Corelli). Ebenso hörenswert wie Gabriels Oboe aus „The Mission“.

Zum Nachdenken stimmte dann die Geschichte, die Thomas J. Lennartz erzählte und die Zuhörer an eine Zeit erinnerte, als Weihnachten mit Kälte, Krieg und Hunger verbunden war. Das Publikum in der Kirche befand sich plötzlich am Heiligen Abend 1944 bei einem gemeinsamen „Festmenü“ deutscher und amerikanischer Soldaten in der „Hölle“ des Hürtgenwaldes. Den Schlusspunkt setze dann das Orchester. Beim Potpourri von „Happy White Christmas“ fehlte natürlich auch nicht das Rentier mit der roten Nase, Rudolph, und der frostige „Snowmann“.

Fazit am Ende: Ein sehr schönes Konzert mit besinnlichen Texten, dass die Zuhörer zum Lächeln, aber auch zum Nachdenken animierte.

(ho)
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