Kalterherberg: B 258: Ärger über Tempokontrollen

Kalterherberg: B 258: Ärger über Tempokontrollen

Täglich ist Manfred Schneider auf der B 258 zwischen Monschau und Kalterherberg, seinem Wohnort, unterwegs. Die Strecke kennt der Kfz-Sachverständige aus dem Schlaf, aber vor allem auf dem Teilstück zwischen Dreistegen und der Talbrücke Perlenau gilt es immer hellwach zu sein.

Denn die Tempokontrolleure der Städteregion Aachen haben hier in den zurückliegenden Wochen ein reges Betätigungsfeld gefunden.

Im Bereich Schwingsborn geht die Bundesstraße bis zum Ortseingang Höfen sogar in die Vierspurigkeit über. Doch weder von der großzügigen Streckenführung noch von der fehlenden Bebauung (sieht man einmal von der Gaststätte ab) sollte sich der Autofahrer zum Gas geben verleiten lassen, denn auf dem gesamten Streckenstück gilt Tempo 50.

Nicht nur für Manfred Schneider, auch viele Bürger, insbesondere aus Kalterherberg und Höfen, ist diese Tempobegrenzung nicht mehr zeitgemäß und von der Verkehrssituation her auch nicht erforderlich. „Auf diesem Stück sind doch locker 70 Stundenkilometer möglich”, sagt Schneider, der auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Kalterherberg ist und mit dieser Forderung die Meinung vieler Mitbürger wiedergibt.

Seitens der Städteregion aber sieht man die Situation völlig anders. Jüngste Kontrollen hätten ergeben, dass rund 55 Prozent der Autofahrer sich nicht an die Tempo 50-Begrenzung hielten; daher seien stationären Geschwindigkeitsmessungen auch intensiviert worden. Unter anderem will die Städteregion festgestellt haben, dass im temporeduzierten Bereich der B 258 zahlreiche Wanderer und Radfahrer unterwegs sind, zu deren Sicherheit Tempo beitragen soll.

„Wo sind die Wanderer und Radfahrer denn?”, fragt sich Manfred Schneider, der bisher nicht feststellen konnte, dass hier ein erhöhtes Aufkommen an Radfahrern und Wandern herrscht.

Wohl eine andere Feststellung ist für ihn von Bedeutung, denn die Unfallzahlen sind eindeutig in diesem Bereich zurückgegangen. Die Entwicklung führt Schneider aber nicht auf die 50 km/h-Schilder zurück, sondern auf eine andere Maßnahme: Im Bereich der Kurve in Höhe des Campingplatzes Perlenau sei auf wenigen Metern ein neues Stück Asphaltdecke eingebaut worden, da auf diesem Teilstück selbst langsam fahrende Autofahrer immer wieder ins Schleudern geraten und verunfallt seien.

Keinen Bedarf für Tempo 50

Nach der Ausbesserung der Fahrbahn gebe es also „keinen Bedarf” mehr für Tempo 50. Zudem könne auch hier nicht von einer Kreuzung reden, da der sporadische Verkehr in Richtung Perlenau wohl nicht ins Gewicht falle. Daher seien auf jeden Fall Tempo 70 hier der Situation angemessen, verweist Schneider auch die Straßenverkehrsordnung, wonach der Verkehrsfluss gerade auf Bundesstraßen aufrecht erhalten werden müsse.

Nicht zuletzt müsse auch sehen, dass die Bremstechnik an den Fahrzeugen soweit fortgeschritten sei, dass der Bremsweg im Gefahrenfall wesentlich kürzer geworden sei. Und mit Sicherheit diene es nicht der Verbesserung des Verkehrsflusses, wenn vom Campingplatz in Richtungs Monschau bis Dreistegen das Tempo auf 50 Stundenkilometer begrenzt werde.

Bei den täglichen Fahrten in Richtung Aachen, schimpft Manfred Schneider, hätten die Eifeler Pendler bereits genug Belastungen zu tragen. Da könne es nicht sein, dass die Eifeler Bürger auch noch dafür sorgen sollten, „dass der Städteregion die Kasse gefüllt wird.”