Nordeifel: Autos immer häufiger im Visier von Langfingern

Nordeifel: Autos immer häufiger im Visier von Langfingern

Ein Rückgang bei Vergewaltigungen (sieben auf null) und anderen Gewaltdelikten (53 auf 40), aber eine Zunahme bei sexuellem Missbrauch von Kindern (zwei auf fünf), Rauschgiftdelikten (11 auf 19) und vor allem bei Diebstählen von Kraftfahrzeugen (7 auf 20) und aus Kfz (75 auf 123) stechen aus der Kriminalstatistik 2013 für die Nordeifel heraus.

Am Montag veröffentlichte die Aachener Polizei das Zahlenmaterial für die Städteregion sowie für Teilbereiche. Danach ergab sich für den Bereich Monschau, Simmerath und Roetgen eine geringfügige Zunahme der Fälle von 1148 in 2012 auf 1175 Straftaten im vergangenen Jahr. Die Gesamt-Aufklärungsquote blieb mit 44 Prozent nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (43,64 ).

In drei der von der Öffentlichkeit am intensivsten wahrgenommenen Deliktfeldern stand in der Statistik diesmal für die Nordeifel eine „null“: bei Mord und Totschlag, wo es 2012 noch je einen Fall gegeben hatte, ebenso wie bei Vergewaltigungen, wo die Statistik 2012 noch die ungewöhnlich hohe Zahl von sieben Straftaten ausgewiesen hatte. Im vierten, sehr schwer wiegenden Tatbestand stieg die Fallzahl 2013 dagegen an: Fünf Mal musste die Polizei im vergangenen Jahr in der Nordeifel einen sexuellen Missbrauch von Kindern protokollieren; immerhin konnten vier dieser fünf Fälle aufgeklärt werden. 2012 hatten die Ermittler beide Fälle aufklären können.

Bei insgesamt neun registrierten Raubdelikten fallen vier auf, die auf Geschäfte oder Tankstellen verübt wurden und von denen nur in einem Fall der Täter dingfest gemacht werden konnte. Auch bei zwei Straßenraubfällen blieb die Fahndung erfolglos. Den einzigen Sparkassenüberfall in 2013 konnte die Kripo hingegen aufklären.

Hohe Aufklärungsquoten weist die Statistik dagegen im Bereich der Körperverletzungen aus. Von 30 Fällen gefährlicher und schwerer Körperverletzung (2012:36) wurde dem Täter in fast 87 Prozent der Fälle der Prozess gemacht, bei der vorsätzlichen leichten Körperverletzung (Rückgang von 94 auf 81) geht die Aufklärungsquote gar gegen 100 Prozent.

Ein großes Thema auch in der scheinbar „heilen Eifelwelt“ werden mehr und mehr Diebstähle und Einbrüche. Und besonders auffällig ist in dieser Kategorie, dass die Aufklärungsquoten der Polizei hier, abgesehen von den Ladendiebstählen (12 von 13 aufgeklärt) durchgängig unter 20 Prozent liegt. Alle fünf Taschendiebstähle sowie je zwei Einbruchdiebstähle in Keller und Gaststätten blieben unaufgeklärt, von 79 Wohnungseinbrüchen gab es nur bei deren zehn eine Aufklärung. Immerhin wurde die Erfolgsquote von 7,69 auf 12,66 Prozent gegenüber 2012 (65 Fälle) gesteigert.

18 Mal drangen Langfinger 2013 in Nordeifeler Geschäfte ein (Vorjahr 14), nur zweimal konnten hier die Übeltäter dingfest gemacht werden.

20 Kraftfahrzeuge entwendet

Noch drastischer ist im hiesigen Raum die Zunahme der Diebstahldelikte von, an und aus Kraftfahrzeugen. Stolze 20 Autos wechselten 2013 ungeplant den Besitzer, das ist eine Zunahme von 185 Prozent gegenüber dem Vorjahr (7). Und nur drei Autobesitzer erfuhren, wer das gute Stück entwendet hatte. 2012 hatte die Kripo ebenfalls nur zwei der sieben Kfz-Diebstähle aufklären können.

Navis, Mobiltelefone und Wertgegenstände sind die Objekte der Begierde bei Diebstählen aus und an Kfz. Auch hier verzeichnete die Nordeifel-Bilanz einen Sprung von 75 auf 123 Fällen (+ 64 Prozent), auch hier liegt die Aufklärungsquote bei gerade einmal 7,3 Prozent. Immerhin ist das eine kleine Steigerung, war doch 2012 keiner der 75 Diebstähle aus und an Kfz aufgeklärt worden.

Nicht in dieser Auflistung beinhaltet sind Zweiräder. Wie 2012 wurden auch im vergangenen Jahr fünf Krafträder gestohlen, und wie 2012 wurde keiner dieser Fälle aufgeklärt. Auch beim Fahrraddiebstahl (2013: 18, 2012: 15) kam die Polizei nur einem Langfinger auf die Schliche.

Während es bei Betrugsdelikten (153) keine und bei Umweltdelikten (von 11 auf 13) nur geringfügige Veränderungen gab, ist der deutliche Rückgang bei Sachbeschädigungen (von 145 auf 114), Gewaltvergehen (53 auf 40) und Computerdelikten (35 auf 21) als erfreulich zu bewerten. Von 11 auf 19 stieg 2013 die Zahl der Rauschgiftdelikte, wo die Polizei jedoch eine 100-prozentige Aufklärungsquote vorweisen kann.

(hes)
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