Familie sucht Zeugen: Autofahrer verletzt Blinde und flüchtet

Familie sucht Zeugen : Autofahrer verletzt Blinde und flüchtet

Victoria F. ist mit ihrem Blindenführhund am Samstag auf dem Feldweg zwischen ihrem Heimatort Kesternich und Simmerath unterwegs, als das Unglaubliche passiert: Ein Autofahrer fährt die junge Frau an und lässt sie und ihren Hund verletzt im Graben liegen. Die genauen Umstände sind bislang nicht bekannt.

Ihre Familie macht das Verbrechen noch am Samstagabend auf Facebook öffentlich: „Meine kleine Schwester  ist um ca. 15:30 Uhr von einem Auto angefahren worden. Dieser Autofahrer hat Fahrerflucht begannen und hat sie einfach im Graben liegen lassen, samt Blindenführhund. Nun liegt die Schwerverletzte im Krankenhaus. Wir suchen dringend nach Zeugen die etwas gesehen haben! Eine Anzeige ist erstattet“, schreibt eine Schwester des Opfers. Die Bitte der Familie: Wer Hinweise auf den Täter oder die Täterin liefern kann, möge sich mit der Polizei in Verbindung setzen.

Tausendfach geteilt

Binnen weniger Stunden wurde der Beitrag in dem Sozialen Netzwerk mehr als 8000 Mal von Nutzern im ganzen Land geteilt. Hunderte Menschen bekundeten ihr Mitgefühl mit dem Opfer und ihrer Familie, ließen dort aber teilweise auch der Wut auf den Täter freien Lauf. Die Polizei hielt sich am Sonntag angesichts der laufenden Ermittlungen mit Informationen sehr zurück und bestätigte lediglich, dass nach einem Autofahrer gefahndet werde. Die Verletzte werde derzeit im Krankenhaus versorgt. Nach Angaben ihrer Familie erlitt sie schwere Prellungen aber keine Knochenbrüche.

Victoria F. ist in der Eifel keine Unbekannte. Ihr Schicksal bewegte bereits in der Vergangenheit viele Menschen. Ein Kamerateam des ZDF hatte die Sehbehinderte über drei Jahre hinweg für eine Dokumentation aus der Reihe „37 Grad“ begleitet, die in diesem Jahr ausgestrahlt worden war. Vor neun Jahren hatte das Mädchen bei einem Sportunfall in der Schule das Sehvermögen nahezu völlig verloren. 2015 sammelte der Dürener Läufer Peter Borsdorff 12.000 Euro für eine Behandlung in einer Spezialklinik – der bis dato letzten Hoffnung des Mädchens.

250.000 Verfahren pro Jahr

Jährlich werden in Deutschland mehr als 250.000 Verfahren wegen Unfallflucht geführt. Die Tat kann im Fall von Personenschäden mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren sanktioniert werden.

(mar)