Monschau: Ausstellung zu Christos Wirken in Monschau endet am Donnerstag

Monschau : Ausstellung zu Christos Wirken in Monschau endet am Donnerstag

Nur ganze vier Jahre, von 1968 bis 1972, hat der Kunstkreis Monschau bestanden. Wenig Zeit, aber Zeit genug, das Neueste an bildender Kunst in Monschau zu präsentieren, das der nationale und internationale Kunstbetrieb in jenen Jahren zu bieten hatte.

Der Kunstkreis Monschau war damals von der traditionellen Kunst auf den sogenannten erweiterten Kunstbegriff übergegangen. Zwei Ausstellungen haben damals Furore gemacht: die „Umwelt-Akzente“ mit dem Untertitel „Die Expansion der Kunst“ und das Projekt „Christo verhängt Monschau“ und „Christo verpackt Monschau“ — zwei Veranstaltungen, die in die Kunstgeschichte eingegangen sind — 1970 die „Umwelt-Akzente“ mit 39 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland, ein Jahr später das „Christo-Projekt mon Schau“, womit angezeigt wurde, dass das die Zahl der teilnehmenden Künstler bei „mono“, bei „eins“ lag, beim Verpackungskünstler Christo, der damit in Deutschland zum ersten Male auftrat.

Das Christo-Projekt hatte seine Vernissage am 10. März. Es geht am Donnerstag, 10. Mai, zu Ende. Kaspar Vallot hat 1971 Objekte, Fotos und Zeitungsberichte gesammelt und damit ein Kunstprojekt bewahrt, das über Deutschland hinaus Bedeutung erlangte. Christo hatte im Jahre 1968 an der 4. Documenta in Kassel teilgenommen und war damals auf die weltpolitische Lage Berlins aufmerksam geworden. Er entwickelte den Plan, in Berlin ein Zeichen zu setzen. In welcher Weise? Durch Verpackung des Reichstages.

Zunächst stieß er bei den verantwortlichen Politikern auf Ablehnung. So mag sein Entschluss, über Etappen zum Ziel „Reichstag“ zu kommen, ihn veranlasst haben, mit dem Projekt Monschau die „Tür“ zu Deutschland zu öffnen. Jedenfalls entschied der Bundestag viele Jahre nach Monschau: „Christo darf den Reichstag verpacken.“ Der Rückblick auf „Christo 1971“ in der Galerie Beumers endet am 10. Mai. An diesem letzten Ausstellungstag kann die Christo-Retrospektive in der Zeit von 12 bis 18 Uhr letztmalig besucht werden. Wer über das Thema „Kunst in Monschau“ und den Weltkünstler Christo in der Galerie Beumers diskutieren möchte, hat dazu am Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr Gelegenheit. Als Gesprächspartner wird der Initiator der Ausstellung, Kaspar Vallot, in der Galerie Beumers zugegen sein.

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