Von Angst und Sehnsucht: Ausstellung zeigt Bilder von Geflüchteten in der Aukirche

Von Angst und Sehnsucht : Ausstellung zeigt Bilder von Geflüchteten in der Aukirche

In der Monschauer Aukirche wurde am Sonntag unter dem Titel „Wir sind hier“ eine kleine Ausstellung eröffnet, die in vieler Hinsicht Beachtung und Nachdenken verdient. Marita Rauchberger von der Gemünder Galerie „Eifel Kunst“ stellte das Projekt vor.

Sie berichtete, dass eine Gruppe junger Flüchtlinge aus Afrika und Vorderasien ihre Erfahrung von Flucht und versuchter Neu-Integration in Deutschland in bildnerischer Form zur Darstellung zu bringen suchte. Die Flüchtlingsseelsorge in der Region Eifel stellte Papier und Farben zur Verfügung.

Im „Café International“ im Imgenbroicher Pfarrheim fand sich ein Raum, wo die jungen Künstler aktiv werden konnten. Freilich sind es keine professionellen Künstler, deren Werke nun in der Aukirche für einige Wochen zu sehen sind. Wahrscheinlich hat niemand von den jungen Leuten zuvor je daran gedacht, sich in dieser Weise zu äußern. Es ist allein die besondere menschliche Situation, die nach diesem außergewöhnlichen Ausdruck drängte.

Persönliche Zeugnisse

Und selbstverständlich darf man die Bilder in der Aukirche deswegen nicht allein unter einem künstlerisch-ästhetischen Maßstab beurteilen. In einem der Bilder hat der Künstler einen Spruch hineingeschrieben, den er wohl irgendwo gefunden oder den man ihm gezeigt hat: „Konfrontiere deine Angst und finde deine Freiheit“.

Die eigene Angst und Bedrängnis ins Bild zu bringen, so hat er es wohl erlebt, ist eine Weise, zur Freiheit zu finden. So sind diese Bilder, die sich wohl erst nach mehrmaligem Betrachten in ihrer Tiefe erschließen, weniger ein Ausdruck der Sehnsucht nach Harmonie als vielmehr ein Zeugnis der persönlichen Angefochtenheit ihrer Urheber.

Mehrere Bilder zeugen in der Tat von Angst und Bedrohung. Ein Bild mit der deutschen Nationalfahne zeugt auf eine etwas unbeholfene Weise aber doch auch von großer Dankbarkeit und Zuversicht. Wie schwer es freilich den jungen geflüchteten Menschen aus Afrika und Asien tatsächlich fällt, sich bei uns zurechtzufinden, ist wohl auch daran zu sehen, dass keiner von ihnen das Zutrauen hatte, persönlich bei „ihrer“ Ausstellung in der Aukirche zu erscheinen.

Mehrere Initiatoren

Den Initiatoren des ungewöhnlichen Projekts ist auf jeden Fall ein großer Dank zu zollen. Es sind neben der Galerie „Eifel Kunst“ und der Flüchtlingsseelsorge Eifel auch die GdG Monschau und die Pfarre Mariä Geburt in Monschau.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Oktober in der Aukirche zu sehen.

(js)
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