Imgenbroich: Aus einer Kuhwiese wurde ein Rosengarten für Imgenbroich

Imgenbroich : Aus einer Kuhwiese wurde ein Rosengarten für Imgenbroich

Es war einmal eine Kuhwiese, rund 3000 Quadratmeter groß. Josef Schlagloth erbte diese Wiese und überlegte mit seiner Frau Helene gemeinsam: „Was sollen wir mit der Wiese machen?“ Nun liegt das Stück Land nicht im sonnigen und warmen Rheintal, sondern im kargen Eifelland am Ortsrand von Imgenbroich.

Josef Schlagloth, 69 Jahre, erinnert sich: „Vor 20 Jahren hatten wir dann irgendwie den Einfall, dass aus der Kuhwiese ein Rosengarten werden soll.“ Dass auch eine derartige Verwandlung möglich ist, bewiesen die beiden Gartenliebhaber fortan. Doch zunächst musste Wasser her.

Zwar glaubte Josef Schlagloth damals nicht wirklich an die Kunst und das Können eines Wünschelrutengängers, dennoch ließ er seinen Sohn Frank mit eben einer Wünschelrute das Land abschreiten. Und siehe da: An einer bestimmten Stelle wies der Sohn auf eine Wasserader hin.

Die Stelle wurde markiert, und noch einmal schritt der Sohn — diesmal mit verschlossenen Augen — das Land ab, um zum gleichen Ergebnis zu kommen. 2007 begannen die Arbeiten am Brunnen, heute das Herzstück des Rosenparks.

Josef Schlagloth, von Beruf Schlosser, buddelte und meißelte, bis es hieß: „Im Brunnen ist Wasser.“ Noch heute weiß er zu berichten: „Es überkam mich damals ein unglaubliches Glücksgefühl, Wasser gefunden zu haben.“ Seither trägt der Park den Namen Brunnenwiese.

Baum der auf zwei Beinen steht

Eingerahmt wird das zauberhafte Stück Land von einer Buchenhecke und hohen Buchenbäumen, in denen Rankrosen und Clematis bis in den Himmel klettern. Einige ganz außergewöhnliche Rotbuchen stehen auf der Fläche, darunter ein gut betagter Baum, der aussieht, als würde er auf zwei Beinen stehen. Über die Jahre gestalteten die Gartenliebhaber die Brunnenwiese.

400 verschiedene Rosensorten hielten bisher Einzug, neue Sorten an den unglaublichsten Standorten kreierten sich inzwischen selber. Gestaltende Elemente wie eine Jesusfigur aus Metall, Rosenbögen, Steinfiguren, ein Pavillon, Buntglas, ein Spiegel, Wasserbecken und diverse Utensilien mehr hielten um den Brunnen herum Einzug und geben dem Garten eine unvergleichlich entspannende Note.

Gartenräume erhielten Namen: So gibt die Lindenallee, den Chorraum und eine Bank unter einem Rosenregen. Neben Rosen und Clematis finden sich Rittersporn, Lilien, Glockenblumen, Hortensien und Phloxe sowie „Hemdknöpfchen“, das ist Mutterkraut.

Helene Schlagloth: „Da es hier in der Eifel eher kühl und schattig ist, achten wir beim Kauf der Pflanzen auf Resistenz.“ So sollten die Blumen möglichst frostfest und winterhart sein ebenso wie widerstandsfähig gegen Mehltau und Pilz.

Licht und Sonne, keine Chemie

Neben der Pflege der Beete und der Rasenfläche sorgt das gärtnernde Paar auch immer wieder dafür, dass der Garten trotz der großen Bäume, die ihn einfassen, immer wieder genug Licht und Sonne erhält. Mit Chemie wird auf der Brunnenwiese nicht gearbeitet, ausschließlich natürliche Mittel wie etwa Brennnesselsud gegen Läuse und Effektive Mikroorganismen (EM) als Boden- und Pflanzenstärkung kommen zum Einsatz.

Jeder, der mag, kann den Park betreten und sich darin aufhalten, um die Atmosphäre zu genießen. Und wer ein wenig Geduld hat und sich auf einer der Sitzgelegenheiten niederlässt, die Augen schließt, das warme Sonnenlicht nach einem Regenschauer auf seiner Haut fühlt, der nimmt wie aus dem Nichts plötzlich herrliche Rosendüfte wahr. Ein Moment fast wie im Märchen.

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