Aus der Natur unserer Heimat Nordeifel: Der Schwalbenschwanz

Schmetterling unserer Heimat : Der Schwalbenschwanz fühlt sich in Monschau wohl

Man meint, dass noch dem warmen Sommer des vergangenen Jahres, nach dem letzten milden Winter und nach den warmen Sommermonaten in diesem Jahr es reichlich Schmetterlinge und andere Insekten geben müsste. Dem ist aber nicht so. Aber eine seltenen Schmetterlingsart wurde nun gesichtet.

Nur sehr wenige Schmetterlinge sind bisher in diesem Sommer zu beobachten gewesen. Auch in der Provinz Limburg in Holland sind nur wenige Schmetterlinge zu beobachten gewesen, wie ein Insektenkenner aus Valkenburg berichtete. Es handelt sich also nicht um ein regionales Problem, sondern greift weit über unsere Region hinaus.

Als Grund für die Abwesenheit der Schmetterlinge wird der nasse und kalte Mai vermutet, in dem sich keine oder kaum Schmetterlinge der zweiten Generation fortpflanzen konnten. Einige Schmetterlinge sind dann doch unterwegs. So wurde in der vergangenen Woche am Ravel-Radweg zwischen Bahnhof Monschau und Bahnhof Konzen eine sehr seltene Schmetterlingsart unserer Heimat gefunden, nämlich der Schwalbenschwanz.

Wie das Foto zeigt, ist er einer der größten und schönsten Schmetterlinge, die es bei uns gibt. Sein Lebensraum sind blumenreiche Wiesen und Graslandschaften. Und der Ravel-Radweg ist mit seinen Böschung und Gräben ein ausgezeichneter Lebensraum für viele Blumen und Insekten. Leider registrieren wohl die meisten Radfahrer die Schönheiten am Wegrand nicht.

Der Schwalbenschwanz an diesem Radweg in der vergangenen Woche flog aufgeregt lange eine bestimmte Strecke auf und ab, ließ sich nur kurz nieder. Es schien so, als ob er da sein Revier hatte. Letztlich hatte er doch ein Erbarmen mit dem Fotografen und ruhte sich fünf Minuten aus. Heinz Weishaupt aus Mützenich hat an dieser Stelle im vergangenen Herbst auch Raupen dieses schönen Falters gefunden.

Der Schwalbenschwanz legt seine Eier an die späteren Futterpflanzen: Dill, Fenchel und Wilde Möhren, bei uns also nur an wilden Möhren. Aus diesem Ei schlüpfen die etwa acht Millimeter langen Raupen, die sich an den Futterpflanzen zu recht großen und auffälligen Raupen entwickeln. Zur Verpuppung heftet sich die Raupe an einem Stängel. In diesem Stadium überwintern die Puppen. Die Angewohnheit der ordnungsliebenden Menschen, im Herbst in Feld und Garten „aufzuräumen“ (mähen, umgraben) vernichtet viele Schmetterlingspuppen.

Das gilt auch für Arbeiter der Gemeinde und der Straßenmeistereien. Etwas mehr „Unordnung“ und „wilde Natur“ würde nicht nur dem Schwalbenschwanz helfen. Aus den überlebenden Puppen schlüpfen dann im Frühjahr wieder neue Schmetterlinge.