Monschau: Aus der Großbaustelle in der Altstadt Monschau das Beste machen

Monschau : Aus der Großbaustelle in der Altstadt Monschau das Beste machen

Wenn man so will, ist die historische Altstadt Monschau derzeit um eine Attraktion reicher, denn an der Großbaustelle, die vom Marktplatz nun abschnittsweise in die Austraße weiterzieht, kommt niemand vorbei. Das Zentrum der Stadt wird derzeit von einem großen Loch beherrscht.

Umkreist ist die Baugrube nicht nur von Baggern und Absperrungen, sondern auch ständig von Touristen, die die Stadt besuchen und genauso interessiert in die Baugrube schauen wie auf die Fachwerkfassaden an der Rur oder hinauf zur Hallerruine.

Neugierige Blicke

Die Mitarbeiter der Baufirma haben sich inzwischen daran gewöhnt, dass an dieser exponierten Stelle die Neuverlegung einer Kanalleitung viele neugierige Blicke anzieht. Unter das Altstadtpflaster wird der sogenannte Rursammler verlegt. Bisher verlief Monschaus Hauptabwasserleitung durch das Bett der Rur. Die aufwendige 3,5 Millionen Euro teure Maßnahme wird mit 2,8 Millionen Euro durch das Land NRW gefördert.

Die Maßnahme ist eine direkte Folge des in den Jahren 2012 bis 2014 von der Stadt Monschau aufgestellten Fremdwassersanierungskonzeptes für die Altstadt. Hierbei hatte sich herausgestellt, dass der im Bett der Rur liegende Rursammler eine der Hauptfremdwasserquellen ist.

So war in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium des Landes NRW und der Bezirksregierung Köln als Obere Wasserbehörde festgelegt worden, dass sämtliche innerhalb des Rurbetts liegende, direkt an den Rursammler angeschlossenen Grundstücksabwasserleitungen wie auch der Rursammler selbst zwischen Kurpark und Markt (Länge circa 640 Meter) entfernt werden müssen.

Dies erfordert neben dem Neubau einer Schmutzwasserkanalisation in der Austraße und der Stadtstraße auch die Errichtung einer Pumpstation an Richters Eck sowie mehrere Pumpendruckleitungen in den Bereichen Auf den Planken und Rurstraße.

Die Baumaßnahme, verbunden mit einer barrierefreien Neuverlegung des Altstadtpflasters sowie mit der Verlegung von Glasfaserleitungen, ist jetzt in vollem Gange. Das Ziel, vor allem in den tourismusarmen Monaten Januar bis Mai die Maßnahme abzuwickeln, kann durch den Wintereinbruch nicht mehr eingehalten werden. Betroffene und Gäste scheinen es mit Geduld zu ertragen: „Uns haben bislang von keiner Seite Beschwerden erreicht“, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter. Sie hofft nun, dass bis Ende April die Baustelle in der jetzt vollgesperrten Austraße abgeschlossen sein wird. „Eigentlich wollten wir bis zum Ende der Osterferien aus dem Zentrum heraus sein.“

Die nächsten Schritte stehen bereits an: Im Bereich Auf den Planken wird die nächste, allerdings kleiner dimensionierte Baustelle eingerichtet, und dann geht es in die Eschbachstraße. Die Baustelle im Bereich von altem Pfarramt bis zur Abzweigung Rosenthal erfordert ebenfalls eine Vollsperrung, wovon in starkem Maße auch die Bürger aus Höfen betroffen sind, für die eine Umleitung eingerichtet wird. Diese Baustelle werde aber als Eingriff in das Stadtbild nicht so stark sichtbar sein, sagt die Bürgermeisterin.

Skulpturen in der Rur

Wie man aus einer Großbaustelle noch das Beste machen kann, soll auch die Skulpturenausstellung des Bildhauers Eberhard Foest zeigen, die am Sonntag eröffnet wird. Das Projekt „Kunst am Bau“ wird vom Land NRW gefördert. „Die Besucher sollen ein Stück weit von der Baustelle abgelenkt werden“, erläutert Margareta Ritter die Absicht.

So darf sich der Betrachter auch nicht über Skulpturen in direkter Nähe der Baustelle wundern, die, nicht ganz unbeabsichtigt, noch ein zusätzliches Hindernis darstellen können. Auch in der Rur wurden, passend zum Baustellencharakter, zwei Werke platziert

Die Bürgermeisterin wünscht sich, dass trotz der zeitlichen Verzögerung die Baumaßnahme nun planmäßig weiterläuft. „Das ist schon eine große Herausforderung, aber enorm wichtig für die Zukunft.“

(P. St.)
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