Auftakt zur „Eifel Musicale“ in der Aukirche in Monschau

Auftakt zur „Eifel Musicale“ : Kultureller Neuaufbruch mit hochkarätigem Konzert

Der Auftakt des neuen Festivals „Eifel Musicale“ am Samstagabend in der Monschauer Aukirche ließ Altbekanntes in einem neuen Glanz erstrahlen.

Das Konzert am Samstagabend in der Monschauer Aukirche – als Auftakt des neuen Festivals „Eifel Musicale“ – war also doch nicht das erste Mal, dass das Aachener Sinfonieorchester in Monschau gastiert hätte. Florian Koltun musste in seiner Begrüßung die entsprechenden Angaben im Vorfeld berichtigen. Aber immerhin: nach mehr als 60 Jahren konnte sich wohl keiner der Konzertbesucher an jenen früheren Anlass noch erinnern. Und das, was an diesem Abend geboten wurde, gab auch keinen Grund, nostalgisch zurückzublicken.

In der Aukirche war kein Platz mehr frei. Offensichtlich war ganz Monschau stolz auf einen kulturellen Neuaufbruch. Freilich war der Abend beinahe mehr ein gesellschaftliches als ein kulturelles „Event“, denn die Gepflogenheiten „klassischer“ Konzerte schienen der Mehrzahl der Zuhörer nicht so vertraut. Aber die Musiker des Aachener Sinfonieorchesters ließen sich davon in keiner Weise irritieren.

Unter der Leitung des früheren kommissarischen Generalmusikdirektors Justus Thorau spielten sie ein Programm, das zwar auf sehr bekannte Werke des klassischen Repertoires zurückgriff, aber die Art, wie die Aachener Musiker dies darboten, ließ das Altbekannte gleichsam in neuem Glanz erstrahlen. Das galt schon für die einleitende „Hebriden-Ouvertüre“, die der junge Felix Mendelssohn Bartholdy als erste musikalische Frucht von einer Schottland-Reise mitgebracht hatte. Und noch mehr galt es natürlich für das Hauptwerk des Abends, Robert Schumanns Klavierkonzert in a-moll. Hier trat als Solist der junge ukrainisch-kanadische Pianist Dmitrij Levkovich zum Orchester hinzu.

Musikalisch war das Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester untadelig und gab die Grundstimmung des Werks gut wieder, in welchem dem Zuhörer die persönlich-emotionale Bewegtheit des Komponisten nachvollziehbar wird – Kennzeichen einer „romantischen“ Ästhetik, die in der Darbietung überzeugend zum Zuge kam. Zu bemerken war freilich, dass der Flügel wohl aufgrund seiner logistischen Aufstellung vor dem Orchester – und beinahe mitten im Publikum – ein wenig zu sehr dominierte. Auch war womöglich die Akustik der Aukirche bei einigen besonders emotionalen und lautstarken Stellen des romantischen Werks doch etwas überfordert.

Völlig im Gleichgewicht war dagegen in dieser Hinsicht die Darbietung des letzten Werkes, der späten g-moll-Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch dieses sehr bekannte Werk – oder wie Florian Koltun, nur wenig übertreibend, sagte, eine der berühmtesten Sinfonien überhaupt – wurde von den Aachener Musikern mit einer Frische und Verve vorgetragen, die es wie neu erleben ließen. Das lebendige und befeuernde Dirigat von Justus Thorau hatte daran einen gehörigen Anteil. Im Vergleich zu den romantischen Werken, die vorangegangen waren, hatte man beinahe den Eindruck, dass der Komponist Mozart, etwa 40 Jahre vor der romantischen Periode, in der Disposition seiner Werke eher an solche räumlichen Dimensionen gedacht hatte, wie sie die Aukirche darstellt. Dies mag der Grund dafür sein, dass die Mozart-Sinfonie erklang, als sei sie genau dafür geschaffen worden.

Florian Koltun als Organisator des neuen Festivals „Eifel musicale“ konnte mit diesem grandiosen Auftakt jedenfalls sehr zufrieden sein und dankte allen, die dazu beigetragen hatten, diese kulturelle Ereignis wahr werden zu lassen. Bis Anfang Juni haben die Musikinteressierten der Nordeifel und darüber hinaus Gelegenheit, etwa 20 hochkarätige Konzerte unterschiedlichster Art zu erleben. Eine ansprechend gestaltete Broschüre gibt ausführlich Auskunft über alle Termine. Weitere Informationen gibt es unter www.eifel-musicale.com.

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