Huppenbroich: Auch 2013 ist Idealismus gefragt

Huppenbroich: Auch 2013 ist Idealismus gefragt

Ein ereignis—, arbeitsreiches und — trotz enorm ehrenamtlichen Mitglieder-Engagements — kostspieliges Vereinsjahr 2012 liegt hinter dem Kapellenverein Huppenbroich. Und 2013, stellte der Vorstand um den Vorsitzenden Hans Keutgen bei der Jahreshauptversammlung plausibel dar, dürften nicht weniger Einsatzfreude und Idealismus der Kulturpfleger gefragt sein.

Denn die gewaltige Herausforderung Umbau und Ausbau von Sakristei und Kapelle garantiert auch weiterhin rege gemeinnützige Arbeit.

Im Vereinslokal Ohler begrüßte Keutgen mit 20 Besuchern eine infolge Erkältungswelle arg geschrumpfte Runde Vereinsangehöriger. 18 Erschienene darin waren stimmberechtigt. Mit der guten Mitteilung, „unser Verein hat jetzt 92 Mitglieder, drei mehr als noch vor Jahresfrist, nach personell verlustreichen Jahren geht es endlich wieder aufwärts“, eröffnete der Vorstandsvorsitzende die Rechenschaftsberichte des Führungsgremiums.

Die zweite Huppenbroicher Pferdesegnung durch GdG—Pfarrer Michael Stoffels bezeichnete Keutgen „mit etwa hundert Tieren als vollen Erfolg“. Da die inzwischen weithin populäre Veranstaltung spürbar dazu beitrug, folgerte Keutgen, „nicht zuletzt auch dank wirksamer Hilfe durch den FC Viktoria und die großartige Beteiligung der Huppenbroicher Bevölkerung, die Kasse für die Fertigstellung der Sakristei weiter erklecklich zu füllen“, soll das sportlich—religiöse Event, mit hohem Unterhaltungswert für die Zuschauer, am kommenden 21. April seine dritte Auflage erleben. Die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren, „nun bitten wir den Herrgott um Segen und gutes Wetter“.

Das bestimmende „Thema des Jahres 2012“ im Tätigkeitsspektrum der Kapellenfreunde bildeten die Projekte Sakristei—Fertigstellung und erforderliche Baumaßnahmen am Gotteshäuschen. Pünktlich zur ersten heiligen Messe nach Ostern, merkte Hans Keutgen mit Genugtuung an, „zog Pastor Stoffels durch die Sakristeitür in die sanierte Kirche ein, der gesetzte Termin wurde exakt eingehalten“. Fazit der Gläubigen: Ein schönes Gebäude mit vorzeigbarem Innenleben! Nun galt die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen der Ausgestaltung aller Außenanlagen, finalen Restarbeiten an der Außenwand und Pflasterarbeiten. Alle Maßnahmen konnten mit großzügiger Hilfe zweier ortsansässiger Gartenbaufirmen sowie „Hand— und Spanndiensten einiger Dorfbewohner vollendet werden“ (Keutgen). Nach Abschluss der Elektroarbeiten, resümierte Keutgen, sei zur Weihnachtszeit der Glanz des Platzes mit Christbaum und geschmücktem Fenster so recht zur Geltung gekommen: „Welches Schmuckstück entstand in unserer Dorfmitte!“

Gleichwohl wurden, relativierte der Vortragende, trotz aller ehrenamtlichen Anstrengungen auch hohe finanzielle Aufwendungen für das laufende Projekt erforderlich. Ungeplante Investitionen verursachten hohe Kosten. Etwa die Neueindeckung des Kirchleins samt Sakristei, Verkleidung des Giebels zur Wetterseite oder die Absicherung der hinteren Seitenwand sowie die Außengestaltung rings um den Sakralbaukomplex. „Insgesamt“, stellte Keutgen fest, „mussten wir der Simmerather Pfarre St. Johann Baptist einen Zuschuss zu den Baumaßnahmen über 50.000 Euro überweisen.“

Da bildete die Feier des Heiligen Abends einen wohltuenden Ausgleich zu den finanziellen Sorgen und im Hinblick auf weiter zu lösende Mammut-Aufgaben. Die traditionelle Krippenfeier war einmal mehr gut besucht. Marion Schmitz—Berners und Sandra Ramers hatten eine gehaltvolle Feierstunde mit Huppenbroicher Kindern vorbildlich inszeniert.

Sorge bereitet den Verantwortlichen die hintere Kapellen—Seitenwand, sie bedarf dringender Sanierung. Während dieses mit Komplettanstrich zu krönenden Vorhabens könnte eine Schließung der Kapelle erforderlich werden.

Zwei Veranstaltungen wurden, listete der Vortragende erfreut auf, zu Gunsten Huppenbroicher Senioren durchgeführt. Aus dem Erlös des Weihnachtsmarktes werden betagte Mitbürger am 7. Mai einen Ausflug starten. Zuvor, Palmsonntag, 24. März, 15 Uhr, wird Pfarrer Stoffels zur Eröffnung der Sakrala—Ausstellung eine heilige Messe lesen. Danach möchte der Geistliche den Platz mit der Madonnen-Statue weihen.

Mit einem Dank an sein Vorstandskollegium („Es wird uns um die Kapelle nie langweilig, der Vorstand leistet viel Arbeit, mit unserem eingespielten Team möchten wir noch Einiges bewegen“) schloss Hans Keutgen seinen Sachstandsbericht.

Kassenführer Heinz—Otto Nickel meldete ein solide verwaltetes Vermögen, der Ausgaben—Explosion zum Trotz. Die Revisoren Andreas Conrads und Holger Twardy bescheinigten dem Schatzmeister „bestens geführte Bücher“. Zum neuen Prüfergespann wurden Holger Twardy und Joachim Schröder gewählt.

Ehe in Teilneuwahl drei Vorstandsämter neu zu besetzen waren, änderten die Anwesenden ihre Vereinssatzung in einigen Passagen. Unter Leitung des zweiten Vorsitzenden Friedhelm Hoss wurde der seit 20 Jahren an der Vereinsspitze stehende Hans Keutgen erneut mit der Führung beauftragt. Heinz—Otto Nickel schied dagegen nach vierjährigem Wirken als Finanzverwalter aus dieser Funktion, mit Dank und Anerkennung verabschiedet. Nickels Vereinsverantwortung („Ich freue mich über diese kompetente Nachfolgerin“) übernahm Sabine Gussen.

Zum ersten Beisitzer kürten die Kapellenfreunde Hubert Toussaint. Die unermüdlich für Pflege und Ansehen der Kapelle schaffende Küsterin Resi Hoss wurde ehrend mit Blumen bedacht.

(M. S.)
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