Monschau: Attraktionen abseits des Ravel-Radweges

Monschau: Attraktionen abseits des Ravel-Radweges

Mit Kind und Kegel dort Rad zu fahren, wo einst Personenzüge und dampfende Lokomotiven, schwer beladen mit Kohle, Holz und Panzern, durch eine (fast) unberührte Landschaft zogen, soll bald Wirklichkeit werden: Auf der Trasse der alten Vennbahn sollen demnächst Fahrräder verkehren.

Die Schienen sind längst abgebaut, nun wird dort, wo über viele Jahrzehnte die Lebensader der Eifel war, ein Radweg gebaut, 2,50 bis drei Meter breit, maximal zwei Prozent Steigung.

Die Ravel-Route soll auf gut 130 Kilometer Länge zur neuen Attraktion der Eifel-Ardennen-Region werden. 28,5 Kilometer führt der Radweg durch die Städteregion Aachen. Und ein Teilstück dieser Route, die elf Kilometer zwischen Konzen und Kalterherberg sollen zu einem ganz besonderen Stück ausgestaltet werden - zur „Familienstrecke”.

Fünf Leute, eine Idee

Mit dieser Idee haben sich nun wiederholt die Ortsvorsteher der Orte entlang dieser Teilstrecke: Matthias Steffens (Konzen), Jacqueline Huppertz (Mützenich), Georg Kaulen (Monschau) und Norbert Rader (Kalterherberg) befasst. Unterstützt und intensiv begleitet wird die Initiative von Micha Kreitz, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Monschauer Stadtrat.

Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, die Ravel-Route zwischen Konzen und Kalterherberg gezielt und ganz bewusst für den Tourismus in der Stadt Monschau zu nutzen und als „Familienstrecke” zu vermarkten.

Der Hintergrund des Projektes: Die Vennbahn-Trasse macht einen weiten Bogen um die Dörfer Konzen, Mützenich und Kalterherberg, folglich führt auch der neue Radweg um die Orte herum und die Radfahrer an den Orten vorbei. Ebenso war dies bei der touristischen Vennbahn, die zuletzt den „Bahnhof” in Konzen passierte, ohne dort zu halten. Die „touristische Vennbahn” hat dem Tourismus in der Stadt Monschau kaum einen Mehrwert gebracht.

Permanent attraktiv

Dies soll bei der Ravel-Route nun anders werden. Ohne attraktives und permanentes „Rahmenprogramm”, so sind die Ortsvorsteher überzeugt, haben die Orte „nicht all zu viel” von dem Premium-Radweg, der, so Regionsrat Helmut Etschenberg, zum „touristischen Rückgrad des Fahrrad-Tourismus etabliert” werden soll.

Die Strecke zwischen den Bahnhöfen Konzen und Monschau-Mützenich ist 4,2 Kilometer lang, die Strecke zwischen Monschau und dem Bahnhof Kalterherberg hat eine Länge von 6,9 Kilometern. Dabei liegt der Radweg in den schönen Landschaften des Feuerbach- und des Rurtals, dazu nahe am Hohen Venn (Steinley-Venn bei Konzen, nahe dem Roten Venn und dem Brackvenn bei Mützenich sowie in Reichweite von Bergervenn, Boveler und schwarzem Venn bei Kalterherberg).

Abstecher (per Rad oder per pedes) sollen zu den Angeboten neben der Route gehören. Ziele dabei können in Konzen der Familienwald „Hohes Venn” sein, und von Bahnhof in Monschau aus können zahlreiche Sehenswürdigkeiten erkundet werden: die historische Altstadt in Monschau, Kaiser-Karls-Bettstatt (samt Pingos, Aussichtsturm und im Frühling die Narzissenblüte am Waaneschlachswääsch), das Dorfmuseum und im Frühherbst der großartige Erntedankzug.

Junge Familien und Senioren

In Kalterherberg bieten sich neben Touren durch das Dorf Besonderheiten wie die Richelsley, das Kreuz im Venn und das Kloster Reichenstein an. Als Zubringer sind die Stadtbahn, Pferdekutschen und auch die Busse denkbar.

Für die Ortsvorsteher ist aber auch klar, dass in den Orten selber besondere Angebote des Gastgewerbes nötig sind, um die „Familienstrecke” der Ravel-Route zwischen Konzen und Kalterherberg für junge Familien und für Senioren attraktiv zu machen. Einzelheiten soll, so der Wunsch der Ortsvorsteher, die Monschau-Touristik entwickeln und dabei auch das Gastgewerbe einbinden. Dazu gehört auch, dass die „Bahnhöfe” entsprechend aufgewertet und gestaltet werden. Die CDU-Fraktion möchte in Kürze einen entsprechenden Antrag in die zuständigen Ausschüsse des Stadtrates einbringen.

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