Applaus und viele Lacher für „Miss Sophies Erbe“

Theaterfreunde Eicherscheid : Applaus und viele Lacher für „Miss Sophies Erbe“

Gleich vier Mal hieß es am Wochenende „Vorhang auf!“ in der Tenne, wo die Theaterfreunde Eicherscheid den mit viel Witz und einer spannenden Geschichte versehenen Drei-Akter „Miss Sophies Erbe“ von Andreas Wening aufführten.

In diesem typischen Bühnenschwank geht es um den Nachlass der bekannten älteren Dame aus dem Sketch „Dinner for one“. Sie ist inzwischen verstorben und hat in ihrem Testament die Zurückgebliebenen ihrer ehemaligen Liebschaften benannt. Diese treffen nun auf Miss Sophies Landsitz Kübelstein ein und erhoffen sich großen Gewinn im Glauben, sie seien die Alleinerben.

Dort treffen sie allerdings auf die anderen Erbschaftsanwärter, die jeweils nicht unterschiedlicher sein könnten. Zuerst trifft die alternde Operetten-Diva Ludmilla Stroganoff (Gerda Scheidt) mit ihrer sarkastischen Assistentin Gundula von Knorpsheim alias „Knorpel“ (Margret Gostek) auf dem Landsitz ein, wo sie sich im Salon giftige Wortgefechte liefern. Ludmilla hält sich nämlich trotz ihrer unzureichenden Gesangskünste und ihrer siebten Abschiedstournee immer noch für einen echten Star, was ihrer Assistentin gehörig gegen den Strich geht.

Der Notar und Erblassverwalter Dr. Ross (Achim Claßen) hat im Laufe des Abends seine Liebe Mühe, alle nach und nach erscheinenden Gäste von einem von Miss Sophie testamentarisch angeordneten Dinner zu überzeugen. Zu Hilfe kommt ihm dabei die Köchin Marlies alias Fine Löhrer. Richard Pommeroy (Thomas Förster) erkennt seine Stiefschwester Ludmilla sofort am „lüsternen Verhalten, dem männlichen Personal gegenüber“ und hofft außerdem auch auf das große Geld.

Miss Gilla Winterbottom (Daniela Bertram), passt so gar nicht in die illustre Runde – ist sie doch eigentlich nur die Pflegerin des alten Herbert Winterbottom, der zwar nie auf der Bühne erscheint, aber durch überzeugende Sound-Effekte aus dem Hintergrund eine wichtige Rolle spielt. Da Gilla seit 14 Tagen seine Ehefrau ist, hofft auch sie auf eine lohnende Erbschaft. Zu guter Letzt erscheint der schrille Modemacher Siegfried Roy Toby (Jochen Jansen) und bringt das Personal mit seinen Sonderwünschen zur „Optimierung seiner persönlichen Befindlichkeit“ zur Verzweiflung.

Besonders Butler Paul in Person von Simon Schroiff muss sich der heftigen Avancen von Ludmilla und Siegfried erwehren. In einer unruhigen Nacht, in der sowohl Ludmilla als auch Siegfried statt des Butlers den schlummernden Herbert Winterbottom in seinem Bett besuchen und Butler Paul, Richard Pommeroy versehentlich mit seinem eigenen Pfefferspray angreift, erklärt Marlies, wie alle vier Ehemänner Miss Sophies in den letzten Jahrzehnten mysteriös zu Tode kamen. Bei der Testamentseröffnung am nächsten Tag entpuppt sich die Heirat Miss Sophies mit den vier Vorfahren der Anwesenden als Racheakt an den früheren Beratern ihrer Jugendliebe. Diese hatten ihre große Liebe und späteren Butler James betrogen und um sein Vermögen gebracht. Sie heiratete einen nach dem anderen, und James beseitigte sie.

Für die aufgeregten Erbschaftsanwärter gibt es nun eine böse Überraschung, denn jeder erhält lediglich seinen Vorfahren in einer Urne und ein Andenken an seinen Tod. Das gesamte Vermögen erbt Miss Sophies leiblicher Sohn, Dr. Harry Ross, dessen Gäste wutentbrannt das Haus verlassen. Ross hatte auf Wunsch seiner Mutter mit seiner Frau Marlies und seinem Sohn Paul alles inszeniert und wird in Zukunft seiner Frau zu ihrem Geburtstag jedes Jahr ein unvergessliches „Dinner for one“ servieren ...

Die Zuschauer belohnten die Schauspieler nach der Vorstellung mit viel Applaus. Die Darsteller dankten besonders Kurt Scheidt, der als Techniker, Bühnenbildner und Ansager fungierte und auch dieses Jahr ein tolles Bühnenbild im Stil eines englischen Herrenhauses präsentierte, sowie der Souffleuse Käthe Majewski.

(leon)