Roetgen: Anwohner befürchtet: „Ich werde unter Wasser gesetzt”

Roetgen: Anwohner befürchtet: „Ich werde unter Wasser gesetzt”

Gegen die Ausweisung eines neuen Wohngebietes in Roetgen an der Ecke Bundesstraße/Greppstraße hat Stephan Speitkamp, selbst Anwohner der Greppstraße, überhaupt nichts einzuwenden, aber die kürzlich im Roetgener Planungsausschuss vorgestellte Entwässerungsplanung für das Gebiet mit rund 25 Häusern hat den Werbekaufmann in leichte Aufruhr versetzt.

Speitkamp, der auch Mitglied des Roetgener Gemeinderates ist, berichtete in der Sitzung des Rates am Dienstag über einen Ortstermin unter Teilnahme von Fachbehörden auf seinem Grundstück. Die unter anderem beteiligte Untere Wasserbehörde der Städteregion Aachen wie auch der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hätten sich seinen Bedenken gegenüber, dass eine weitere Vernässung seines Grundstückes vorprogrammiert sei, offen gezeigt.

Zuvor hatte auch schon der Roetgener Planungsausschuss weiteren Beratungsbedarf gesehen, mehrheitlich eine Überarbeitung der Planung beschlossen und den Beschluss über die Offenlage des Bebauungsplanes von der Ratssitzung abgesetzt und erneut in den Fachausschuss verwiesen.

Die vorgestellte Entwässerungsplanung für das Neubaugebiet sah vor, einen vorhandenen Durchlass unter dem Vennbahndamm zu nutzen. Aus dem dortigen Rohr sollte dann das Niederschlagswasser weiter seinen Weg über einen Nebenarm des Faulbaches abwärts in Richtung Faulenbruchstraße finden.

Diese Planung ist aus der Sicht von Stephan Speitkamp aber bloße Theorie. Das Rohr ende direkt oberhalb seines Grundstückes; danach gebe es keine gesicherte und geordnete Wasserführung mehr. „Ich werde regelrecht unter Wasser gesetzt”, kritisiert Speitkamp die Pläne.

Dass die Entwässerung korrekt erfolgen müsse, räumte die Untere Wasserbehörde beim Ortstermin ohne Einschränkung ein, wobei Thomas Pilgrim, Leiter des Umweltamtes der Städteregion, am Dienstag auf Anfrage der Lokalredaktion erläuterte, dass die vorliegende Planung durchaus Sinn mache. Allerdings sei der Durchlass unter der Vennbahn länger nicht unterhalten worden, ebenso wenig auch der Nebenarm des Faulbaches, der weitgehend verlandet sei. Diese Situation habe bereits in der Vergangenheit zu einer teilweisen Vernässung des Grundstückes geführt.

In Kooperation mit dem WVER solle nun in Verbindung mit einer Regenrückhaltung und einer Abfluss-Drosselung die lange vernachlässigte ursprüngliche Wasserführung entlang des Grundstücks des betroffenen Anwohners wieder hergestellt werden, um damit dessen berechtigten Einwänden Rechnung zu tragen.

Zudem soll auch eine von Stephan Speitkamp vorgeschlagene alternative Entwässerungsvariante geprüft werden. Diese sieht eine Wasserführung entlang der Vennbahn unter der Greppstraße vor. Ob man diese bereits vorhandene Möglichkeit nutzen kann und ob deren Volumen ausreicht, soll die Gemeinde Roetgen prüfen.

Für Speitkamp steht im Vordergrund, dass bei der Erschließung des Wohnparks Greppstraße eine Entwässerung erfolgt, die sein Grundstück vor unkontrolliert abfließendem Niederschlagswasser schützt. Daher begrüße er die neuen Überlegungen, auch wenn sich das Projekt dadurch jetzt vezögere.

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