Rollesbroich: Anrempeln erlaubt beim „Bumperball“-Turnier

Rollesbroich: Anrempeln erlaubt beim „Bumperball“-Turnier

Es war ein ungewohntes Bild, das sich auf dem Sportplatz des SV Roland Rollesbroich bot: Mit Luft befüllte Riesenbälle wurden von den Mitspielern am Körper getragen, und mit diesen versuchten sie, einen Fußball in zwei kleine Tore unterzubringen. „Bumperball“ — so nennt sich diese Fun-Sportart, die meist als abgewandelte Spielversion des Fußballs unter erschwerten Bedingungen gespielt wird.

„Es gab hier in der Eifel zwar schon Bumperball-Turniere, aber in der Form, also kooperativ und städteregionsübergreifend, findet es zum ersten Mal statt“, erklärte Lara Brammertz, die bei der Städteregion Aachen für die Mobile Jugendarbeit in den Eifelkommunen zuständig ist.

Die Spielregeln dabei sind denkbar einfach: Gespielt wird meist in zwei Teams mit jeweils drei bis sechs Mitspielern, und es werden vereinfachte Regeln des Fußballs angewendet. So sind beispielsweise Fouls erlaubt, und das Anrempeln gehört zum normalen Spielgeschehen. Beim Turnier in Rollesbroich wurde vier gegen vier gespielt, die Spieldauer pro Partie betrug sechs Minuten.

Anfang 2017 hat das Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen zwölf Bumperbälle für die Jugendarbeit angeschafft. Das rund vierstündige Turnier für alle Jugendlichen ab 14 Jahren innerhalb der Städteregion Aachen, das nun stattfand, war eine Kooperationsveranstaltung von SV Roland Rollesbroich, Regiosportbund Aachen mit seiner Sportjugend, Fußballkreis Aachen, Mobile Jugendarbeit der Städteregion Aachen und Jugendcafé Simmerath.

Fairplay ist wichtig

„Im Spiel selbst gibt es zwar ein Kräftemessen, aber das Fairplay ist ganz wichtig, sodass es nach jedem Spiel ein Abklatschen der Jugendlichen untereinander gibt“, betont Brammertz, nachdem sie die neue Sportart natürlich auch selbst ausprobiert hat.

„Ein ganz wichtiger Faktor ist für uns, die Werte von Demokratie und Respekt zu vermitteln und zu vereinen. Dazu sammeln wir auch Unterschriften für Demokratie und Respekt“, erklärt Stephan Mayer vom Regiosportbund Aachen und Vorstandsmitglied im Fußballkreis Aachen, der gemeinsam mit Lara Brammertz das Organisationsteam leitet. Der Regiosportbund mit seiner Sportjugend, die aus Ehrenamtlern besteht, die Jugendlichen die Bereiche Sport und Bildung näherbringt, arbeite städteregional, so dass sich eine Kooperation mit der Mobile Jugendarbeit der Städteregion angeboten habe.

„Auch die Zusammenarbeit mit dem SV Roland Rollesbroich, der dieses optimale Gelände ohne Probleme zur Verfügung gestellt hat, war für uns von Beginn an sehr angenehm“, betonen Mayer und Brammertz, die sich einig sind, dass das Turnier fortgesetzt werden muss. „Es ist sinnvoll, das Turnier auch an diesem Ort erneut zu veranstalten, da es sich zunächst etablieren muss und es doch immer schön ist, einmal in die Eifel zu kommen“, so Mayer, der den amüsanten Sport vor Ort ebenfalls schon selbst ausprobiert hat.

Der Erfolg der ersten Veranstaltung schlägt sich in den Teilnehmerzahlen nieder: Insgesamt nahmen rund 50 Jugendliche und junge Erwachsene an den verschiedenen Angeboten teil. Beim Bumperball gab es neun Teams mit je vier Mitspielern, die in zwei Gruppen die Halbfinal- und Finalteilnehmer ermittelten. Bei der Namensgebung gab es keine Vorgaben, so dass es im ersten Halbfinale beispielsweise die Paarung des Team Ananas gegen das Team Enten gab. Trotz kleinerer Unfälle und zahlreicher erlaubter Fouls, stand eindeutig der Spaß im Vordergrund.

„Ich bin zum ersten Mal bei einem Bumperball-Turnier und mir macht das erlaubte Anrempeln am meisten Spaß“, erzählt der 17-Jährige Nico aus Kesternich, der beim SV Nordeifel Fußball spielt und dort auf das Turnier aufmerksam geworden ist, vergnügt. Auch der 20-Jährige Ali Asghar, der häufig Gast im Simmerather Jugendcafé ist und auch in Simmerath wohnt, hat sichtlich Spaß an der Sache: „Ich mache sowas zum ersten Mal, und es ist schön, ein Spiel zu machen, das für fast alle neu ist. Außerdem sind alle Leute hier sehr nett.“

Turnier mit Sendungsauftrag

Bernd Mommertz, der Vorsitzende des Fußballkreises Aachen, wollte es sich nicht nehmen lassen, das Turnier zu besuchen. Denn der Fußballkreis hat die Veranstaltung ebenfalls unterstützt. „Es ist ganz wichtig, neue Wege zu gehen, um neue Leute für den Sport zu begeistern. Dabei ist es auf der einen Seite unerlässlich, kooperativ und gemeinsam zu arbeiten, auf der anderen Seite müssen auch immer die Werte der Demokratie und des Respektes vermittelt werden“, so Mommertz.

Abseits des Fußballplatzes gab es ein buntes Rahmenprogramm. Nicht nur die Teilnehmer, sondern auch Zuschauer konnten sich hier beim Dartkicker, einer Riesendartscheibe, auf die mit einem Fußball geschossen wurde, oder Volleyball sportlich beteiligen, denn auch hier gab es kleinere Turniere, die gut angenommen wurden. Neben der kostenfreien Teilnahme gab es einen Stand mit Obst und Wasser als kostenloses Angebot, den Babette Siewe, die Leiterin des Jugendcafés in Simmerath, betreute. Zudem gab es Deftiges vom Grill und am Ende Preise für die ersten drei Teams.

Wer bei lauem Sommerwetter noch nicht genug vom Sport hatte, konnte am Abend noch das zweite Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft auf der Großleinwand verfolgen. Viele der Jugendlichen fragten bereits am gleichen Tag nach einer Neuauflage des Turniers.