Altpapiererfassung der Regioentsorgung sorgt für Unmut in Monschau

Kein Platz für die blaue Tonne : Altpapiererfassung der Regioentsorgung sorgt für Unmut in Monschau

Der kommende Samstag ist blau markiert im Abfallkalender für die Monschauer Altstadt. Bei der ersten Papiersammlung im neuen Jahr warten aber einige Veränderungen auf Entsorger, die Helfer des TuRa Monschau und viele Haushalte.

Im Oktober hatte ein Schreiben der Regioentsorgung (RE), die in der Stadt Monschau auch für das Einsammeln des Altpapiers zuständig ist, für einigen Aufruhr gesorgt, insbesondere bei den Bewohnern des Altstadtkerns. Man beginne zurzeit mit der flächendeckenden Verteilung der Blauen Papiertonnen, hieß es da, und darin wurden auch die „Altstädter“ höflich, aber bestimmt aufgefordert, doch bitteschön eine 240-Liter-Tonne mit blauem Deckel zu bestellen.

„Hintergrund dieser Maßnahme ist, dass seit 2017 die Sammlung von Altpapier im gesamten Gebiet des Zweckverbandes Regioentsorgung nur noch über die dafür vorgesehen gebührenfreie Altpapiertonne zulässig ist“, schrieb die RE. Was den Bürgern aber sauer aufstieß, war der folgende Satz: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die ausschließliche Bereitstellung in Kartons und Bündeln in Monschau ab 2019, auch um die Arbeitsbedingungen der Müllwerker und der beteiligten freiwilligen Vereinsmitglieder zu verbessern, nicht mehr zulässig ist.“ Will sagen: Sperrige Kartonagen sowie „gelegentliche Übermengen an Papier und Pappe“ können nur noch zusätzlich zu den Altpapiertonnen bereitgestellt werden.

„Das ist eine Regelung, die für die Altstadt so nicht durchführbar ist“, intervenierte Altstadt-Ortsvorsteher Georg Kaulen kurz nach Verteilung des Schreibens und verwies auf die Platznot im Kernbereich. „In den meisten Häusern ist im Haus kein Platz für die zusätzliche große Tonne. Und wenn man diese draußen stehen lässt, geht das oft nur im Straßen- oder Fußgängerbereich und stellt auch optisch nicht gerade eine Bereicherung für das Stadtbild dar“, wandte Kaulen ein und bat die Verwaltung bereits in der November-Sitzung des Stadtrates um nähere Informationen.

Man habe die Regioentsorgung bereits kontaktiert und mit der Altstadt-Problematik konfrontiert, ließ Kämmerer Franz-Karl Boden wissen und meinte vielsagend: „Wir sind da allerdings nicht gerade auf große Einsicht gestoßen...“ Im Gegenteil: „Die Blaue Tonne benötigt nur eine Standfläche von ca. 60 mal 60 Zentimeter; gegenüber der Sammlung in Wäschekörben, Bananenkisten oder ähnlichen Kartons kann der Platzbedarf durch die Tonne oftmals verringert werden“, warb der Entsorger und meinte: „Durch die bequeme Altpapiersammlung über die Blaue Altpapiertone entfällt das mühsame Schleppen der Bündel zur Straße bzw. zur Sammelstelle. In der windigen und kalten Jahreszeit werden Kartons meist aufgeweicht. In der Papiertonne kann das gesammelte Altpapier bei allen Wetterlagen sauber bereitgestellt werden.“

Bei der Bevölkerung stieß die Regioentsorgung mit diesen Vorzügen nicht ganz auf taube Ohren: „Laut Schreiben der Regioentsorgung wurden seit dem Aufruf im Oktober 42 Blaue Tonnen an Haushalte in der Altstadt ausgeliefert“, teilte Franz-Karl Boden am Mittwoch mit.

Während es für die gelbe Tonne bzw. die Wertstoffsammlung noch die Alternative des gelben Sacks gibt, soll für die Papiersammlung nach dem Willen der Regio-Entsorgung künftig weitgehend nur noch die blaue Tonne erlaubt sein. In der Altstadt ist dies mancherorts schwer umsetzbar. Foto: Heiner Schepp

Was die Sammlung am kommenden Samstag betreffe, halte die Regio-Entsorgung zunächst einmal an dem Grundsatz fest, dass nur in Ausnahmefällen und nur auf Antrag Altpapier und Kartonagen in Bündeln bereitgestellt werden können. „Allerdings ist erkennbar eine großzügigere Handhabung vorgesehen als dem seinerzeitigen Schreiben zu entnehmen war, insbesondere für die problematischen Verhältnisse in der Altstadt“, gab Boden Entwarnung und kündigte an: „Bei den kommenden Sammlungen, die künftig monatlich stattfinden, werden sicherlich auch Bündel alleine mitgenommen.“

Vor allem aus Gründen des Arbeitsschutzes strebe die Regioentsorgung aber für die Zukunft eine möglichst hohe Anzahl an Papiertonnen an – übrigens auch in den anderen Stadtteilen.

(hes)
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