Monschau: Altes Theaterstück erscheint im neuen Glanz

Monschau: Altes Theaterstück erscheint im neuen Glanz

Ein Theaterstück aus dem Jahre 1957 — klingt nach altem Stoff und ganz und gar nicht modern. Doch wer so denkt, liegt falsch, denn aktueller könnte der Inhalt des Theaterstückes, das der Literaturkurs der Q1 des St. Michael Gymnasiums vergangene Woche zum Besten gab, kaum sein: Ein Geschworenengericht soll über einen Mord entscheiden — schuldig oder unschuldig.

Wie man an den momentanen Nachrichten aus Amerika sehen kann, ist dies immer noch ein schwieriges Thema, wer entscheidet über Freispruch oder Strafe? Gibt es typische Verbrecher aufgrund von Herkunft? Wie wichtig sind Zeugen und Beweise? All diese Fragen beschäftigten auch die Schüler des Literaturkurses unter der Leitung von Dirk Schäfer in der Vorbereitung auf das bereits verfilmte Stück „Die zwölf Geschworenen“. Nachdem in der ersten Hälfte des Schuljahres bereits theatralische Mittel und Improvisationstheater auf dem Plan gestanden hatten, machte sich der Kurs im zweiten Halbjahr an die Arbeit, ein Stück zu inszenieren, was sich als harte, aber spannende Arbeit erweisen sollte.

18 Leute besetzten schließlich 13 Rollen, nachdem Bühnenbild, Textänderungen, Requisiten, Proben- und Aufführungstermine sowie Werbung eingehend besprochen waren.

Und dann ging es an das Textlernen — wohl der wichtigste, aber auch arbeitsintensivste Teil für die Laienschauspieler, der auch schon mal zu leichter Panik führte: „Wie soll ich das nur schaffen?“ Aber alle haben es geschafft — und zwar trotz großem Lampenfieber, dank der Professionalität von Dirk Schäfer, der für jeden Akteur noch ein paar beruhigende Worte im Petto hatte, bevor es bei der Premiere auf die Bühne ging.

Zum Glück lief alles gut und alle geplanten Bewegungen und Interaktionen klappten ohne größere Probleme. Dank den beiden Souffleusen waren auch die kleineren Texthänger nicht weiter schlimm und alle waren im Großen und Ganzen mit sich zufrieden. Die erste gelungene Aufführung nahm natürlich das ganz schlimme Lampenfieber vor der zweiten Aufführung im Konzener MuK. Jetzt hatte man es ja schon einmal geschafft, dann wird es auch noch ein zweites Mal laufen, war die Einstellung der 17 Schüler und Schülerinnen des MGM.

Wichtiger waren ganz andere Probleme: Eine weniger als halb so große Bühne und damit auch entsprechend kürzere Laufwege und weniger Platz für Requisiten und Schauspieler — da war eben ein bisschen Kreativität und Improvisation angesagt. Doch auch das meisterte der Kurs mit Hilfe der fleißigen Helfer im MuK, die bei Verpflegung und Aufbau kräftig mit anpackten.

Für die Schüler der Oberstufe des Monschauer Gymnasiums gab es sogar noch eine dritte Gelegenheit, das Stück anzusehen. Vor der Zeugnisausgabe am Freitag organisierte Schulleiter Lothar Stresius eine letzte Darbietung in der Aula der Schule nur für die beiden ältesten Stufen des MGM, bei der zwar nicht alle Stammschauspieler anwesend sein konnten, die Souffleusen aber kurzerhand ihr persönliches Bühnendebüt feierten und für die beiden fehlenden Schüler einsprangen — mit Bravour. Am Ende waren dann alle glücklich und stolz, durch viele Proben und tolle Zusammenarbeit so ein erfolgreiches Ergebnis ihrer Arbeit auf die Beine gestellt zu haben und etwas traurig, dass das Jahr Literatur mit der letzten Aufführung endgültig zu Ende gegangen war und nächstes Jahr keine anstrengenden, ungewöhnlichen, lustigen, kreativen, unvergesslichen Proben und Unterrichtsstunden mehr anstehen werden.

(liba)