Simmerath: „Alt Simmerath“ sammelt Wissen für die Nachwelt

Simmerath : „Alt Simmerath“ sammelt Wissen für die Nachwelt

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der heutige Zentralort Simmerath noch ein richtiges Eifeldorf - ohne Gewerbegebiet, aber schon mit einem Krankenhaus und einem Buswartehäuschen an der Hauptstraße, dass für Generationen von Schülern Zufluchtsort und Treffpunkt zugleich war.

Besonders in den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich Simmerath stark verändert. Die Veränderungen des Ortes lassen sich anschaulich nachvollziehen in einer Jubiläums-Fotoausstellung, die der Arbeitskreis „Alt Simmerath“, eine Abteilung des Kameradschaftlichen Vereins Simmerath 1901, derzeit in der Sparkasse Simmerath zeigt.

Der Arbeitskreis „Alt Simmerath“ hat in der Sparkasse Simmerath eine Ausstellung zusammengestellt, die sich gleich vier Ereignissen aus der Simmerather Historie widmet. Foto: P. Stollenwerk

Den Heimatforschern war aufgefallen, dass Simmerath im Jahr 2017 allen Grund hat zu feiern, denn gleich vier bedeutende Ereignisse aus jüngerer und älterer Zeit feierten einen mehr oder weniger runden Geburtstag: Vor 675 Jahren, im Jahr 1342, wurde der Ort Simmerath erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Vor 225 Jahren wurden erstmals in Simmerath Markttage abgehalten, denn im Amtsblatt „Der Anzeiger“ vom 5. April 1792 ist zu lesen, dass Kurfürst Carl Theodor „dem Dorfe Simmerath gnädigst bewilligt, zwei öffentliche Jahrmärkte zu halten“.

Vor nunmehr 70 Jahren wurde auf der Kopp das Eifelkreuz aufgestellt. Das Kreuz wurde im Oktober 1947 auf der Paustenbacher Höhe errichtet. Auf der umkämpfen Höhe 554 verloren im Zweiten Weltkrieg viele Soldaten ihr Leben. Das Kreuz wurde als Mahnung und Zeichen des Friedens errichtet.

Das jüngste Jubiläum liegt 65 Jahre zurück. Im Jahr 1952 wurde der Wiederaufbau der Pfarrkirche St. Johannes d. Täufer in Simmerath abgeschlossen. Die Weihe der im Jahre 1944 kriegszerstörten Pfarrkirche nahm nahm am 13. Dezember 1952 Weihbischof Dr. Hünermann vor.

Diese vier Ereignisse war nun für den Arbeitskreis ein trefflicher Grund, in einer Jubiläumsausstellung daran zu erinnern. Fotos und Dokumente wurden zusammengetragen, die diese historischen Meilensteine für Simmerath detailliert thematisieren.

„Die Anzahl der Menschen, die sich an das eine oder andere Ereignis noch erinnern können, wird leider immer geringer“, sagte Wolfgang Frings, Abteilungsleiter des Arbeitskreises „Alt Simmerath“ zur Ausstellungseröffnung. Ein Anliegen des Arbeitskreises sei es aber auch, jüngeren Menschen die Ereignisse zugänglich zu machen und Erklärungen zu liefern, wodurch und weshalb bestimmte Entwicklungen eingeleitet worden seien.

Zuvor hatte Daniel Wergen, der Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Simmerath, die Gäste begrüßt. Die Sparkasse sei gerne Gastgeber für die Ausstellung, um damit auch die Wertschätzung für das Ehrenamt zu unterstreichen. Durch die Überreichung eines Schecks wurde diese Unterstützung dann auch dokumentiert.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns stellte die Bedeutung des Arbeitskreises „Alt Simmerath“ heraus, da er wertvolle Arbeit leiste und Wissen, das drohe verloren zu gehen, für die Nachwelt erhalte. Als aktuelles Beispiel nannte er den Antrag des Arbeitskreises, den kleinen Rathausplatz in „Dr. Fritz-Platz“ umzubenennen.

Ehe sich die Besucher dann der Ausstellung widmen konnten, stimmte Wilden vom Arbeitskreis die Anwesenden mit dem Vortrag des Mundartgedichtes über den „Sömmerter Kraremann“ passend ein.

(P. St.)
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