Eifel: Alan Parsons Live Project versetzt Zuhörer in alte Softrock-Zeiten

Eifel: Alan Parsons Live Project versetzt Zuhörer in alte Softrock-Zeiten

Mit seinen aufwendig dargebotenen Kompositionen, eingebunden in Konzept-Alben, hat der englische Studiomusiker Alan Parsons, der erst spät die Bühne für sich entdeckte, zeitlose Musik geschrieben. Die wuchtigen, orchestralen Arrangements schwanken zwischen sphärischen Klängen, Soft-Rock und eingängigen Melodien mit Hit-Qualitäten.

Der charismatische 65-jährige Musiker versetzte am Sonntagabend auch die 1200 Zuschauer auf der ausverkauften Burg Monschau im Rahmen der Klassik 2014 zurück in alte Zeiten. Alte Liebe rostet eben nicht, die Tickets waren auch an der Abendkasse noch heiß begehrt, und es wurden noch zusätzliche Plätze auf der Orchesterbühne geschaffen. Hier saßen die Gäste sogar überdacht, doch brauchte an diesem Abend zum Glück keiner einen Regenschutz, denn die heftigen Nachmittagsgewitter hatten sich wie in einem perfekten Drehbuch Minuten vor Konzertbeginn verzogen.

In Scharen strömten die Fans zur Burg Monschau, um Alan Parsons Live Project zu hören. Der Meister war aber nur selten in der ersten Reihe zu sehen. Foto: P. Stollenwerk

Keine große Bühnenshow

In Scharen strömten die Fans zur Burg Monschau, um Alan Parsons Live Project zu hören. Der Meister war aber nur selten in der ersten Reihe zu sehen. Foto: P. Stollenwerk

Vielleicht traf aber auch die Selbsteinschätzung der Vorband „Picture Palace Music“ zu, den „Regen weggespielt zu haben“. Die klanggewaltige Einstimmung der mehrfach preisgekrönten Berliner Truppe orientierte sich stark am Alan Parsons-Sound. Viele Besucher erlebten den Auftritt der Band aber teilweise nur akustisch mit beim Aufstieg zur Burg. Wegen des unsicheren Wetters hatten die meisten der Besucher bis zur letzten Minute gewartet, und bei nur einem Ticket-Kontrolleur bildete sich folglich eine Schlange bis unter den Eselsturm.

Nach der Umbaupause war es dann um 21.15 Uhr soweit. Die siebenköpfige Band kam auf die Bühne und mit etwas Abstand folgte der vollbärtige Meister selbst, behäbigen Schrittes im roten Jackett. Alan Parsons Stärke ist bestimmt nicht die große Bühnenshow, sein Element ist das Studio. Hier ist er ja auch groß geworden. So zog sich der Frontmann auch gleich in die zweite Reihe zurück, und überließ weitgehend den versierten Studiomusikern das Feld. Die Fans hätten sicherlich gerne etwas mehr Alan Parsons aus erster Hand gehört, aber wenn das Rentenalter beginnt, dann müssen eben die Jüngeren ran, und außerdem behält man in der zweiten Reihe, erhaben stehend, auch besser den Überblick.

Mit dem ewig frisch klingenden Hit „Lucifer“ zum Auftakt wurden die Zuschauer, auch dank der exzellenten Arbeit der Tontechniker auf der Burg, gleich zurück in alte Zeiten versetzt.

Alan Parsons nahm die freundliche Stimmung des Publikums von Beginn an in Monschau gerne auf: „What an amazing place“, konnte auch er sich nicht dem Flair der Burg entziehen, über die die letzten harmlosen Wolken hinwegtrieben.

Mit dem Edelsoftrock-Titel „Don‘t answer me“ wurde die Reihe der Hits weiter fortgesetzt, und von der Möglichkeit, dass sich dieser Titel hervorragend zum Mitsingen eignet, wurde reichlich Gebrauch gemacht.

Der mehrstimmige Gesang und die erstklassigen Musiker schufen zum Teil episch breit angelegte Arrangements, von den die Zuhörer sich tragen lassen konnten, um tief in die komplexe Tonwelt hineinzutauchen. Auch kurze experimentelle Phasen fehlten nicht. Die alte Verbundenheit von Alan Parsons zum Studio rostet eben auch nicht.

Ohne Pause endete das Konzert nach knapp 100 Minuten mit dem Oberhit „Eyes in the Sky“. Dass danach vom inzwischen auf den Rängen stehenden Publikum noch lautstark ein Nachschlag gefordert wurde, war nicht anders zu erwarten. Mit zwei weiteren Songs wurden die Fans dann in die Nacht entlassen, die sich nun auf weitere musikalische Highlights auf der Monschauer Burg freuen dürfen.