Nordeifel: Adonislibelle zeugt von früherer Natur-Vielfalt am Vennrand

Nordeifel : Adonislibelle zeugt von früherer Natur-Vielfalt am Vennrand

Auf den Hochflächen des ehemaligen Kreises Monschau wird sehr intensive Weidewirtschaft und Viehzucht betrieben, wo nur wenige Insekten und Vögel überleben können. Verlässt man aber zum Beispiel das Wiesenland zwischen Konzen und Simmerath und wendet sich dem Bereich Kranzbruch zu, kann man erleben, wie reich einst unsere Natur gewesen sein könnte.

Auf einer Strecke von weniger als einem Kilometer wurden Anfang Juni 30 blühende Blumenarten gezählt. Hier finden auch zahlreiche Schmetterlinge, Käfer und Fliegenarten Nahrung. Dieser naturnahe Bereich setzt sich fort in Richtung Entenkall bis zur Mündung dieses Baches in die Kall. Dazu gehören ferner das gesamte obere Kalltal von der B 258 bei Konzen, der Bereich des ehemaligen Modellflugplatzes, die Flur „Auf den Kempen“, das Naturschutzgebiet am Lenzbach, die Kall zwischen Bickerath und Simmerather Mühle und das Naturschutzgebiet am Heppenbach bei Lammersdorf. Hier kann man ahnen, welche Fülle an Insekten und Vögel einst hier zu Hause war.

Ein Beispiel ist die Frühe Adonislibelle, die im Bereich Kranzbruch fotografiert wurde, die aber sicher auch an anderen Stellen lebt. Der Name verweist auf den griechischen Jüngling Adonis, der bei einer Wildschweinjagd ums Leben kam. Aus seinem Blut habe die Göttin Aphrodite dann das Adonisröschen hervorgehen lassen, dessen rote Farbe sich auch bei der Libelle findet. Bei der Adonislibelle wird das Rot noch von schwarzen Ringen unterbrochen. Das Insekt wird 30 bis 40 Millimeter lang und hat eine Flügelspannweite von 35 bis 50 Millimetern. Sie gehört zu den ersten Libellen, die man im Frühjahr beobachten kann. Ihr Lebensraum sind kleine Teiche, moorige Tümpel und langsam fließende Bäche. Wichtig ist eine dichte Ufervegetation, da sie sich immer versteckt.

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