Abwechslung vom Alltag bei Projektwoche des ABK-Hilfswerks in Schmidt

Projektwoche des ABK-Hilfswerks : Brot backen, Insektenhotels bauen und neben Narzissen wandern

Mit Wiesenquark, Waldbutter, Sauerteigbrot, Osterkranz und Semmelknödeln ging die Projektwoche des ABK-Hilfswerks zu Ende. Das Buffet mit lauter kulinarischen Genüssen war wohl für die meisten Höhepunkt und Belohnung.

Wie jedes Jahr sollte auch diesmal die Projektwoche eine Abwechslung vom Alltag sein. Normalerweise wird in der Schmidter Trainingswerkstatt geschraubt, geschreinert, gekocht und gelernt. Hier kommen junge Erwachsene mit seelischer Behinderung aus den vier Wohnheimen der Eifel hin, um Arbeitsstrukturen und Fertigkeiten zu erlernen.

Für die Projektwoche werden dann einmal im Jahr ganz unterschiedliche Themen angeboten, und es ist jedes Mal erstaunlich, wie die Auswahl getroffen wird und welche Ergebnisse am Ende präsentiert werden. „Unser täglich Brot“ hieß das Projekt, das sich mit der Vielfalt des Brotes befasste.

Im Freilichtmuseum Kommern durfte die Gruppe Steinofenbrot backen, in der Bäckerei Breuer in Strauch konnte sie dem Meister über die Schulter schauen. Dann wurde geübt und ausprobiert, schließlich entstand unter Anleitung von Jolantha Herriger mit viel Fantasie das appetitliche Buffet, bei dem am Freitag alle zugreifen durften. Sie waren verblüfft von der unglaublichen Vielfalt.

Das Leben in der Wiese hatte eine andere Gruppe beschäftigt. Sie sammelte Informationen, beispielsweise bei einer Kräuterpädagogin im Freilichtmuseum Kommern, außerdem von einem Agraringenieur und auf einem Bauernhof. Die jungen Leute erzählten anschaulich, dass es verschiedenartige Wiesen gibt und darauf auch unterschiedliches Leben. Sie reichten Kräuter herum, alle lernten die Vogelmiere, die Brennnessel, Löwenzahn und Gundermann kennen und erfuhren etwas über ihre Wirkung.

Das oben genannte Buffet wurde mit frischen Wiesenkräutern bereichert. Auch wenn es aufgrund der recht kühlen Witterung noch nicht viele Insekten gab, baute man schon mehrere Insektenhotels.

Zum Thema „Glück“ war der nächsten Projektgruppe einiges eingefallen. Mit Unterstützung einer Achtsamkeitstrainerin fanden die jungen Frauen und Männer heraus, was ihnen guttut und wie sie damit umgehen können, wenn sie einen richtig miesen Tag haben. Susanne Mörschel-Kanzler berichtete, dass man Kalender, einen „Glücksplan“ und eine „Notfallkiste“ angefertigt habe und die Bewohner es insgesamt sehr genossen haben, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

„Von Bananen und Tauben“, so war ein weiteres Projekt überschrieben. Hier ging es um Kunst, nicht nur um die berühmte Banane von Andy Warhol und die allseits bekannte Taube von Picasso. Mit einem Kartenspiel lernte die Gruppe Kunstwerke kennen; sie bearbeitete Fotos und staunte über die Resultate.

In Museen in Köln und Aachen sahen die Teilnehmer sich um und hatten Spaß, die „Virtual-Reality-Brille“ im Ludwig-Forum auszuprobieren. „Bewegung“ hieß es für eine Gruppe, die eine 16 km lange Narzissenwanderung unternahm, sich in Kall bei Soccer und Badminton austobte und im Olympia- und Sportmuseum Köln nicht nur viel über die Geschichte des Sports lernte, sondern auch im Aktivprogramm an ihre Grenzen ging.

„Ich bin beeindruckt von den Ergebnissen aller Gruppen“, sagte Mario Lennartz, Bereichsleiter im ABK-Hilfswerk, „ich bedanke mich ganz herzlich für eure aktive Teilnahme und auch den Projektleitern für ihre guten Ideen. Es wird ganz bestimmt auch im nächsten Jahr wieder eine Projektwoche geben.“

Mehr von Aachener Nachrichten