Monschau: Abwasserkonzept: Monschau will Fremdwasser in den Griff bekommen

Monschau : Abwasserkonzept: Monschau will Fremdwasser in den Griff bekommen

Alle sechs Jahre wird das Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) der Stadt Monschau fortgeschrieben. Im Jahr 2011 wurde das Konzept von der Stadt Monschau aufgelegt, um, wie gefordert, der Oberen Wasserbehörde bei der Bezirksregierung einen Sachstand über den Stadt der Dinge bei der Abwasserbeseitigung vorzulegen und die zeitliche Abfolge weiterer Maßnahmen einschließlich der Kostenkalkulation bis Ende 2022 zu benennen.

Nach Ablauf der ersten Phase des ABK empfahl jetzt der Monschauer Bau- und Planungsausschuss dem Rat die Fortschreibung des ABK für die Jahre 2017 bis 2022. Die Stadt war ein wenig in Verzug mit der Fortschreibung geraten, was jedoch in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung erfolgte. Wegen des erhöhten Arbeitsaufwandes bei der Ausführung des Pilotprojektes Sanierung Rursammler hatten sich dieser veränderte Zeitrahmen ergeben.

Genehmigung von Einleitungen

Die Fortschreibung des ABK enthält als eine wesentliche Aufgabe auch ein Niederschlagswasserbeseitigungskonzept. Im Stadtgebiet Monschau gibt es nicht weniger als 101 Niederschlagswassereinleitungen, doch nur 19 davon sind genehmigt. Die restlichen 82 ohne Erlaubnis betriebenen Einleitungen sollen im Zuge des ABK ebenfalls genehmigt werden.

Eine weitere große Aufgabe beim ABK ist laut Dipl.-Ing. Petra Heinrichs-Stalitza vom Ingenieurbüro Berg & Partner die Eliminierung von Fehlanschlüssen im Kanalnetz. Seit dem Jahr 2011 bereits läuft die Inspizierung des Kanalnetzes mit entsprechenden Bewertungen und Handlungsempfehlungen. Jetzt folgt noch das restliche Stadtgebiet. Es stehen noch an: der Rest von Mützenich, Höfen, Kalterherberg, Rohren und Widdau.

Das Gesamt-Investitionsvolumen des ABK 2017 bis 2022 beläuft sich auf 11,1 Millionen Euro, einschließlich der Versorgungsträger wie z. B. WAG und WVER. Die Stadt Monschau ist mit 8,5 Millionen Euro gefordert. Allein drei Millionen Euro verschlingt die Sanierung des Rursammlers. Diese Maßnahme wird zu 80 Prozent vom Land gefördert. Diese durch das Flussbett verlaufenden Leitung wird komplett herausgenommen und in den Altstadtbereich verlegt.

Hoffen auf weitere Fördermittel

Gregor Mathar (SPD) sah eine „Fülle von Aufgaben“ auf Monschau zukommen, die eigentlich für eine kleine ländliche Kommune nicht tragbar seien. Hilmar Weber (CDU) sprach die hohe Verantwortung des ländlichen Raumes bei der Trinkwasserreinhaltung an. Daher bedürfe es auch weiterer Fördermittel.

Auf weitere Fördermittel hofft auch Bürgermeisterin Margareta Ritter, die das Problem der Fremdwassersanierung noch einmal anhand von Zahlen verdeutlichte. Im Stadtgebiet Monschau fielen jährlich rund 550 000 Kubikmeter Schmutzwasser an. Demgegenüber aber stehe in den städtischen Kläranlagen eine Reinigungsleistung von drei Millionen Kubikmeter. Mit anderen Worten: Nur rund 20 Prozent ist Schmutzwasser, 80 Prozent ist Fremdwasser, das keiner Reinigung in der Kläranlage bedarf. Ritter: „An dieses Thema müssen wir ran.“.

(P. St.)
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